Der Weg zur Logistik ist für Opel frei

Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Ausschuss beschließt die Änderung von Planungszielen für die Flächen der Opel-Werke II und III. Neues Werkstattverfahren soll Erkenntnisse bringen.

Bochum.. Mit einem neuerlichen Werkstattverfahren diesmal nur für die Flächen der Opel-Werke II und III sowie angrenzende Fläche wie den Güterbahnhof reagiert die Entwicklungsgesellschaft Bochum Perspektive 2022 auf die gegenüber dem ersten Werkstattverfahren veränderten Rahmenbedingungen.

Voraussichtlich zwischen August und Oktober soll ein Entwicklungskonzept erstellt werden. Es wird Grundlage für die Entscheidung sein, ob Bochum Perspektive die von Opel nicht mehr benötigten Flächen übernimmt oder nicht, so Prof. Dr. Rolf Heyer, Geschäftsführer der Bochum Perspektive.

Notwendig ist der Anpassungsprozess, weil sich die Entwicklungsbedingungen verändert haben. Der Autobauer hatte Ende 2014 entschieden, sein seit 1965 laufendes Warenverteilzentrum nicht ausschließlich auf der Fläche von Werk III zu betreiben, sondern für die angekündigte Erweiterung mit einer Investition von 60 Millionen Euro Teile von Werk II zu nutzen. Schon im Herbst 2016 soll das „Warehouse“ stehen. Dies indes „steht im Widerspruch zum Ausschluss von Logistik im Bereich des Bebauungsplan Nr. 948“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage.

Noch 32,7 Hektar Bruttobauland

Nun aber sollen wertschöpfende Logistiknutzungen planungsrechtlich künftig „nicht generell ausgeschlossen werden“. 54 Prozent beider Flächen, 38,3 Hektar, können künftig „durch ein einzelnes Logistik-Unternehmen genutzt“ werden. Mehr nicht. So hat es die große Mehrheit des Ausschusses als Empfehlung für den Rat beschlossen. 32,7 Hektar stünden noch als Bruttobauland für eine Entwicklung zur Verfügung.

Autobauer Das indes birgt Hindernisse. So müsste für den hinteren Teil von Werk II hinter der neuen, 95 000 Quadratmeter großen Opel-Halle eine eigene Erschließung erfolgen. Auf Werk III würde im Bereich der von Opel aufgegebenen Leichtbauhallen eine Sanierung des belasteten und durch Bergschäden beeinträchtigten Bodens erforderlich. Dies und weitere Faktoren wie der Abriss von Hallen hätten zur Folge, dass bei der Erschließung Defizite in Höhe von etwa 44,5 Millionen Euro entstehen würden.

Konzentration des Warenverteilzentrums auf dem Werk II

Lieber wäre es der Stadt, Opel könnte sich mittel- bis langfristig die Verlagerung der gesamten Logistik auf eine Fläche vorstellen. In der Vorlage heißt es: „Die Adam Opel AG wird aufgefordert, die Möglichkeiten einer Konzentration des Warenverteilzentrums auf dem Werk II zu prüfen.“

„Wir werden dem Wunsch nachkommen und eine Stellungnahme verfassen“, sagt Unternehmenssprecher Alexander Bazio auf WAZ-Anfrage. Vorstellbar scheint ein Einlenken Opels indes kaum. Das Unternehmen hatte sich mit verschiedene Varianten beschäftigt und sich dazu entschieden, einen Teilneubau auf den Fundamenten der alten Halle auf Werk II vorzunehmen. Ein Konzentration auf einer Fläche würde geschätzt das Doppelte kosten.