Die Musik spielt im Versuchslabor
21.09.2011 | 17:59 Uhr 2011-09-21T17:59:38+0200
„Ein verrücktes Experiment am lebenden Publikum“, nennt Hausherr Thomas Wessels das, was die Reihe „Urban Urtyp“ nun schon in ihrer zweiten Spielzeit anstellt. Mit dem zahlreichen Erscheinen der humanen Versuchskaninchen hat es in der Vergangenheit nicht immer gut geklappt - trotz hochkarätiger internationaler Gäste und barmherzigem Eintrittspreis.
Immer wieder sonntags wurden vom offenen Organisationsteam tolle Acts in der Christuskirche präsentiert. Dort wird bei den Konzerten ein Kubus errichtet, ein mit Plastik-Bahnen abgehängter Raum im Raum, der Club-Atmosphäre schafft in der Weite des Kirchenschiff. Darin tummelten sich schon ein kanadischer Klezmer-Punk wie Geoff Berner, eine Industrial-Band von den Färöer-Inseln oder auch die glamouröse House-Diva Billy Ray Martin.
Mit einer Finanzspritze der Sparkassen-Stiftung kann das Team nun gestärkt in die zweite Saison gehen, die am Sonntag, 25. September, mit drei regionalen Acts bei „Urban Urtyp # 11“ eröffnet wird, die gemeinsam ein breites Spektrum urbaner Musik abdecken.
Musik mit Klavier und Tischtennisbällen
Fest steht auch schon der Gast der zwölften Ausgabe am 16. Oktober: der Düsseldorfer Musiker Hauschka kommt dann zu einem Solokonzert. Mit seinem präparierten Klavier wird er inzwischen weltweit gebucht. Die Magie seiner Musik, die mit Hilfe von Tischtennisbällen, Vibratoren, Gaffa-Tape, Kronkorken oder Radiergummis entsteht, war es auch, die so etwas wie die Urszene von Urban Urtyp darstellte. Vor gut zwei Jahren spielte er im Rahmen des Musiksommers hier in der Christuskirche. Ein Konzert, das die heutigen Macher auf die Idee brachte, urbane Musik mitten in die Stadt zu holen. Jetzt kehrt Hauschka zurück, diesmal in den Plastik-Kubus.
Ein weiter absoluter Meister der Tasten ist schon für Januar gebucht. Der Michael Wollny ist zweifacher Echo-Jazz-Preisträger.
Saisonauftakt mit lokalen Bandprojekten
Beim Saisonauftakt am Sonntag (ab 19 Uhr) gastieren allerdings Namen, die einer überregionalen Entdeckung noch harren: Moonbike, utopia:banished und das Kasia Bortnik Trio haben sich aber durchaus schon allerhand Meriten erspielt.
Moonbike ist ein Duo aus Bochum, das elektronisch verquirlten Downbeat-Elektrofunk und Gelassenheit verbindet. Zu ihrem Live-Konzert kommen die Moonbiker Peter Buhr und Jörg van Steeg mit Gitarre und E-Drums, mit allerlei elektronischem Gerät und interaktiven Videoprojektionen.
„utopia:banished“ sind vier Jungs aus dem Revier, die eine Art Post-Industrial-Elektronik-Rock machen, mit Anleihen aus Drum ‘n Bass und TripHop.
Das Kasia Bortnik Trio musiziert so etwas wie eine polnische Mischung aus Jazz und Pop. Bortnik singt in Englisch und Polnisch und baut gerade ihr eigenes Trio auf mit Johan May an der Gitarre und Benny Garcia am Bass.

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