Dirks muss weiter warten
30.11.2007 | 21:15 Uhr 2007-11-30T21:15:01+0100... und die Wirtschaftsförderung auf ihre Betriebsgründung. Die Verwaltung zog gestern alle Beschlussvorschläge zurück. "Bochum macht jung" wird unterdessen positiv benotet
Die eigenbetriebsähnliche "Wirtschaftsförderung Bochum" muss auf den erhofften Startschuss weiter warten, ihr designierter Chef Heinz-Martin Dirks auf seine Berufung zum Geschäftsführer. Gegen den Amtsleiter läuft bekanntlich ein Disziplinarverfahren, weil er bei der Auftragsvergabe zu der Werbekampagne "Bochum macht jung" pflichtwidrig gehandelt haben soll. Gestern zog die Verwaltung die Beschlussvorlage inklusive Betriebssatzung, Wirtschaftsplan 2008 und Chefkür zurück. In diesem Jahr wird da nichts mehr entschieden.
Ob Bochum wirklich jung macht, mag dahingestellt bleiben - aber sicher ist: Die Kampagne hält zumindest das Rathaus in Schwung. Dezernent Paul Aschenbrenner teilte gestern im Wirtschaftsausschuss mit, die Essener Agentur CP Compartner habe mitgeteilt, dass sie den Rahmenvertrag zur Werbekampagne mit der Stadt zum nächstmöglichen Termin kündigen werde. Es sei "der einzig mögliche Schritt, die Diskussion um die Vergabe zu beenden". Jetzt soll der Auftrag europaweit ausgeschrieben werden. Daran will sich CP Compartner gegebenenfalls wieder beteiligen.
Compartners "strategische Allianz"-Partner, die Bochumer Marktforscher Foerster & Thelen, werden guten Anteil daran haben, wenn die Werbeaktion eines Tages fortgesetzt wird. In einer aktuellen Stichprobe hatten letztere ermittelt, dass die Stadt in den Augen von Einheimischen und Reviernachbarn über beträchtliches Ansehen verfügt, was Wissenschafts- und Kulturangebot anbelangt, dito Lebensqualität und Shopping-Attraktionen. Auffällig, dass in etlichen Disziplinen die Auswärtigen Bochum besser benoteten als die Bochumer selbst - auch bei der Feststellung: "Bochum hat sich zu seinem Vorteil verändert."
Die "... macht-jung"-Kampagne ist 57 Prozent der Bochumer erinnerlich - wenn auch nicht auf Anhieb und vielfach eher über die Vergabe-Diskussion. "Der Slogan gefällt mir", kriegte 6,1 von 10 Zustimmungspunkten. "Die Kampagne ist nicht wirkungslos an den Bochumern vorbeigerauscht", bilanzierte Studienleiter Patrice Pies. Und: "Sie haben kein Geld zum Fenster rausgeworfen."

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