Ehemalige Lehrerin stiftet Frieden in Schulen und Kitas

Meike Mennekes  (2.v.r.) gewann 2014 den „Preis für gewaltfreie Konfliktlösung“ der Maischützen (links: Vorsitzender Karl Heinz Böke). Panagiota Patsia (Mitte) und  Claudia Tolu setzen das Modell der ehemaligen Grundschullehrerin erfolgreich in der Integrativen Kindertagesstätte an der Wasserstraße um.
Meike Mennekes (2.v.r.) gewann 2014 den „Preis für gewaltfreie Konfliktlösung“ der Maischützen (links: Vorsitzender Karl Heinz Böke). Panagiota Patsia (Mitte) und Claudia Tolu setzen das Modell der ehemaligen Grundschullehrerin erfolgreich in der Integrativen Kindertagesstätte an der Wasserstraße um.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine ehemalige Grundschullehrerin ist als „Friedensstifterin“ in Schulen und Kitas im Einsatz. Ihr Anti-Gewalt-Projekt zeigt sichtbare Erfolge.

Bochum.. Auf der „Friedensbank“ ist meist alles wieder gut: In einem Modellprojekt zeigt Meike Mennekes Kindern und Jugendlichen, wie Streitigkeiten friedlich beigelegt werden können. 2014 erhielt sie dafür den „Preis für gewaltfreie Konfliktlösung“ der Maischützen. Ein Teil ihres 1000-Euro-Preisgeldes sorgt seither in der Integrativen Kindertagesstätte an der Wasserstraße dafür, dass aus zoffenden Kids alsbald wieder Freunde werden.

Schlagen, treten, beschimpfen, bedrohen, mobben: Als langjährige Leiterin der Wattenscheider Gertrudisschule weiß Meike Mennekes allzu gut, wie sehr Jungen und Mädchen, aber auch Lehrer unter Zoff im Klassenzimmer, unter seelischer und körperlicher Gewalt leiden. Im Ruhestand betätigt sich die 70-Jährige über ihre Grundschule hinaus als Schlichterin. Die Pädagogin ließ sich in der Thomas-Morus-Akademie (Bensberg) zur Mediatorin weiterbilden. Das von ihr mitentwickelte Gewaltpräventions-Programm wird inzwischen landesweit in Schulen und Kindergärten umgesetzt.

27 Kinder mit Behinderung

So auch in der Integrativen Kita der Diakonie Ruhr an der Wasserstraße 435 in Weitmar, in der 60 Kinder, davon 27 mit Behinderung, betreut werden. „Streiten, schreien, kratzen und beißen ist unter den Kindern wie überall, so auch bei uns leider an der Tagesordnung. Mitunter geht’s auch gegen uns Erzieher“, berichtet Leiterin Panagiota Patsia. Gern nahm ihr 30-köpfiges Team daher 2014 die Hilfe von Meike Mennekes in Anspruch. Sie stiftete der Kita aus dem Preisgeld der Maischützen einen Koffer mit vielen Arbeitsmaterialen und schulte die Mitarbeiter nach dem so genannten Bensberger Modell.

„Die Erfolge sind spürbar. Es funktioniert täglich besser“, sagt Gruppenleiterin Claudia Tolu. In Rollenspielen erfahren die Jungen und Mädchen, dass bei Konflikten sprechen besser ist als schlagen. Mit Puppen und bebilderten „Streitgeschichten“ lernen sie, dass Tritte, Beleidigungen oder Ausgrenzung alles nur noch schlimmer machen. Und hat es doch einmal gerappelt, müssen sich die Störenfriede mit ihrem Kontrahenten auf der „Friedensbank“ zusammensetzen. Die Friedensverhandlungen kommen meist zum Abschluss: „Fast immer gewinnen die Kinder die Einsicht, dass es nicht okay war, was sie gemacht haben. Diese Erkenntnis und die anschließende Versöhnung wirken viel nachhaltiger als jede Strafe“, sagt Panagiota Patsia.

„Großartig, wie gut und sinnvoll unser Preisgeld hier eingesetzt wird“, freut sich Karl-Heinz Böke. Für den Vorsitzenden der Maiabendgesellschaft ist die Arbeit von Meike Mennekes Ansporn, den 2013 begründeten Preis für gewaltfreie Konfliktlösung fortzuschreiben. Er wird beim Maiabendfest im April erneut verliehen. Bewerbungen sind ab sofort möglich.