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Dortmunder Hommage an Tana Schanzara

03.02.2010 | 11:12 Uhr
Dortmunder Hommage an Tana Schanzara

Bochum/Dortmund. In Bochum gibt es keine Initiative, der Volksschauspielerin Tana Schanzara ein bleibendes Denkmal zu setzen. In Dortmund ist jetzt zumindest eine Hommage an die große Komödiantin des Ruhrpotts geplant.

Offiziell hüllt sich Bochum nach wie vor in Schweigen, wenn es darum geht, Tana Schanzara in irgendeiner Form ein bleibendes Andenken zu setzen. Wenn man bedenkt, dass Köln für den dortigen Volksschauspieler Willy Millowitsch schon zu dessen Lebzeiten ein Denkmal aufgestellt hat, ist es betrüblich, dass die „Revierduse" in Bochums Politik und Verwaltung beinahe schon wie vergessen wirkt. Immerhin war die Volksschauspielerin 50 Jahre lang am Schauspielhaus engagiert. Ihr erster Todestag Ende 2009 ging sang- und klanglos vorüber. Da ist es für Bochum umso unangenehmer, dass nun in der Nachbarstadt Dortmund ein Projekt an Tana Schanzara erinnern soll.

Über den Ruhrgebietsslang

Dort wird im Kulturhauptstadtjahr 2010 von Juli bis September der Ruhrgebietsslang im Mittelpunkt stehen. Einer der zentralen Programmpunkte soll dabei der „Tana-Schanzara–Nachwuchswettbewerb” sein, „eine Hommage an die große Komödiantin des Ruhrpott”, wie die Veranstalter schreiben. Geplant wird das dreimonatige Festival, das in Dortmund direkt nach der Fußball-WM in einem nostalgischen Spiegelzelt stattfinden soll, von der freien Theaterbühne „Fletch Bizzel”, deren Macher im Ruhrdeutschen den „märchenhaftesten aller deutschen Dialekte” sehen.

Die ersten Ausblicke

Wer sich die ersten Ausbllicke auf das Programm anschaut, muss allerdings auch Betrübliches feststellen. Es wird in DO anscheinend nach wie vor davon ausgegangen , dass sich das Ruhrdeutsche nur für Witzeleien eignet, treten doch vornehmlich Kabarettisten wie die Bochumer Jochen Malmsheimer oder Frank Goosen auf. Versuche, mit dem Ruhrslang ernsthafter umzugehen, wie es Jürgen Lodemann lange Jahre versucht hat, scheinen in der Spurensuche nach dem Ruhrdeutschen unter den Tisch zu fallen. Ein leichter Trost bedeuten in dieser Hinsicht manche Filme von Adolf Winkelmann, in denen dem Ruhrdeutschen das Deftige zwar nicht genommen wird, Winkelman indessen behandelt den hiesigen Slang mit großem Sprachgefühl.

Werner Streletz

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