Drei Künstlerinnen verfremden die Natur

Caroline von Grone neben einer ihrer Gemälde aus der Serie „Blick nach Osten“.
Caroline von Grone neben einer ihrer Gemälde aus der Serie „Blick nach Osten“.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Bochumer Galerie m präsentiert neue Ausstellungen von drei Künstlerinnen, die unabhängig voneinander das Thema „Bäume“ in ihren Werken verarbeitet haben.

Bochum.. Neben Evelina Cajoab, die mit feinen Bleistiftstrichen Äste und Blätter gezeichnet hat, gibt es außerdem detailreiche Fotografien von Simone Nieweg und farbenreiche Ölgemälde von Caroline von Grone.

Mit der Dreier-Ausstellung geht die Galerie im Schlosspark Weitmar neue Wege. In der Vergangenheit wurde stets ein Künstler/eine Künstlerin mit ihren Arbeiten vorgestellt, in diesem Jahr soll es verschiedene Präsentationen mit jeweils mehreren künstlerischen Vorstellungen geben. So soll die Abwechslung gewahrt bleiben. Dabei sind thematische Zusammenhänge möglich, aber nicht zwingend notwendig.

Bäume als Persönlichkeiten

Die Zeichnungen von Evelina Cajacob zeigen feine Muster aus Ästen, Blättern und Baustämmen. Der Blick des Betrachters ist auf den Himmeln gerichtet. Auf den Zeichnungen befinden sich weiße Stellen, die die Künstlerin bewusst ausgespart hat. Diese „Leerstellen“ stehen für die Dauer, die Lebenskraft aber auch für die Vergänglichkeit des Waldes. Aus der Nähe betrachtet, bestehen Cajacobs feingliedrige, detailreiche Zeichnungen aus einzelne, kurze Strichen. Das komplexe Gesamtbild eines Gespinstes aus Ästen, Blättern, Zweigen und Knospen ergibt sich für den Betrachter erst beim Schritt zurück, aus der Entfernung.

Im Gegensatz dazu stehen die Gemälde und Ölskizzen von Caroline von Grone. Mit ihrer neuen Serie „Blick nach Osten“ zeigt die Malerin den Blick aus ihrem Atelier. Auf von Grones Gemälden sind die Krone eines Kastanienbaumes und das hintere Haus zu erkennen. Besonders werden ihre Bilder durch die individuelle Verwendung der Farbe; sie macht bunte Lichtstrahlen und -reflexe deutlich, steht aber auch als farblicher Eigenwert für sich. Die Bilder zeigen außerdem unterschiedliche Jahreszeiten und somit verschiedene Lichtperspektiven.

Mit unterschiedlichen Lichtperspektiven arbeitet auch die dritte Künstlerin. Simone Nieweg zeigt auf ihren Fotografien Bäume und Wälder, zu sehen sind zusammenstehenden Waldlichtungen, einzelne Weiden, aber auch Landschaftspanoramen. Durch die Konzentration des künstlerischen Blicks auf Äste, Zweigen und Blättern der Pflanzen wirken Niewegs Fotos sehr detailreich. Überwiegend hat die Künstlerin alte und verfallene Bäume ausgesucht, die als eigene „Persönlichkeiten“ aufgefasst werden können.