Die Sternsinger sind wieder in Bochum unterwegs

Von links: Lebuin Kruse (7, Balthasar), Johannes Bracht (7, Melchior) und Adrian Fietmeier (9, Kaspar).
Von links: Lebuin Kruse (7, Balthasar), Johannes Bracht (7, Melchior) und Adrian Fietmeier (9, Kaspar).
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Seit dem 2. Januar sind die Heiligen Drei Könige im Einsatz für einen guten Zweck. In diesem Jahr sammeln sie für philippinische Kinder.

Bochum.. In den Räumlichkeiten der Alten Propstei wird der Platz knapp: Auf engstem Raum tummeln sich 13 Kinder samt begleitenden Geschwistern und probieren ihre Kostüme an. Es gilt, die passende Kopfbedeckung sowie eine nicht zu langes weißes Gewand zu finden, über das abschließend noch der orientalisch angehauchte bunte Mantel gezogen wird.

Eltern versuchen den Überblick zu behalten, die Kinderschar in Gruppen einzuteilen und Getränke für unterwegs zu verteilen. Ganz so chaotisch, wie es auf den ersten Blick scheint, ist das Treffen der Sternsinger der Peter & Paul-Gemeinde jedoch nicht: „Wir haben uns bereits am vergangenen Sonntag getroffen um Kostüme zuzuweisen und Texte zu üben.“, erklärt Gemeindereferentin Monika Galluschke. Vorbereitung ist alles: Die begleitenden Elternteile bekommen den Neujahrssegen zum Aufkleben für die Türen und einen Block für die Spendenquittungen in die Hand gedrückt.

Sogar ein offizielles Ausweispapier gibt es, mit dem die Gruppen sich als legitime Spendensammler der Gemeinde unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit!“ ausweisen können. In diesem Jahr gehen die Spenden an Projekte auf den Philippinen, wo Kinder an Mangel- und Unterernährung leiden. Noch schnell den an einem Stab befestigten Stern mit den Texten für den Notfall eingesteckt und schon geht es los. Jede Gruppe hat eine Liste mit Straßen, in denen sie Spenden sammeln dürfen. Die Gemeindemitglieder konnten sich zuvor schriftlich in der Kirche anmelden, um Besuch von den Heiligen Drei Königen zu bekommen.

Spezieller Service für Berufstätige

„Das bieten wir seit drei Jahren als speziellen Service an“, sagt Propst Michael Ludwig. „Für Berufstätige ist es so einfacher, auch wirklich zu Hause zu sein, wenn die Sternsinger kommen.“ In manchen Gemeinden Bochums sei es schon seit vielen Jahren üblich, nur noch auf Bestellung zu kommen, sagt Propst Ludwig. „Aber wir machen beides. Wir wollen möglichst an jeder Tür klingeln, so dass jeder seinen Segen bekommt.“

Gerade in der dicht besiedelten Innenstadt gestaltet sich dies mitunter schwierig. Denn durch den demografischen Wandel gibt es immer weniger Kinder, die sich zum Sternsingen melden. „Die Altenheime und Krankenhäuser in der Stadt schaffen wir nicht alleine“, sagt Propst Ludwig. „Wir haben aber eine Art Nachbarschaftshilfe aufgebaut. Die Sternsinger aus Grumme helfen uns und übernehmen das St. Josef-Hospital.“ Anmeldungen kommen von Kindern ab sechs Jahren bis weit ins Teenageralter hinein. „Es melden sich auch 18-Jährige, die setzen wir dann als Betreuer ein“, erzählt Propst Ludwig.