Deutsche Annington investiert in Aus- und Weiterbildung

Handwerker und Objektleiter wie Hartmut Steinhausen, einem früheren Opelaner, zu finden wird in der Immobilienbranche immer schwerer.
Handwerker und Objektleiter wie Hartmut Steinhausen, einem früheren Opelaner, zu finden wird in der Immobilienbranche immer schwerer.
Foto: Winfried Labus / FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Deutsche Annington gründet mit dem Europäischen Bildungszentrum der Wohnungswirtschaft eine Weiterbildungseinrichtung – die „Annington-Akademie“.

Bochum.. Die Größten werden sie bald sein, was die Anzahl der Wohnungen (350.000) und ihren geschätzten Wert (21 Milliarden Euro) betrifft. Die Übernahme des Konkurrenten Gagfah macht es möglich. Aber damit wollen sie sich bei der Deutschen Annington offenbar nicht begnügen.

Der Immobilienriese mit dem Hauptsitz Bochum hat vor einigen Tagen eine eigene „Annington-Akademie“ gegründet. Gemeinsam mit dem Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ), das ebenfalls in Bochum beheimatet ist, wird die Annington das Fort- und Weiterbildungsangebot für ihre momentan bundesweit 3400 Beschäftigten bündeln. Durch die Übernahme der Gagfah würden es künftig noch einmal 1600 mehr werden.

Auch Langzeitarbeitslose werden eingestellt

25 Prozent mehr als bislang und dann, so Unternehmenssprecherin Nina Henckel, ein mittlerer dreistelliger Euro-Betrag pro Person, sollen jährlich für die Entwicklung des Personal ausgegeben werden, um es fit zu machen für die Anforderungen des Marktes. Das Angebot werde breiter, aber auch spezifischer. So wird etwa das Kommunikationstraining für Hausmeister und Objektverwalter künftig von einem Kommunikationstrainer mit Erfahrung in der Wohnungswirtschaft erledigt.

Mit der Akademie-Gründung reagiert die Annington aber auch auf den demografischen Wandel. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen rechnet ein Drittel der Unternehmen in der Branche in den nächsten Jahren mit einem Fachkräftemangel. „Auf diese Entwicklung bereiten wir uns vor“, sagt Rolf Buch, seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Annington.

„Aus- und Weiterbildung fördert natürlich auch die Attraktivität eines Arbeitgebers“, so Unternehmenssprecherin Nina Henckel. Noch schwerer als bislang dürfte es nach den Erwartungen der Immobilienunternehmen künftig vor allem werden, das geeignete Personal für die handwerklichen Aufgaben zu werden.“ Schon jetzt geht die Annington dabei buchstäblich weite Wege. So hat sie unlängst die ersten fünf Handwerker aus Rumänien eingestellt. Längst geht die Suche nach geeignetem Personal über die Grenze hinaus. In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter werden aber auch, so Nina Henckel, Langzeitarbeitslose eingestellt. 40 waren es im vergangenen Jahr in NRW. Derzeit arbeiten in der unternehmenseigenen Handwerkerorganisation TGS mehr als 2000 Mitarbeiter.