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Grabräuberei

Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen

27.12.2012 | 15:51 Uhr
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
Auf dem staedtischen Friedhof Querenburg in Bochum wurden im Dezember Grableuchten aus Metall gestohlen. Foto: Thomas Goedde

Bochum.   Während der Feiertage gingen bei der Polizei eine ganze Reihe Anzeigen ein, die sich allesamt auf Diebstähle auf dem städtischen Friedhof Querenburg bezogen. Die Täter hatten dort wertvolle Grablichter und Vasen aus Messing oder Kupfer abgesägt. Fachleute vermuten professionelle Banden hinter den Diebstählen.

In einem heftigen Fall von Grabräuberei auf dem städtischen Friedhof Querenburg an der Stiepeler Straße ermittelt die Polizei. Wie jetzt bekannt wurde, haben zwischen dem 15. und 17. Dezember unbekannte Täter wertvolle Grablichter oder Vasen aus Messing oder Kupfer gewaltsam von den Gräbern gerissen. „Die Täter sind professionell vorgegangen. Womöglich mit einer Flex wurden die Gegenstände von den Grundplatten abgetrennt“, berichtet Martin Buschman, der für die städtischen Friedhöfe zuständig ist. Er sei von erschütterten Angehörigen angerufen und auf diesen Diebstahl aufmerksam gemacht worden.

Bei der Polizei sind über die Feiertage eine ganze Reihe von Anzeigen eingegangen, die sich allesamt auf diesen Friedhof bezogen. Es sei das erste Mal, dass es auf diesem Friedhof zu einem solch drastischen Fall gekommen sei. „Dabei steht der Materialwert in keinerlei Verhältnis zum ideellen Schaden für die Betroffenen“, so Buschmann. Erst vor wenigen Wochen kam es auf dem Kommunalfriedhof in Hordel zu einem ähnlichen, aber bei weitem nicht so drastischem Fall.

Stadt Essen setzt auf Überwachung

Fachleute gehen davon aus, dass es sich bei diesen Diebstählen um die Arbeit professioneller Banden handele. Häufig würde das Diebesgut an gewissen Schrotthändler weiterverkauft. Vor einiger Zeit gelang es der Polizei in Bochum Werne zwei Diebe zu fassen. Dies konnte jedoch nur gelingen, weil sie versucht hatten, ihre Beute an einen ehrlichen Händler zu verkaufen. Dieser hatte nach WAZ-Informationen die Polizei informiert.

Im vergangenen Jahr entschied sich die Nachbarstadt Essen mindestens drei besonders häufig heimgesuchte städtische Friedhöfe mit Video-Überwachungskameras auszustatten. Doch die Grenzen solcher Systeme sind dort genau bekannt. Daher hält Martin Buschman in Bochum wenig von solchen technischen Hilfsmitteln. „Es gibt eben keine totale Kontrolle. Gegen solche kriminelle Energie sind wir letztlich ziemlich machtlos.“

Leidtragende sind die Angehörigen

In Bochum gibt es 25 städtische und ein gutes Dutzend kirchlicher Friedhöfe. Oft kommen die Diebe nach Ende der Öffnungszeit und verschaffen sich mit einem Schneidgerät Zutritt. Im Schnitt zwei Mal im Jahr kommt es zu größeren Diebstahlsaktionen, dies seien regelrechte Wellen, die eng mit der Entwicklung des Buntmetallpreises zusammenhängen.

Die Stadt Bochum setzt gemeinsam mit der Polizei auf Ordnungspartnerschaft. Auch auf Friedhöfen gab es gemeinsame Streifengänge, um ein Signal gegen diese Diebstähle zu setzen. Leidtragende sind natürlich hauptsächlich die Angehörigen, die den oft kostspieligen Grabschmuck zu ersetzen haben. Daher rät Buschman, vielleicht aus seiner Erfahrung heraus, besser keine hochwertigen Gegenstände auf die Gräber zu stellen.

Michael Weeke



Kommentare
04.01.2013
12:36
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
von LilaLatzhose | #12

Abgesehen von diesen Banden gibt es eben immer mehr Menschen, denen jeglicher Respekt fehlt. Allgemeines Phänomen der Verrohung der Gesellschaft. Alles auf dem Friedhof schon erlebt: geklauter Grabschmuck (bei einem Kindergrab besonders bitter, wenn kleine Figürchen gestohlen werden, auch wenn der Ersatz nicht so teuer ist), umgetretene Grabsteine, rausgerupfte und verschandelte Bepflanzung. Ich hab mich immer gefragt, wer zu sowas fähig ist; denn gerade in der Anfangsphase der Trauer ist das jedes Mal ein neuer Schlag. Weil diese Trauer und dieser Ort, wo man insbesondere in der Anfangszeit trauert, ein ganz intimer, verletztlicher Ort ist. Und dieses -eines der tiefsten Gefühle, die man haben kann- wird durch solchen Frevel mit Füßen getreten.

28.12.2012
12:44
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Name von Moderation entfernt | #11

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28.12.2012
07:04
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
von BauerKleppe | #10

Es gibt nicht "das *****", natürlich ist das bandenmäßiges Vorgehen. Zu jeder geklauten Grableuchte gehört auch der Abnehmer, der Altmetallhändler, der nicht nachfragt, wenn da ein ganzer LKW voll Friedhofsmetall angeliefert wird. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der in Osteuropa ansässig ist, da wären die Logistik- Kosten und das Risiko auf dem Transportweg zu hoch.
Da ich schon immer erlebt habe, dass Blumen, Zierpflanzen oder Gießkannen geklaut werden (die ganzen kostenlosen violetten Kannen sind sicher nicht in Osteuropa, die sind in heimischen Gärten verschwunden, ebenso wie die Gießtüllen der wenigen verbliebenen Kannen), statte ich die Grabstellen nur mit nicht zu teuren, gut gekennzeichneten Gegenständen aus. Bisher hats geholfen.

28.12.2012
06:06
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Name von Moderation entfernt | #9

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27.12.2012
23:23
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
von darum | #8

Sollte ich so einen Vogel erwischen fällt er Garantiert zufällig auf einen Grabstein aber Kopf voraus

27.12.2012
22:23
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
von doddl2 | #7

"Daher rät Buschman (...), besser keine hochwertigen Gegenstände auf die Gräber zu stellen."

Heißt das jetzt konkret: wir kapitulieren vor diesem Verbrechen? Legen die Hände in den Schoß, weil wir es nicht ändern können?

Dann kann ich mich nur #1 anschließen: eine Frage der Zeit, bis "der Bürger" zurückschlägt - wenn ihn die Exekutive derart im Stich lässt.

Interessant finde ich auch den Hinweis auf den "ehrlichen" Schrotthändler: angesichts der Millionenschäden u.a. an unserer Infrastruktur (DB etc.) müsste ein Händler m.E. für jedes Nanogramm Buntmetall einen Herkunftsnachweis vorlegen - und ansonsten schlicht dichtgemacht werden.

27.12.2012
22:00
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
von oldswenske | #6

Die armen Leute, was sollen die denn machen wenn die kein Geld zum leben haben.
Nächstes mal einfach 10, 20€ in die Laterne, dann lassen die diese auch stehen.

27.12.2012
21:24
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
von xxyz | #5

Es ist schade, dass dieser absurde Metalldiebstahl dazu führt, dass immer weniger Menschen noch in wertige Gegenstände Geld investieren.

Solche Leuchten gehören für viele Menschen zur Trauerarbeit dazu. Es ist eine absolute Schande, dass diese Gegenstände geklaut werden und dass es dann noch Menschen gibt, die solche Sachen ankaufen.

So kann man Menschen und Wirtschaftszweige zerstören.

Hoffentlich findet sich mal ein Richter, der diese scheußlichen Taten entsprechend bestraft.

27.12.2012
20:50
Dutzende Grableuchten von Bochumer Friedhof gestohlen
von RennYuppieRenn | #4

Das sind bestimmt die Grabräuber aus dem Weltall. Das ganze läuft wie folgt ab: Außerirdische versuchen, mit der Menschheit Kontakt aufzunehmen, weil sie befürchten, diese könnte mittels einer Solarbombe das ganze Weltall vernichten. Die Regierung leugnet aber die Existenz der Außerirdischen. Als Warnung für die Menschheit sollen Tote mittels Strahlen wiederbelebt werden, nebenbei lässt man die Grableuchten mitgehen.

27.12.2012
20:23
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Name von Moderation entfernt | #3

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1 Antwort
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