Einbrecher stehlen und schlachten Ziegen eines Kindes

André Greilich mit den überlebenden Ziegen Moritz (vorn) und Lisa im neuen Stall.
André Greilich mit den überlebenden Ziegen Moritz (vorn) und Lisa im neuen Stall.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Unbekannte haben zwei Ziegen aus einem Gehege gestohlen und sie an Ort und Stelle geschlachtet. Betreut worden waren die Tiere auch von einem Mädchen.

Bochum.. Eine schreckliche Entdeckung musste André Greilich am vergangenen Freitagmorgen machen. Unbekannte Einbrecher hatten in der Nacht zuvor aus einem kleinen Gehege in Langendreer zwei Ziegen, die der 41-Jährige mit seiner elfjährigen Tochter hegt und pflegt, gestohlen und anschließend an Ort und Stelle geschlachtet. Greilich fand die Überreste am Sonntag in einem Feld neben dem Stall, der im Langendreerer Ortsteil Oberdorf liegt. Zwei Felle und einen Kopf hatten die Täter zurückgelassen und nur das Fleisch mitgenommen.

Seit gut zwei Jahren hatten Vater und Tochter die insgesamt vier Ziegen versorgt. Dafür hatten sie auch einen kleinen Stall zusammengezimmert. Am Freitagmorgen, als Greilich wie an jedem Tag zum Füttern und Melken erschien, war das Schloss am Gatter zum Gehege aufgebrochen. Außerdem: „Da kamen sonst vier Ziegen angelaufen, diesmal nur zwei.“ Die Täter hatten den dreijährigen Bock Moritz und die Ziege Lisa (knapp 3) verschont.

Anzeige gegen Unbekannt

Getötet hatten sie aber die achtjährige „Bibi“ und die erst vier Monate alte „Lola“. Auch als die beiden Tiere noch gar nicht gefunden worden waren, hatte die elfjährige Schülerin offenbar kaum noch Hoffnung auf ein gutes Ende. „Ihr war ziemlich klar: Die hat jemand geklaut und geschlachtet“, sagte der Vater am Montag. „Aber sie wollte es nicht glauben.“ Der Verlust sei für sie „schon hart“ gewesen, dennoch trage sie das Drama „mit Fassung“. In den vergangenen Jahren waren bereits mehrere Kaninchen von ihr gestorben.

Greilich hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Eine konkreten Verdacht hat er nicht. Nur soviel: „Leute, in deren Kulturkreis Ziegenfleisch und Schlachten eine Rolle spielen.“ Möglicherweise hatten sie „einfach aus Armut“ gehandelt. „Aber ich will niemanden beschuldigen. Meine Tochter hat gesagt, das waren vielleicht arme Leute.“

Greilich, der Romane schreibt und Deutschkurse für Ausländer gibt, versorgt die Ziegen auch mit konkretem Nutzen. Er melkt täglich von der Ziege Lisa (eine Rasse aus der Schweiz, eine so genannte Toggenburger) anderthalb bis zwei Liter Milch. Davon stellt er Ziegenkäse zum Eigenverzehr her. Auch reichert er sein Müsli damit an.

Polizei sucht Zeugen

Das bisherige Gehege haben die beiden noch lebenden Ziegen aus Sicherheitsgründen verlassen. Über eine Hundehalterin, die beim Aufspüren der Kadaver half, kam Greilich an ein anderes Gehege in Bochum. Auch dort haben Moritz und Lisa jetzt wieder einen kleinen Stall mit Heu. Lisa, das Muttertier, leidet erkennbar unter dem Verlust. „Sie war durcheinander. Da sind die Muttergefühle deutlich geworden.“

Das Kriminalkommissariat 33 ermittelt jetzt und bittet unter der Nummer 0234/909-8310 (-4441 außerhalb der Geschäftszeit) um Täter- und Zeugenhinweise. Das jetzt verwaiste Tatort-Gehege liegt an der Wittkampstraße nahe „Heimelsberg“.