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EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt

29.07.2010 | 17:56 Uhr
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
TGW-Zentrumsleiter Wilfried Heß (rechts) begrüßte im März den Geschäftsführer der EGR Bochum, Michael Müller. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool

Bochum.In einer zweistündigen Sondersitzung hat die städtische Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) die Vorgänge um EGR-Chef Michael Müller (51), gegen den die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt, diskutiert. Fazit: Müller bleibe im Amt, bis der Fall geklärt sei.

Obwohl die Staatsanwaltschaft Aachen gegen ihn strafrechtlich wegen Untreue ermittelt, darf EGR-Geschäftsführer Michael Müller (51) im Amt bleiben. Das entschied am Mittwochabend der EGR-Aufsichtsrat.

„Es gibt keine Vorverurteilung, aber auch keine Vertrauenserklärung“, kommentierte CDU-Fraktionssprecher Roland Mitschke, der dem EGR-Aufsichtsratspräsidium angehört, das Ergebnis der über zweistündigen Sondersitzung. Heikel sei, dass damit an der Spitze der städtischen EGR, die das „wichtigste operative Instrument der Wirtschaftsförderung“ sei, ein Mann stehe, gegen den der Staatsanwalt ermittele.

Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Aachen gegen Müller wegen Untreue, weil er sich als früherer Chef einer kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft 25 000 Euro Prämie ohne Genehmigung auszahlen ließ. Das trug ihm eine Strafanzeige der SPD aus dem Raum Düren ein.

Davon war bereits im September 2009 in der örtlichen Presse von Düren berichtet worden, auch von einem Ermittlungsverfahren. Doch vor seiner Ernennung zum neuen EGR-Geschäftsführer in Bochum Mitte 2009 habe Müller anfangs nur von einem „Dissens“ berichtet, sagte EGR-Aufsichtsratschef Heinz-Dieter Fleskes. Erst im Juni 2010 will Müller erfahren haben, dass die Staatsanwaltschaft ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet habe, ließ er die Aufsichtsräte im Juli wissen.

Der Headhunter, der Müller empfohlen hatte, habe vor der Wahl des neuen EGR-Chefs (etwa 130 000 Euro Grundgehalt im Jahr plus Dienstwagen) erklärt, da gebe es noch eine „offene Frage“. Mehr habe man 2009 bei der Findung nicht vor Augen gehabt.

Weil der Ermittlungsvorwurf nicht die EGR betreffe, sondern Müllers früheren Arbeitgeber, „wollen wir nicht eingreifen ins Verfahren“, sagte Fleskes. Andererseits „haben wir großes Interesse daran, dass die EGR handlungsfähig bleibt“, betonte er.

In einem formalen Beschluss wurde Müller „dringend aufgefordert, sich aktiv an der Aufklärung zu beteiligen“, etwa mit anwaltlicher Hilfe. Abgesehen davon sei die Zusammenarbeit mit Müller in Bochum bisher so gut gewesen, dass man keinen Grund sehe, ihm das Vertrauen zu entziehen. Dass Müller sofort ein Darlehen haben wollte, sei „sehr verwunderlich“ gewesen. Fleskes: „Wir sind kein reicher Verein. Nee, kommt nicht in Frage, habe ich gesagt. Das war von Müller keine geschickte Aktion.“

Rolf Hartmann

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Kommentare
31.07.2010
16:51
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
von suendenbock | #7

Korrumpels und Kleptokraten!

31.07.2010
13:56
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
von lummerland_express | #6

Na Spitze, mal wieder eine Gesellschaft, um verdienten Korrumpels zusätzliches Geld
zukommen zu lassen ....

30.07.2010
19:31
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
von Staufenberg | #5

Ach was solls: Der Sauerland sll das Blut von 21 Toten an den händen haben. Er tritt nicht zurück! Cordes ist zwar schmierig aber hat noch keinen auf dem Gewissen. Ab wieviel Toten muss man eigentlich zurücktreten? In Afganistan sind schon dutzende Soldaten tot. Merkel ist auch noch da!

30.07.2010
07:34
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
von Tiefgaragenparker | #4

Sollten denn nicht Wirtschaftsförderung und die
EGR zusammen gelegt werden um Gelder zu sparen? So war es doch vor vielen Monaten auch in der WAZ zu lesen.

29.07.2010
21:33
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
von Saufenberg | #3

Es wird weiter gekungelt beim städtischen Selbstbedienungsladen EGR.

29.07.2010
21:18
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
von Staufenberg | #2

Müller scheint der einzige Ehrliche beim EGR zu sein, er hat aus den Ermitlungen der Staatsanwaltschaft keinen Hehl gemacht. Der EGR-Aufsichtsrat und Aschenbrenner haben die Bürger getäuscht, diese Leute müssen weg kleben aber an den Sesseln wie der Sauerland.

29.07.2010
19:49
EGR-Aufsichtsrat lässt Müller im Amt
von suendenbock | #1

130000€ jährlich zuzüglich....? Was wird dafür gemacht? Auf der egr - homepage stehen nur sehr wenig Aktivitäten, die aber dafür in allen Rubriken auftauchen. Ist die egr auch zuständig für den fehlenden Brandschutz bei der Erich-Kästner-Schule? Stolz wird dieser Umbau herausgeputzt, bei Problemen ist man nan mal weg, gut dotiert, mit Pensionsanspruch und Übergangsgeld und einem Strafverfahren am A...! Reife Leistung

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