Drei Frauen im Würgegriff des Kapitalismus

Szenenfotos aus „Schaf.Biene.Pferd."
Szenenfotos aus „Schaf.Biene.Pferd."
Foto: Specht
Was wir bereits wissen
Das Bochumer Theater Freie Radiikale bringt seine aktuelle Produktion „Schaf.Biene.Pferd.“ in den Kunsthallen Rottstraße 5 zur Premiere.

Bochum.. Die Kunsthallen Rottstraße 5 haben sich in letzter Zeit als Spielstätte für ambitionierte Kunst-Projekte einen Namen gemacht. Das nächste steht in der kommenden Woche an, wenn in den Hallen unter den Eisenbahngleisen das Theater Freie Radikale seine neue Produktion „Schaf. Biene. Pferd.“ zur Premiere bringt.

Hybrides Theater der Gegenwart

Die Bochumer Theatergruppe bezeichnet sich als „Das hybride Theater der Gegenwart“; als „polarisierend, rotzfrech, lebendig, berührend und authentisch“ sind die Produktionen von Regisseurin und Autorin Günfer Çölgeçen schon beschrieben worden. In ihrem neuen Stück „Schaf. Biene. Pferd.“ stellen die auftretenden Figuren der kapitalistisch strukturierten Gesellschaft ihre „Gründermentalität“ entgegen,

Suche nach dem täglichen Geld

Bei ihrer Suche nach dem täglichen Geld stoßen drei völlig verarmte Frauen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. In der Not schrecken sie vor Überfällen nicht zurück, werden dabei aber selbst Opfer und müssen vor einem Choleriker fliehen. Sie versuchen, an Geld zu kommen, indem sie vortäuschen, für notleidende Tiere Geld zu sammeln. Schließlich setzen sie illegal einen eigenen Land-Claim, doch beides hat ebenfalls keinen Erfolg. Schließlich landen die Drei trotz vorhandener Schauspieltalente nur als Statisten beim Film...

Tragisch komische Szenen

In den tragisch komischen Situationen entwerfen die Akteure immer wieder Möglichkeiten, um ihr Leben zu finanzieren. Dabei wird offenbar, dass niemand dem System des Geldes entfliehen kann. Nur ihre gegenseitige Fürsorglichkeit vermag die Frauen durch den kapitalistischen Parcours zu tragen, der die Fragen nach der Würde des einzelnen beinhaltet, nach der Bereitschaft, einen Teil von sich selbst aufzugeben. Es spielen Christiane Athmer, Barbara Feldbrugge, Şermin Kayık; Ausstattung: Anna Ignatieva.

Vorstellungstermine:
Mi. (8.7.) Premiere, Do. (9.7.), Fr. (10.7.), Sa. (11.7.), jeweils 20 Uhr.