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Die "Comödie" ist am Ende

30.07.2008 | 23:13 Uhr

Nach 14 Jahren schließt Intendant Jochen Schroeder sein Boulevard-Theater am Ostring wegen Zahlungsunfähigkeit, auch seine "Comödie" in Duisburg. Seit Jahren kämpfte der beliebte Schauspieler gegen Finanznöte

Aus der schöne Traum, an dem sich so viele Zuschauer erfreuen konnten: Nach 14 Jahren warf Intendant Jochen Schroeder das Handtuch und stellte wegen Zahlungsunfähigkeit den Betrieb seiner beiden Boulevard-Theater "Comödie Bochum" und "Comödie Duisburg" ein. Dies schrieb er am Mittwoch, 30.Juli 2008, der WAZ.

Einige Stunden zuvor hatte die Redaktion versucht, ihn über sein Handy zu erreichen, weil sich Gerüchte über eine drohende Insolvenz der "Comödie" verdichtet hatten. Doch Schroeder rief nicht zurück, langte stattdessen zur Feder und übermittelte so "eine betrübliche Nachricht", wie er es nannte. Den Betrieb der beiden Häuser habe er ab sofort einstellen müssen, weil die Mittel, die er aus seiner Tätigkeit als Schauspieler, Regisseur und Intendant in die "Comödie" einbringen konnte, "erschöpft sind". Dasselbe gelte für die "Zugeständnisse der Gläubiger".

Der Kampf ums liebe Geld hatte das Bühnengeschehen der "Comödie" seit etlichen Jahren begleitet, lauerte jenseits der lustigen Aufführungen, die Schroeder, der "Pfleger Mischa" aus der "Schwarzwaldklinik", seit 1994 in der einstigen Schulaula am Ostring zur Gaudi vieler Zuschauer inszenierte.

Zu den Gründen des Niedergangs seiner Bühnen sagte er jetzt, auch die "weiter voranschreitende Event-Kultur mit Dumpingpreisen" hätten zu der betrüblichen Entwicklung beigetragen. Auch, dass die "angemieteten Räumlichkeiten nicht mehr den heutigen Erwartungen entsprechen".

Zu seinen Gläubigern gehört die Stadt Bochum. Dort waren neue Mietrückstände angewachsen, obwohl die Stadt die Miete für die Ex-Aula im Jahr 2004 um zehn Prozent gesenkt hatte. Schleppende Zahlungsweise wurde auch von Schauspielern beklagt. Dreimal stand die Comödie Bochum GmbH & Co. Betriebs-KG in letzter Zeit auf dem Verhandlungsplan des Arbeitsgerichts, berichtete die WAZ noch Anfang Mai 2008.

Immer wieder hatte Schroeder darauf hingewiesen, dass er für seine Boulevard-Theater keine Subventionen bekomme. So habe er Mitarbeiter vor der Einstellung darauf hingewiesen, dass es sein könne, dass man länger auf sein Geld warten müsse.

Weitere Erklärungen will Schroeder "nach Bestellung unseres Insolvenzbetreuers" abgeben. Ein Insolvenzantrag war noch nicht eingegangen, sagte das Amtsgericht auf Nachfrage. Auch die Stadt Bochum - so Pressesprecher Thomas Sprenger - erklärte, ihr sei davon nichts bekannt. Ahnungslos zeigten sich gleichfalls die Stadtwerke Bochum, die Schroeders "Comödie" seit vielen Jahren fördern. Noch im Mai hatte Schroeder Zuversicht geäußert: "Es gab schwierigere Zeiten."

Kommentar

Von Rolf Hartmann Foto: WAZ, Ingo Otto

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Kommentare
19.08.2008
09:50
Die Comödie ist am Ende
von Hannelore und Edith | #12

Zuerst einmal ist es bitter für die Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Als Abonnenten sind wir jedoch ebenfalls mehr als ärgerlich. Sicher hätte man das Konto schließen können, so dass kein Geld mehr eingezahlt werden konnte. Zudem hätten wir von der Stadt Bochum, die über den insolventen Zustand informiert war mehr Schutz für die Bürger erwartet. Große Worte, dass die Comödie ein Aushängeschild für die Stadt war - helfen uns da wenig.

06.08.2008
01:33
Die Comödie ist am Ende
von Monique | #11

Immer zielt alles an Kommentar auf Herrn Schroeder--
aber es hängen so viele Mitarbeiter mit drin und die haben nun die Arschkarte!! :-(
Die kleine Theaterfamilie darf nun nicht mehr lachen machen... und das war immer deren Begehr! Deswegen wurde auch teilweise lange auf die Gagen gewartet... Bin traurig über die Entwicklung!
Und grundsätzlich an alle: nicht grosskotzig hier herum(ver)urteilen-- das ist einfach, aber ein privates Theater zu führen sicher nicht.
Bochum ist nun ärmer.

31.07.2008
21:09
Die Comödie ist am Ende
von donjon | #10

Dass die Komödie geschlossen hat, finde ich wirklich sehr bedauerlich, denn ich finde es für jedes kleines Theater schade, wenn es schließen muss. :(

Bochumer Theater sind eine Bereicherung der Stadt, sowie es bei uns in Essen auch ist.
donjon

31.07.2008
17:41
Die Comödie ist am Ende
von Ruhrpott78 | #9

@donjon
Dass du die Schließung bedauerst, kann mann kaum glauben. Eher geht es dir doch darum Werbung für das Freudenhaus zu machen. Sehr origineller Name wie ich finde. Wenn langjährige Betriebe aufgrund von nicht gegebener Liquidität schließen, ist das immer bedauerlich. Aber leider im Moment echt kein Einzel-Schicksal mehr in Bochum. (Nokia, Astroh-Küchen, Wehmeiyer, Prater etc.)
Ruhrpott78

31.07.2008
12:59
Die Comödie ist am Ende
von Bochumer Jung | #8

Rettet die Comödie !!! , aber bitte ohne Herrn Schröder .

31.07.2008
12:38
Die Comödie ist am Ende
von donjon | #7

Auch als Essener bedauere ich es sehr, dass die Komödie in Bochum geschlossen hat. Ich bin da gerne hingegangen, denn die Stimmung war immer spitze.
Allerdings haben wir im Ruhrpott ja die besten Alternativen für die Zukunft. Ich denke da an das Theater Freudenhaus in Essen Steele ---> www.theater-freudenhaus.de
Ein tolles kleines Theater mit den schönsten Ruhrgebietskomödien. Die Stimmung ist einfach nicht zu toppen.
Ist aber auch kein Wunder, denn die Schauspieler sind mit Herz und Seele dabei.

donjon

31.07.2008
11:44
Die Comödie ist am Ende
von Der Leser | #6

Ich hätte die Komödie auch gerne gefördert, hatte aber kein Geld mehr übrig, nachdem ich meinen privaten Kulturetat bereits an die Symphoniker und deren kühnes Projekt der nächsten vierzehn Jahre gewidmet habe!

31.07.2008
11:15
Die Comödie ist am Ende
von Ilse | #5

Rufen sie Hr. Stratmann vom Mondpalast an. Fragen sie nach, wie der Vertrag mit der Stadt Herne aussieht. Fragen sie nach Sponsoring ,Subventionen und Förderung.

31.07.2008
08:42
Die Comödie ist am Ende
von Gido Glunz Recklinghausen | #4

Die Stückauswahl der letzten Saison war eine absolute Katastrophe - keine Aufführung die nicht flach war und unter die Gürtellinie ging. Als Abonnent der ersten Stunde habe ich trotzdem vor einigen Wochen die Abo-Rechnung für die kommende Spielzeit beglichen. Für meine Treue werde ich nun noch derart bestraft, denn das Geld sehe ich wohl nicht wieder. Schwache Aufführung Herr Schroeder.....

31.07.2008
07:27
Die Comödie ist am Ende
von Geschw. | #3

Herr Schröder jammert, dass er als privates Theater keine Subventionen erhält und deshalb Insolvenz anmelden musste. Hallo?!
Der Mondpalast in Wanne-Eickel ist auch ein privates Theater, das keinerlei Subventionen kassiert. Der Laden ist kerngesund und läuft super!
Also doch wohl alles nur eine Frage der Führugskräfte,oder??

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