Ein großes Frauenschicksal
10.04.2012 | 17:19 Uhr 2012-04-10T17:19:00+0200
Bochum. Spanische Folklore und Flamenco-Gitarren darf man nicht erwarten, aber ein präsentes, physisches Schauspiel voller Emotionen: Am Samstag hat in den Kammerspielen „Yerma“ von Federico Garcia Lorca Premiere, eingerichtet von Cilla Back.
Die Regisseurin (41) interessiert nicht so sehr der Blick auf die repressive spanische Gesellschaftskonvention, auf dem Lorcas 1934 entstandenes Stück gründet, sondern dessen universelle Komponente. „Der menschliche Faktor ist für mich wichtig“, sagt die finnische Gast-Regisseurin.
Ans Schauspielhaus kam Back anlässlich des hier ausgerufenen „Boropa!“-Mottos. „Angesprochen, ob ich in Bochum inszenieren würde, waren wir uns schnell einig, dass es auf eine Lorca-Inszenierung herauslaufen würde“, schildet Cilla Back die Gespräche mit Intendant Weber und Chefdramaturg Laue.
Lorca (1898-1936) sei ein faszinierenden Bühnenautor, aber auch ein Schriftsteller von hoher poetischer Kraft, sagt Back. Sie fasziniere besonders die emotionale Kraft und körperliche Präsenz der Lorca’schen Figuren; übrigens Attribute, die auch Backs Theaterarbeit auszeichnen. So entwickelt sie die Figuren aus ihren körperlichen Zuständen. Dabei vertieft sie die emotionale Spannung und setzt jede Bewegung und jede Geste genau in Szene.
In „Yerma“ geht es um den Leidensweg der gleichnamigen Hauptperson. Eine Frau in der spanischen Provinz Andalusiens, die sich ein Kind wünscht, doch es ist nicht nur dieser Wunsch, der unerfüllt bleibt; unerfüllt bleibt auch die Sehnsucht nach Leidenschaft, Glück und Begehren. Yerma sieht die jungen Frauen, die bedenkenlos mit ihrer Lust umgehen, und sie sieht die verblühten Körper der Alten. Auf welcher Seite steht sie? Auf der des Lebens oder der des Todes? Wie kann sie ihr Glück finden? Sie wird es nicht finden, sie bleibt allein, einsam. Und wird am Ende zur Mörderin. Die Titelrolle spielt Bettina Engelhardt, Werner Strenger Yermas brutalen Mann Juan.
Für die Premiere am 14. April um 19.30 Uhr gibt es noch Karten (Tel. 0234/3333-5555).

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