DerWesten-Nutzer diskutieren über den verkaufsoffenen Sonntag
06.02.2012 | 15:04 Uhr 2012-02-06T15:04:00+0100Bochum. Der Stadtrat hat es so beschlossen: im Jahr 2012 wird es in Bochum keinen verkaufsoffenen Sonntag geben. Seit der Bekanntgabe dieser Entscheidung ist zwischen den DerWesten-Nutzern eine lebhafte Diskussion entbrannt. Viele Leser begrüßen den Versuch, den Sonntag wieder zu einem echten Ruhetag zu machen. Doch auch kritische Stimmen werden laut. Müssen Bochums Einzelhändler nun um ihre Umsätze bangen?
Der Sonntag ist ein Ruhetag und so soll es auch bleiben. So sehen es die Gegner der verkaufsoffenen Sonntage und begrüßen die Entscheidung des Bochumer Rates. „Meinen Respekt für die Entscheidung an die Verantwortlichen“, schreibt Volksentscheid. „Anscheinend scheint bei einigen Ratsmitgliedern noch ein Funken Verantwortung und soziales Gewissen vorhanden zu sein.“
Dongiovanni begrüßt ausdrücklich den Mut der Bochumer Verwaltung, mit dieser Entscheidung gegen den Strom zu schwimmen: „Genau so lobenswert finde ich die unpopuläre Entscheidung, auf die verkaufsoffenen Sonntage zu verzichten. In Bochum wird scheinbar eine Politik mit dem Kopf gemacht.“
Sonntag ist Ruhetag
Vielfach ist die Kritik an der Sonntagsarbeit eher genereller Natur und bezieht sich nicht direkt auf den Bochumer Einzelhandel. „Sonntagsarbeit sollte auf gesellschaftlich notwendige Tätigkeiten beschränkt bleiben “, meint oeschy51. Er bestreitet nicht, dass es notwendig sei, dass Ärzte oder Krakftwerksmitarbeiter an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Doch die Gesellschaft soll alles daran setzen, das möglichst viele Menschen einen gemeinsamen freien Tag beibehalten können
Viele Nutzer bezweifeln offen den Sinn eines verkaufsoffenen Sonntags. „Wer was kaufen will, findet sicherlich auch einen anderen Tag, gerade wo viele Geschäfte bis 22.00 Uhr und länger geöffnet haben“, schreibt Bodesein. Für ihn soll Bochum mit dieser Entscheidung die Gegenentwicklung zu einem Trend mit immer mehr verkaufsoffenen Sonntagen einläuten. Negative Folgen für den Einzelhandel sieht Bodesein nicht: „Und ich vermute, kein Geschäft wird wegen der Streichung der verkaufsoffenen Sonntage Pleite gehen. Oder andersrum: Wenn ein Laden nur mit Hilfe des verkaufsoffen Sonntags bestehen kann, sollte es besser schließen!“
Sind verkaufsoffene Sonntage wirklich notwendig?
Auch digo4165 sieht das Problem eher bei den Händlern: „Der Einzelhandel stagniert mit dem Umsatz seit Jahren. Ich erinnere mich an die Zeiten als der lange Donnerstag eingeführt wurde, schon damals war kein Mehrumsatz zu erzielen. Es war lediglich eine Umsatzverteilung.“
Hansreiner befürwortet verkaufsoffene Sonntage und befürchtet nach deren Abschaffung Wettbewerbsnachteile für die Bochumer Händler. „Schon jetzt leidet Bochums City unter der Konkurrenz durch Essen, dem Centro und Dortmund“, schreibt der Nutzer. „Auch die mir bekannten Beschäftigten im Einzelhandel sind froh, den Zusatzeuro noch einstecken zu können, den sie durch diese Überstunden verdienen.“ Gbnhufdc verweist ironisch auf die zu erwartenden Dankesworte aus der Einkaufsstadt Essen. Man freue sich dort bestimmt schon auf die zusätzlichen Kunden aus Bochum.
Bochumer Händler müssen Wettbewerbsnachteile fürchten
„Der Einzelhandel ist eine Dienstleistung. Der Kunde ist König, da kann man etwas mehr Flexibilität erwarten“, fordert nichtzuglauben. „Keiner erwartet vom Einzelhandel an allen Sonntagen geöffnet zu haben, es ist also jedem Beschäftigten durchaus zumutbar, an einigen auserwählten Tagen zu arbeiten, so wie andere Berufsgruppen es an jedem Sonntag müssen.“
Sind starre Regelungen die richtige Lösung? Sweettween fordert die Abschaffung des Ladenschlussgesetzes, so dass die Ladenöffnungszeiten direkt vom Händler vor Ort bestimmt werden können. „Kein verkaufsoffener Sonntag kann nicht der richtige weg sein. Der richtige Weg müsste vielmehr sein, das Ladenschlussgesetz vollständig zu beseitigen und dem Einzelhandel damit die Möglichkeit für selbst bestimmte Öffnungszeiten zu geben.“
Einzelhandel ist Dienstleistung
Mancher Nutzer begegnet der Diskussion mit Unverständnis. „Die Bochumer Innenstadt bietet gar keinen Anreiz, um mal eben zum Einkaufen reinzufahren“, schreibt Janko123. „Deshalb können die Geschäfte öffnen wie sie wollen.“

13:18
ich finde das verbot sehr gut muss aber auch sagen ich finde es sehr schlecht von den Rat der Stadt oder der Städte außerhalb der Citys immer mehr und immer größere einkauf Centren zu genehmigen denn das ist das was die City der Städte leer fegt und da wurde von seiten der Stadt Räte der Fehler gemacht die Ladenbesitzer oder einige davon haben auch im Ruhr park ein laden und merken das der laden Ine City nicht mehr so gut läuft weil viele in den Ruhr park fahren und deswegen wollen sie die Bürger sonntags ihn ihre Läden locken aber wie es auch sei da sollte der Rat jetzt wenn die verkaufsoffene Sonntage wieder eingebracht werden das Wort den Bürger geben und den Bürger darüber abstimmen lassen denn der Rat hat ja schon darüber abgestimmt also Volksbegehren zu lassen
12:05
Die Entscheidung der Stadt ist absolut weltfremd. So eine Entscheidung kann nur von Personen getroffen werden, deren Bezüge unabhängig von der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers eintreffen.
Wer sich bewusst macht, dass Existenzen und Einkünfte abhängig sind von verkaufsoffenen Sonntagen, kann bei dieser Entscheidung nur den Kopf schütteln.
Darüber hinaus schwächt man die ohnehin schon im Abschwung befindlichen Vororte wie Linden, Langendreer oder Wattenscheid. Mit dem verkaufsoffenen Sonntag bestand für die Vororte die einmalige Chance, Kunden anzulocken, die sonst lieber in Stadtzentrum gehen.
Die unten angeführten Gründe der Nutzer luke und Pamphlet sind m.E. nicht tragfähig. Dass die "Betroffenen" an 4 Sonntagen im Jahr arbeiten müssen, ist zumutbar. Und als Käufer kann ich selber entscheiden, ob ich Sonntags die Familie besuche oder in die Stadt gehe.
Völlig abwegig ist es, Öffnungszeiten von der Kaufkraftentwicklung abhängig zu machen. Vielleicht sollte man gerade deswegen den Kaufkräftigen die Möglichkeit geben, an einem Tag zu shoppen, an dem Sie mal Zeit haben.
11:43
Was soll das Video bezwecken?
Der Titel lautet "Shopping-Stopp empört Bürger", aber so richtig empört ist eigentlich niemand. Und eindeutig gegen die Entscheidung sind eigentlich nur die drei befragten Einzelhändler bzw. deren Angestellte.
Die Umfrage zum Thema auf dieser Seite zeigt momentan bei über 400 Teilnehmern mit über 50 Prozent auch einen eindeutigen Trend für geschlossene Geschäfte am Sonntag.
Also was soll diese Stimmungsmache seitens derwesten.de?
16:37
Endlich mal eine Entscheidung, die den "Betroffenen" zu Gute kommt. Hoffentlich nehmen sich andere Städte daran mal ein Beispiel und entscheiden auch so. Der Sonntag gehört der Familie, Freunden, Verwandten etc. (Vom Ausspannen und Krafttanken mal abgesehen) Ich muss nicht am Sonntag shoppen gehen, ich nutze die Woche, oder den Samstag zum Einkaufen. In dieser Zeitspanne gibt es genug Möglichkeiten, sich mit Konsumgütern einzudecken. Und wenn ich es mal vergessen habe, etwas Notwendiges einzukaufen, muss ich halt zur "Selterbude" fahren. Die freuen sich darüber.
15:40
Die Kaufkraft hat allgemein nachgelassen und bedenkt man,daß überwiegend € 400, Kräfte beschäftigt werden, ist es erfreulich und zu begrüßen daß Bochum der Vorreiter dieser schwachsinnen Aktion ist.
Es bleibt zu hoffen, daß Ladenöffnungszeiten von 22.00 auf 20.00h reduziert werden auch zum Wohle des Personals.
Ohne bibelfest zu sein, sollte der Sonntag nach wie vor ein Ruhetag bleiben und der Familie gehören.
Gegen vier verkaufsoffene Sonntag in der Vorweihnachtszeit ist sicherlich nichts einzuwenden und wenn einige Kaufleute der Meinung sind, durch verkaufsoffene Sonntage floriere " alles besser ", unterliegen sie einem Irrtum.
15:11
Gute Sache, ein weiterer Grund wieder SPD zu wählen!