Ein Raum für homosexuelle Flüchtlinge

1 Die Rosa Strippe bietet jetzt die Jugendgruppe (14 bis 27 Jahre) „Senlima“ für homosexuelle Migranten und Flüchtlinge an? Wie kam es zu dieser Idee?

Nicky Ulrich: Die Idee, eine Gruppe für homosexuelle Migranten und Migrantinnen anzubieten, kam von einer ehemaligen Mitarbeiterin mit türkischem Hintergrund. Die Rosa Strippe hat die Idee aufgegriffen. Beim ersten Treffen im Dezember letzten Jahres kamen zwei junge Männer, ein serbischer Flüchtling und ein türkischer Migrant. Bisher kommen nur vereinzelt Leute, was meiner Ansicht nach nicht schlimm ist. Ich finde es wichtig, dass es das Angebot gibt.

2 Wie wollen Sie Flüchtlinge für die Gruppe gewinnen?

Homosexuelle Flüchtlinge haben ein massives Problem, weil sie auch in den Unterkünften mit Repressionen durch Mitbewohner rechnen müssen. In den wenigsten Ländern wird Homosexualität als etwas Normales oder zumindest etwas zu Tolerierendes angesehen. Ich kann die Leute nur über Netzwerkarbeit erreichen, zum Beispiel über den Flüchtlingsrat NRW oder den Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge. Ich war auch in Kontakt mit der Leiterin der Evangelischen Stiftung Overdyck, Petra Hiller.

3 Was bieten Sie in der Gruppe und wann findet sie statt?

Wie spielen Kicker oder Dart. Der Kicker ist ein gutes Mittel, in Kontakt zu treten. Wir treffen uns montags von 18 bis 21 Uhr.