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Mordprozess

Drei Juristen prägen spektakulären Mordprozess in Bochum

09.02.2012 | 11:12 Uhr
Drei Juristen prägen spektakulären Mordprozess in Bochum
Pressekonferenz im Bochumer Polizeipräsidium zum Tötungsdelikt eines Bankers in Ehrenfeld: Kriminalhauptkommissar Udo Hackmann (Leiter Mordkommission), Oberstaatsanwalt Jochen Kodal, Axel Pütter (Leiter Pressestelle).Foto: Karl Gatzmanga

Bochum.   Einer der spektakulärsten Kriminalfälle in Bochum seit Jahren wird ab Montag vor Gericht verhandelt. Eine Arztgattin (31) soll ihren Liebhaber (36), zugleich Vater ihres Babys, umgebracht haben. Im Mittelpunkt stehen dann auch der Vorsitzende Richter, der Staatsanwalt und Verteidiger. Drei Porträts.

Der Mordprozess gegen die Bochumer Arztgattin (31) , die ihren Liebhaber (36) und Vater ihres Babys mit einem Käsemesser erstochen haben soll, beginnt am 13. Februar vor dem Bochumer Schwurgericht. Die ersten Anhörungen finden am Montag ab 9 Uhr im Saal C 240 statt. Bis zum 11. Mai hat Richter Hans-Joachim Mankel , der diesen spektakulären Prozess leiten wird, zehn weitere Termine festgesetzt. Wir stellen die drei wichtigsten Vertrer der Justiz vor: der Vorsitzende Richter, der Staatsanwalt und der Verteidiger.

Der Vorsitzende des Schwurgerichts – diese Amtsbezeichnung hat Klang. Hans-Joachim Mankel leitet diese Kammer, die bei Mord und Totschlag richtet, seit vielen Jahren. Die Verantwortung ist enorm. Er entscheidet – zusammen mit je zwei Berufs- und zwei Laienrichtern –, ob die Angeklagten ihr mithin höchstes Rechtsgut, ihre Freiheit, für sehr viele Jahre verlieren werden.

Vorher hatte Mankel in Bochum eine Strafkammer für Drogendelikte geleitet. Die Prozesse waren mitunter extrem schwer gesichert, weil hochkriminelle Dealerbanden auf der Anklagebank saßen.

Richter Hans-Joachim Mankel. Foto: Michael Korte

Der 64-Jährige ist in Prozessen absoluter Chef im Ring. Eine Autorität. Mitunter ist er aber merkwürdig reizbar . Wenn er meint, dass ihm jemand quer kommt, kann er sehr von oben herab sein. Allerdings – Hauptsache – sind seine Urteile sehr maßvoll. Im November wird er in den Ruhestand gehen. Seine Nachfolge ist noch nicht geklärt.

Der Staatsanwalt

Mit Jochen Kodal schickt die Staatsanwaltschaft eine ihrer besten Kräfte in den Prozess. Der 61-Jährige ist Bochums oberster Todesermittler. Er leitet die Abteilung 30. Dort werden alle Kapital- und Brandsachen sowie ungeklärte Todesfälle in Bochum, Witten, Herne und in Teilen des Kreises Recklinghausen untersucht. Allein in der Stadt Bochum waren es im Jahr 2010 rund 1100 Fälle. An einem einzigen Tag kamen schon einmal die Akten von 30 neuen Todesfällen auf seinen Schreibtisch.

Oberstaatsanwalt Jochen Kordal. Foto Thomas Schild/WAZ FotoPool

Kodal kann man nur schwer ein X für ein U vormachen, wenn überhaupt. Dafür ist er zu lebensklug. Er scheint die Abgründe in den Gedanken von Mördern und anderen Straftätern zu kennen wie nur ganz wenige. Er kann sich, soweit möglich, ausgezeichnet in sie hineinversetzen und dies in einem Prozess auch auf den Punkt bringen. Lange Herumrederei ist seine Sache nicht. Kodal ist das Gegenteil eines Schwätzers. Seine Plädoyers atmen die angenehme Kühle klarer Gedankengänge.

Der Verteidiger

Egbert Schenkel wird die Angeklagte verteidigen. Der 53-Jährige ist schon seit fast 25 Jahren an den Gerichten in Bochum und im Ruhrgebiet im Einsatz, fast immer als Strafverteidiger. Er hat auch bereits mehrere spektakuläre Fälle gehabt, in Bochum zuletzt den Stadtpark-Mord von 1975. Damals war eine Millionärswitwe in ihrer Villa aus Habgier ermordet worden. Erst im Jahr 2006 begann der Prozess. Seine Mandantin, die Tochter des Opfers, wurde freigesprochen.

Rechtsanwalt Egbert Schenkel. Foto: Michael Korte

Schenkel ist ein Anwalt, der Prozesse gut beobachten kann. Er redet nicht zu viel, sondern lässt die Dinge, wenn sie im Interesse seines Mandanten sind, gerne laufen.

Über seine jetzige Mandantin (zurzeit JVA Gelsenkirchen) sagte er fünf Tage vor Prozessbeginn: „Sie ist sehr aufgeregt und angespannt im Hinblick auf den Prozessauftakt und immer noch ratlos über ihr eigenes Verhalten.“ Vornehmliches Ziel seiner Verteidigung sei es, „eine drohende lebenslange Freiheitsstrafe abzuwenden“.

Bernd Kiesewetter

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Kommentare
09.02.2012
16:45
Neuer Ton der Berichterstattung......
von streicher5002 | #4


The referee is from NorthRhineWestfalia...... most probably for a last big fight in the ring.... please welcome AnsJoakim Haaaaannnkellll..........

Now please welcome the two combattants......

In the right corner...... 61 year old and still one of the most prominent accusers...... his track record in 2010 of more than 1100 cases..... determined to win..... here is Joooooooocken "The Brain" Koodallllllllllllll........

And in the left corner...... 53 years old and 25 years of exciting experience ..... a defender for the most difficult cases...... with spectacular wins ....... this iiiis Ägbert "Glitchy" Schennnnkelllllll.....

Now let´s concentrate on the national anthems......



Man ist gespannt, wie die WAZ diesen Fall begleiten wird.

09.02.2012
15:30
Drei Juristen prägen spektakulären Mordprozess in Bochum
von LilaLatzhose | #3

Sicherungsverwahrung...warum?Jemand, der einen Mord begeht zumindest wie in diesem Fall war nur für eine einzelne Person gefährlich. Hier gehts ja nicht um irgendeine psychotische Serientäterin.

Und nein. Ich habe kein Verständnis für eine derartige Tat. Was ich aber nachvollziehen kann ist die Panik, in die man geraten kann, wenn man von jemandem unter Druck gesetzt wird. Wenn da wer ist, der droht, das ganze Lebensgefüge zu zerstören. Sicher...das hätte sie sich vor der Affäre überlegen können, aber eine Affäre kommt in den besten Familien vor. Da blieb im Grunde nur der Ausweg, dem Ehemann alles zu gestehen. Aber da fehlte dann wohl das Vertrauen, dass die Ehe einen solchen Treuebruch aushält. Die Frau hat objektiv eine völlig falsche Entscheidung getroffen. Und die hat sie vermutlich auch geplant. Und einen Mord kann man nicht rechtfertigen. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, wie verzweifelt sie war. Und dass sie eben ganz subjektiv für sich keinen Ausweg mehr gesehen hat. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie wirklich davon ausging, dass diese Tat unentdeckt bleibt.

1 Antwort
Drei Juristen prägen spektakulären Mordprozess in Bochum
von Pinky00 | #3-1

Na, ja... man weiß nicht was da vorher schon alles gelaufen ist. Und wenn es wie im vorliegenden Fall zu einem Mord gekommen ist, will ich das auch lieber gar nicht wissen, weil für gewöhnlich steht hinter sowas dann ein jahrelanger psychischer Kleinkrieg, der für alle Seiten belastend ist.

09.02.2012
15:00
Drei Juristen prägen spektakulären Mordprozess in Bochum
von moellera | #2

# 1

Ich stimme Dir zu 100 % zu. Kenne Opfer und Familie. Die Frau kann von einer spontanen Tat im Affekt wohl kaum reden.Die Heimtücke schreit zum Himmel. Und bei Herkunft und Beruf kann man auch nicht von einer "hirnlosen Person" ausgehen. Ich bin sehr gespannt, ob die Justiz den Fall ähnlich wie wir beiden bewerten wird.

09.02.2012
13:06
Drei Juristen prägen spektakulären Mordprozess in Bochum
von Notschrei | #1


Mord - Lebenslänglich plus Sicherungsverwahrung, denn wie das Opfer zu Tode gekommen ist, dazu gehört eine immense heimtückische und mörderische Energie.




1 Antwort
Drei Juristen prägen spektakulären Mordprozess in Bochum
von unbekannt01 | #1-1

Notschrei, ich bin froh dass unsere Gerichte vor ihren Urteilen zunächst möglichst alle Prädiktoren für auch solche Tatbestände wie diesen hier genau begutachten und sich nicht dazu verleiten lassen einen Menschen undifferenziert und voreilig abzustempeln wie Sie das hier tun.

Welches eine gerechte Strafe ist kann nur beurteilt werden wenn alle Umstände einer solchen Tat in das Urteil eingehen. Und ich möchte behaupten dass mit nichten alle Umstände und Begebenheiten ihrer absoluten Wahrheit entprechend in den Medien abgedruckt wurden.

Bitte Urteilen Sie nicht über einen Menschen aufgrund von Zeitungsartikeln und undifferenzierten Meinungsbildern.

Eine Strafe muss sein, aber eine (soweit es möglich ist) gerechte und nicht eine hezerische.

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