Ein fröhlich-absurder Weltuntergang

Einen eindringlichen Theaterabend erlebten die Zuschauer im Thealozzi bei der Premiere des neuen Stücks der Theatergruppe „Eben-BildNer“. In „Apokalyps-chen“ treibt der Egoismus eines Wissenschaftlers die Welt ins Verderben, während sich die Menschen um Beziehungsprobleme und Energiekosten kümmern. Die Mischung aus tragikomischer und absurder Handlung sowie das stark aufspielende Ensemble sorgen für beste Unterhaltung.

Timo Knop verleiht einem TV-Zuschauer, dem nichts außer seiner Fernbedienung geblieben ist, eine enorme Aussagekraft, ohne ein einziges Wort zu sprechen. Der devote Konstantin (Nathanael Ullmann) und seine dominante Verlobte (Nina Möller) überzeugen als Geschöpfe, die eine mehr tierische als menschliche Existenz fristen und wie Gollum im „Herrn der Ringe“ über die Bühne krabbeln.

Autor und Regisseur Rico Großer inszeniert das Untergangsszenario mit viel Fingerspitzengefühl und lässt seine Figuren nie die Grenze zur Albernheit überschreiten – egal, wie absurd ihr Verhalten auch sein mag. Die düstere Endzeitstimmung wird immer wieder durch Lacher unterbrochen, insbesondere wenn das Publikum zum Teil des Ensembles wird. Nach rund zwei Stunden endet die Aufführung mit begeistertem Applaus.