„Die Aktion zur 5. Strophe war wirklich wunderbar“

Zum 30. Geburtstag von „4630 Bochum“ haben WAZ und Radio Bochum im vergangenen Jahr im Rahmen einer großen Aktion eine 5. Strophe für unsere Stadthymne „Bochum“ ermittelt. Sie haben immer gesagt, dass sie diese im Stadion singen werden. Jetzt ist es soweit. Am 19. Juni wird es ein Jubiläumskonzert geben. Wie kam es jetzt so schnell dazu?

Den Wunsch, in Bochum zu spielen, gab es von Anfang an. Wir sind das aber ruhig und gelassen angegangen. Und am Abschlusswochenende der Tour passt das einfach wunderbar.

Das Konzert in Bochum wird aber kein normales im Rahmen der „Dauernd jetzt“-Tour, sondern ein ganz besonderes.

Wir werden in erster Linie, was wir sonst nicht mehr machen, das Album Bochum spielen, vielleicht mit Ausnahme von ein, zwei Stücken. Natürlich gehören auch Sachen von „Dauernd Jetzt“ und ältere Hits wie „Mensch“ zum Programm.

Das hört sich nach einem exklusiven Heimspiel an.

Ja, das hat auch für uns etwas Sentimentales. Man glaubt es ja selber nicht, dass man jetzt schon dreißig Jahre davon entfernt ist. Auf allen Tourneen war „Bochum“ mit „Flugzeuge“, „Männer“, „Alkohol“ oder „Mambo“ aber immer stark vertreten.

Haben Sie denn die anderen Songs der Platte überhaupt noch auf dem Schirm oder müssen Sie üben?

Ja, das müssen wir. „Amerika“, „Jetzt oder nie“ oder „Fangfragen“ müssen wir uns neu draufschaffen.

Wie habe ich mir das vorzustellen?

Wir müssen die Sounds suchen, die Harmonien, die Texte lesen. Das Schöne aber ist, dass wir als Band im Grunde 33 Jahre zusammen sind. Wir werden aber versuchen, die Songs so zu arrangieren, dass sie etwas zeitgemäßer klingen. Bochum aber nicht, das steht wie eine Bank.

Dafür werden Sie Bochum erstmals mit fünf Strophen singen.

Logisch. Ich hoffe, viele singen mit. Die Aktion war wirklich wunderbar. Egal, wie alt ich bin oder werde, Bochum ist immer meine Heimat. Auch die WAZ gehört dazu, mit der bin ich groß geworden.

Zu Bochum gehört Opel. Das Werk hat Ende 2014 geschlossen. Sie hatten in dem Zusammenhang angekündigt, etwas für die Opelaner tun zu wollen. Nun halten Sie Wort. Die komplette Belegschaft darf gratis ins Konzert.

Ja, man kann ja als Künstler nicht so viel tun. Diese Einladung ist für mich eine Geste der Solidarität. Alle Opelaner sind ganz, ganz herzlich eingeladen, mit einer Begleitperson. Ich hoffe, dass so viele wie möglich kommen.

Sie haben ein Opel-Lied im Repertoire. Werden Sie Kadett spielen?

Das ist eine gute Idee. Ja, das werden wir spielen. „Susi ist viel schärfer als Gabi und Marie, und wenn ich eine will, dann will ich nur sie. Und auch, wenn sie mich noch so sehr drängte, mit ihr ging ich nicht ins Bett. Denn Heinzken ist noch viel schärfer, und Heinz, das ist mein Kadett.“ Den kann ich noch den Text.

Sie sollen ohnehin ein Faible für Autos haben. Im Zuge unser Aktion die 5. Strophe hat uns ein Leser davon berichtet. Er sagte, er habe Ihnen an der Castroper Straße mal einen giftgrünen Saab 96 verkauft. Erinnern Sie sich?

Ja, logisch. Der Wagen hatte eine Fliehkraftkupplung. Ich war damals am Theater und habe mir das Auto von meinen ersten Gagen gekauft. Ich bin wirklich ein ziemlich Autoverrückter. Ich habe heute noch einen Saab turbo und ein Saab Cabrio.

Fahren Sie heute mehrere Autos?

Einige. Ich sammle Autos, vor allen Dingen welche, die man früher gefahren hat. Ich habe mir gerade erst einen Golf GTI gekauft. Einen Golf eins. Ich besuche auch gern die Oldtimermesse in Essen. Das habe ich von früher. Ich bin immer zum Automarkt nach Essen-Bergeborbeck gefahren und habe mir da für 200, 300 Mark Autos gekauft, welche ich dann wenige Monate gefahren und wieder verkauft habe.

Mit Gewinn?

Mir ging es nicht ums Handeln, ich hatte einfach wenig Geld. Aber meine Kinder haben mir mal ein Visitenkarte zu Weihnachten geschenkt, da stand drauf: Gastronomie, Gebrauchtwagen und Entertainment. Wenn man aus dem Ruhrgebiet kommt, hat man halt eine starke Affinität zu Autos – und natürlich zum Fußball.

Apropos Fußball. Auf der neuen Platte findet sich mit „Der Löw“ auch ein Song mit Bezug zur Fußball-WM 2014. Sie waren inspiriert vom 7:1 gegen Brasilien.

Ja, das Lied habe ich nach diesem Spiel geschrieben. Es waren zuerst alle Spielernamen aufgezählt, aber das war ein bisschen platt. Nach dem Finale habe ich den Text umgeschrieben. Das Brasilienspiel hat einen schon sehr geprägt, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Und ich verfolge Fußball seit ich mit vier Jahren erstmals beim VfL war. Da spielten die noch in der Westfalenliga.