Der Zylinder ist hohl
07.10.2008 | 19:55 Uhr 2008-10-07T19:55:24+0200Bunker als Stütze für das Exzenterhaus ist entkernt.Schweres Bohrgerät soll eventuell auch mit einem Kran in die Röhre gehievt werden
Der Bunker an der Universitätsstraße/Ecke Oskar-Hoffmann-Straße ist inzwischen vollständig entkernt und präsentiert sich als hohler Zylinder. Er wird gleichsam als Fundament dienen für das künftige Exzenterhaus.
Demnächst stehen aufwändige Bohrungen für die Pfähle an, die den Bau tief im Grund sichern sollen. Sie werden bis in eine Tiefe von 20 Metern senkrecht an der U-Bahn vorbei eingebracht und sollen 60 Prozent der Last tragen; 40 Prozent stemmt der Bunker selbst. Auf die Trommel des Rundbunkers wird später das Hochhaus errichtet mit 15 verglasten Geschossen bei einer Gesamthöhe von 83,50 Metern. Im Aufbau werden jeweils fünf Etagen zusammengefasst und architektonisch gegeneinander gedreht.
"Für die Bohrungen benötigen wir ein großes Bohrgerät, das entweder durch das Einfahrtstor geschoben oder per Kran von oben einschweben wird", sagt Dr. Thomas Durchlaub von der Exzenterhaus Bochum GmbH. Das Einfahrtstor könnte dazu ausreichen bei einer Höhe von etwa 4,50 Metern. Das Bohrgerät ähnelt dem Fahrgestell eines Baggers mit Gestänge, das abklappbar ist. Die wesentlich aufwändigere und teurere Lösung wäre der Kran, denn das Bohrgerät wiegt zwischen 70 und 80 Tonen, zweieinhalb Mal so viel wie der Bagger, der vor einigen Wochen auf den Bunker gehievt worden war. "Wir würden gern reinfahren", sagt Durchlaub; das Verfahren werde noch abgewogen. Die eigentlichen Bohrungen werden etwa drei Wochen in Anspruch nehmen. Zur Jahresfrist könnte der Hochbau beginnen.
Zurzeit stellt Durchlaub auf der Expo Real in München das Exzenterhaus vor. Doch schon jetzt gilt das Projekt als sehr begehrt. "Wir haben hochwertige Interessenten für alle denkbaren Größen; von kleinen Büroabschnitten bis hin zu solchen, die ganze Etagen haben wollen. Es ist ein guter Mix."
Zusätzliche Anfragen, so berichtet Durchlaub, seien durch den Bagger gekommen, der plakativ auf dem Bunker stand. Die Exzenterhaus GmbH wird mit ihren künftigen Mietern Verträge abschließen, sobald sie ihnen einen verbindlichen Bezugstermin nennen könne. "Die Marktlage für ein solches Objekt ist sehr gut." Auch finanziell sei alles in trockenen Tüchern.
Voraussichtlich werde der Bau im ersten Quartal 2010 fertig sein, schätzt Durchlaub. Gespräche mit Firmen laufen, um die Hauptgewerke zu vergeben. Und eigentlich liege der Bau noch in der angepeilten Bauzeit, obwohl es vor einigen Wochen Verzögerungen gab bei der Entkernung des Bunkers (die WAZ berichtete).

22:30
Es geht nicht darum, dass irgendetwas gebaut wird, sondern wie in Bochum mit den Menschen umgegangen wird. Es gab für diesen, unter Denkmalschutz stehenden, Bunker bereits Vorschläge, die u.a. wegen fehlender Parkmöglichkeiten abgelehnt wurden. Plötzlich geht das? Und ganz plötzlich braucht man sich auch nicht mehr an gängiges Baurecht zu halten?
Na klar, wenn einen das (Bau)Recht in der Freiheit der Gestaltung einer Stadt einschränkt, muss das Recht dem Kapital weichen. Woanders sind es das Ehrenwort oder andere Ausflüchte. Andere nennen es eine Chance für die Stadt.....
Ich bin zum Glück kein Anwohner, aber ebenso ein Bürger dieser Stadt. Und deshalb interessiert mich natürlich, wie hier die Poltik tickt. Denn die nächste Wahl kommt.
19:18
endlich tut sich mal was in dieser stadt und schon sind die bedenkentraeger unterwegs. bochum ist oede ohne ende, dieses haus bringt endlich leben in die stadt und das einfallstor unistrasse. der wert der dort liegenden haeuser wird steigen, da die attraktivitaet der umgebung steigt. beginnt mit dem bau und macht etwas daraus, ein schoenes objekt.
das bedenkentraeger unterwegs sein werden war klar, aber die wird es wohl immer geben.
ich bin von dem wochenendtrubel rund um das zisterzienerkloster in stiepel auch nicht begeistert, kann es aber nicht aendern. fuer die stadt hat das kloster viel gebracht, wer weiss was mit diesem neuen haus in citynaehe beginnt.
18:39
Ich schließe mich dem Kommentar von Ehrenfelder an. Das ist das Risiko, wenn man in der Innenstadt einer Großstadt wohnt. Da ist Betrieb und da wird gebaut. Das gehört einfach dazu. Städte, in denen Stillstand herrscht, sind irgendwann tot. Wen das stört, der sollte in die Außenbezirke oder aufs Land ziehen. Da hat man seine Ruhe.
12:01
Ich bin selbst unmittelbarer Anwohner und verfolge die Debatte um das Exzenterhaus sehr genau. Aus meiner Sicht wäre die Errichtung des repräsentativen Hochhauses ein großer Gewinn für die Universitätsstraße, die auf der Höhe OSkar- Hoffmannstraße bisher doch recht schmuddelig aussieht.
Von daher kann ich mich dem sog. Anwohnerbegehren gegen die Errichtung des Hochhauses nicht anschließen. Mehr noch. Es stört mich, dass diese Berufsprotestierer auf allen öffentlichen Veranstaltungen zu diesem Thema so tun als würden sie das allgemeine Stimmungsbild der Anwohner vertreten. Dem ist nicht so, sie gebahren sich bloß lauter...
11:49
Hippipippilein ist wohl einer dieser Zeitgenossen, die es auch als selbstverständlich ansehen würden, wenn in jedem Vorort ein weiterer Flughafen gebaut würde. Ach ja, selig sind die ....
08:23
Wen das Bauvorhaben stört, der kann ja (wieder)wegziehen. Wir leben in einer freien Gesellschaft.
07:19
Wieso wirft #2 #1 Nörgelei vor? Das ist ein unglaubliches Bauvorhaben. Hätte ich das gewußt, bevor ich in die Nachbarschaft gezogen bin, wäre ich nicht dahin gezogen, wohin ich gezogen bin. Ich fühle mich ziemlich auf den Arm genommen. Sowas muss man aus der Zeitung erfahren!
23:42
Nörgel,nörgel,nörgel!
21:56
Ganz schön arrogant, wie hier mit den Anwohnern umgegangen wird. Hoffentlich stoppen die Gerichte diesen Schwachfug. Wird langsam Zeit.