„Ein Erfolg für den Standort Bochum“
19.11.2010 | 17:22 Uhr 2010-11-19T17:22:00+0100
Bochum. Im 4. Teil der WAZ-Serie „Kulturhauptstadt Bochum: ein Missverständnis?“ sprach die Redaktion mit Dr. Hans Hanke, kulturpolitischer Sprecher der SPD. Er wertet die örtlichen 2010-Aktivitäten als Erfolg für den Standort Bochum.
Was hat die Kulturhauptstadt für Bochum gebracht?
Hanke: In Bochum haben 110 Ruhr 2010-Programmpunkte an 43 Orte stattgefunden oder laufen noch, dazu kommen die Aktivitäten der sowieso regen Kulturszene. Ein Plus von 10 % an Tourismus, das heißt, es kamen seit Januar 170 000 Gäste nach Bochum, 75 Prozent von ihnen mit Besuchszielen in der Kulturhauptstadt. Das Ganze hat den Gewinn in allen beteiligten Bochumer Kultureinrichtungen, Hotels, Gaststätten auf rund sechs Millionen Euro steigen lassen.
Das sind gewiss schöne Zahlen, aber hat es über den quantitativen Wert hinaus auch einen inhaltlichen Mehrwert gegeben?
Natürlich, es gab hier so viele Kulturveranstaltungen, die konnte man gar nicht alle wahrnehmen. Ein Blick in den Kalender zeigt doch, was alles los war. Und man vergisst viel zu schnell, wer sich alles engagiert hat.
Viele kleinere Kultureinrichtungen und Einzelkünstler fühlten sich bei den Ruhr 2010-Bemühungen nicht mitgenommen, auch, was die Wahrnehmung durch die Politik und Verwaltung angeht …
… dazu kann ich nur sagen: Wir haben den „Runden Tisch“ ja versucht. Im Herbst 2009 gab es nach einem Ratsbeschluss eine Einladung zu einem gemeinsamen Meeting aller Kultureinrichtungen, das dann auch im Schoenewald-Kolleg stattfunden hat.
Und?
Kaum einer war gekommen. Das war eine ziemlich ernüchternde Erfahrung. Trotzdem soll Anfang 2011 zu einem neuerlichen „Runden Tisch der BO-Kultur“ eingeladen werden. Dabei wird es in erster Linie um die Nachhaltigkeit der 2010-Aktivitäten vor Ort gehen.
Was verstehen Sie unter „nachhaltig“?
Zunächst die gewonnene Gewissheit, dass das Ruhrgebiet zusammenarbeiten kann, denken Sie an die städteübergreifenden Kooperationen der Orchester, Museen und Theater. Natürlich ist es bedauerlich, das z.B. das Viktoria-Kreativquartier nicht fertig wurde. Aber auch das bleibt – als Aufgabe. Ganz generell denke ich, dass 2010 ein höheres Bewusstsein über den Wert der Kultur in dieser Stadt erreicht worden ist.

19:11
sonn Mist, mich hat noch niemand zu bestechen versucht ! Das sollt er mal wagen !! Endlich mal !!! *grummel*
18:57
Nicht wenn man in der korruptesten Stadt der Welt lebt!
18:07
Schade, ich hatte gehofft, es wir blieben auf Niveau. ... Sie sind sicherlich weder mein schlechtes Gewissen noch können Sie mich angemessen beurteilen. Und um mit Ihrem anscheinend selbst gewählten gesellschaftlichen Anspruch an Staufenberg ranzukommen, fehlen Ihnen glücklicherweise die undemokratischen Zeitumstände. Und für die Demokratie, in der wir leben, sorgen Bürger, die offen und ehrlich mit ihrem Namen und ihrer Überzeugung dafür Eintreten.
17:14
Lieber Herr Dr. Hanke, ich bin Ihr schlechtes Gewissen. Wenn der ganze Korruptionsmist hier in Bochum mal zusammenbricht und einer nach dem anderen in den Knast wandert - wo stehen Sie dann?
16:36
... und wer oder was sind Sie Herr von Staufenberg? Auf dem Niveau und dann noch aus der Anonymität heraus läßts sich leicht beleidigen, nicht wahr? Also immer tapfer: Ihr Name?
15:58
Herr Dr. Hanke, das ist ja wirklich interessant! Aber das erklärt noch weniger, warum Sie heute ein Ja-Sager und Mitläufer sind?
15:14
Ich lese grade, dass es schon wieder neue Zahlen gibt, die meine (gottseidank :-) nicht widersprechen:
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/kultur/kudo/art1541,1054346
15:11
ach die 75 %. Also 175.000 Touristen sind 2010 nach Bo gekommen. Repräsentative Umfragen belegen, dass davon 75 % wegen der Kulturhauptstadt gekommen sind. Nun ist in der Tat merkwürdig, dass es die 175.000 nur 10 % mehr Touristen waren, als im Jahr zuvor. Welches Ziel hatten also die 65 % (75% - 10% Mehr in 2010), die 2009 kamen? Da kann man jetzt trefflich streiten: Die einen kamen zu Kulturereignissen, die hier immer stattfinden und die dann einfach ein 2010-Siegel bekamen (das ist kein Etikettenschwindel, denn das rege Kulturleben war ja der Grund, warum wir Kulturhauütstadt wurden) . Oder sie kamen zu Ereignisen, die eimalig waren in 2009 - mir fällt grad keins ein.
15:02
Hallo Herr von Stauffenberg, sie unterliegen zwangsläufig einer von unseren damaligen Gegnern verbreiteten Fehlinformation. Es ist letztlich sogar gerichtlich durch das Verwaltungsgericht GE bestätigt worden, was von Anfang an lt. Datenbeauftragten NRW und etlichen Rechtsverordnungen gesagt wurde: Auf den Listen reichten der Hausname, Vorname und das Geburtsjahr (ohne Geb-Datum), weil damit eine Verwechslung zweier Personen ausgeschlossen war. Dass die Stadtverwaltung die damals neue Rechtslage nicht anerkennen wollte - wen wunderts. Das Ende des Stadtbades wurde gegen meinen Willen dadurch besiegelt, dass Frau Matzdorf ohne Rücksprache mit mir dem Abriss zustimmte, weil ihr Interesse, ein Bad in der Stadtmitte zu haben, durch den Neubau erfüllt werden konnte. Da ist die Denkmalpflege auf nicht sehr freundliche Art von den Schwimmern ausgehebelt worden. Es wäre m.E. unschön gewesen, diesen Dissens dann auch noch in die Öffentlichekeit zu tragen. Drum hält sich die Mär, dass die Listen nix getaugt hätten.
@UlliWeber: Die Zusammenarbeit läßt sich ohne Zweifel noch optimieren und sicherlich habe ich als kulturell interessierter Bürger mehr Aufmerksamkeit auf 2010 gehabt, als andere, weniger Interessierte. Und das und warum wir einen Spielort für die BoSy brauchen, haben ich und andere so oft und geduldig erklärt, ich habe sogar hier zu Gesprächen eingeladen, da gehe ich in diesem Zusammenhang nicht noch mal drauf ein.
14:55
Sehr geehrter Herr Dr. Hanke,
es ist Ihrer Funktion geschuldet, dass Sie diesen Standpunkt vertreten. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Sie aus Ihrer Perspektive wirklich glauben, was Sie da erzählen. Allerdings muss ich Ihnen sagen, dass die meisten Bürger die Kulturhauptstadt kaum wahrgenommen haben, von den Schachtzeichen und dem A40 Stillleben mal abgesehen. Aber jetzt mal ehrlich, was wollen Sie damit sagen: Zunächst die gewonnene Gewissheit, dass das Ruhrgebiet zusammenarbeiten kann, denken Sie an die städteübergreifenden Kooperationen der Orchester, Museen und Theater? Wenn das wirklich so wäre, dann wäre niemand auf die Idee gekommen, in Bochum immer noch ein Konzerthaus bauen zu wollen. Schließlich kann man ja kooperieien. Nein, Herr Dr. Hanke, das Gegenteil ist der Fall. Jeder will sein Orchester haben und jeder will sich mit einem Haus profilieren. Von einer funktionierenden kulturellen Zusammenarbeit sind die Ruhrgebietsstädte weit entfernt. Die einzige interkonnunale Zusammenarbeit gibt es im Verbund der städtischen Unternehmen im Bereich Nahverkehr, Feuerwehr und im gemeinsamen Einkauf. Der Rest ist eine Vision.