Die USA bleiben das beliebteste Ziel

Seit mehr als zehn Jahren richtet der Bildungsberatungsdienst Weltweiser eine Jugendbildungsmesse aus. Inzwischen finden bundesweit 30 Messen statt, regelmäßig im Oktober auch eine in Bochum. „Das hat sich ständig gesteigert“, sagt Bildungsberaterin Hanna Grohmann. „Der Bedarf, das Interesse an Infos zu kommen ist sehr groß.“

7000 Schüler jährlich

Die Zahl an Unternehmen, die Schüleraustausch anbieten ebenso. Auf mehr als 90 beziffert Grohmann sie. Da fällt die Auswahl schwer. Beim Gastland dagegen ist die Verteilung eindeutig. Das mit Abstand beliebteste „Land“ ist die USA. Etwa 7000 deutsche Schülerinnen und Schüler wohnten im Schuljahr 2013/14 für fünf oder zehn Monate in einer amerikanischen Gastfamilie und besuchten eine öffentliche Schule. Dahinter folgen Kanada, Australien, Neuseeland und als erstes europäisches Land Großbritannien.

Weiblich dominiert

Unverändert ist zudem, dass der mehrmonatige Schüleraustausch eindeutig weiblich dominiert ist. Knapp zwei Drittel aller Programmteilnehmer sind Mädchen. Dieses Verhältnis ist in den letzten Jahren so gut wie konstant geblieben. Rückläufig aber sind die Teilnehmerzahlen. Sie gingen im dritten Jahr in Folge zurück, so dass sie sich jetzt auf dem Niveau des Schuljahres 2008/09 befinden. „Der Grund hierfür ist sicher die Schulzeitverkürzung im Zuge der Umstellung von G9 auf von G8“, sagt Grohmann. „Sie hat bei Jugendlichen, Eltern und Lehrern zu erheblichen Unsicherheiten geführt.“

Wer sich allerdings einmal entschieden hat und vor Ort ist, bleibt es auch in den allermeisten Fällen. Nur rund zwei Prozent aller Teilnehmer brechen aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Programm freiwillig ab“, sagt Grohmann. „Ein Prozent der Schüler wird aufgrund von Verstößen gegen die Gesetze des Gastlandes oder die Richtlinien ihrer Austauschorganisation zum Teil schon nach wenigen Wochen zwangsweise zurück nach Deutschland befördert. Die Gründe hierfür sind vor allem im Bereich Alkohol und anderen Drogen zu finden. Darüber hinaus müssen noch weitere 0,5 Prozent aller Austauschschüler aufgrund von Essstörungen vorzeitig zurückkehren, unter ihnen in der übergroßen Mehrheit Mädchen.“