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Linie 310

„Der Schaden für das Projekt ist da“

28.09.2012 | 17:52 Uhr
Prominenz beim symbolischen Baubeginn für die neue Streckenführung der Straßenbahnlinie 310.lFoto: Uwe Möller

Bochum. Einen Schaden, der kaum je wieder gutzumachen ist, konstatierte Lothar Gräfingholt (CDU) als Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Grund war die exklusiv in der WAZ berichtete Kostenexplosion für den Bau der Linie 310 in Langendreer. Für den Bogestra-Prokuristen Jörg Filter war es kein leichter Gang, als er vor den Politikern die Hintergründe für die Kostensteigerung um rund 70 Prozent gegenüber den Schätzungen der Bogestra von 2008 erläutern musste. „Die Akzeptanz dieses Projektes in der Bevölkerung leidet sehr durch diesen Vorgang“, so Gräfingholt.

In seiner Einschätzung bekam er Zustimmung von ungewohnter Seite. Helmut Orzschig-Tauchert (Grüne) merkte an: „Selbst wenn ich die einzelnen Punkte der Erhöhung akzeptieren kann, der Schaden für das Projekt ist da.“ Wie berichtet, hatte die Bogestra in ihrem Antrag an den VRR 60,5 Millionen Euro als Gesamtbaukosten aufgelistet. Die erste Kostenschätzung hatte bei 35,4 Millionen Euro gelegen.

Liste mit sechs Fragen

Filter vor dem Ausschuss: „Diese Zahl ist das absolute Maximum, mit noch weiteren Kostensteigerungen ist nicht zu rechnen.“ Er hob hervor, dass rund 85 % der Summe über den VRR gedeckt sei. Witten und Bochum sowie die Bogestra selbst müssten einen Eigenanteil von 9 Millionen Euro stemmen. Der Eigenanteil für die Stadt Bochum allein liege unverändert bei zwei Mio Euro.

Linie 310

Filter beteuerte auf die Kritik der Ausschussmitglieder hin, dass die Bogestra über die Kostensteigerungen informiert hätte, sobald der Förderantrag abgegeben worden wäre. Für die SPD hatte Martina Schmück-Glock eine Liste mit sechs Fragen abgegeben. „Wir bitten um zügige Antwort.“ Unter anderem wird gefragt, ob die jetzt vereinbarten kürzeren Bauabschnitte, die zu einer erblichen Verlängerung der Bauzeit führen, nicht gestrafft werden können, um so auch Kosten zu sparen. Kernfrage: „Ist nach wie vor davon auszugehen, dass die Kosten-Nutzen-Relation (wie sie zum Beispiel der Integrierte Gesamtverkehrsplan vorsieht) trotz der höheren Kosten positiv ist?“ Filter sicherte zu, dass sein Unternehmen wegen der „öffentlichen Brisanz“ binnen 14 Tagen schriftlich auf die Fragen – andere Parteien hatten ebenfalls erblichen Klärungsbedarf angemeldet – antworten wolle.

Michael Weeke


Kommentare
06.10.2012
20:22
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.10.2012
20:59
Zu Homer_Simpson | #21
von Bochumer-Buerger | #25

Ja ! Und noch zwei Sätze weiter steht in den Förderungsrichtlinien:

"Eine Förderung kann erfolgen, wenn wesentliche Teilabschnitte der
gesamten Trasse auf besonderem Bahnkörper geführt werden."

Bei äüßerst wohlwollender Betrachtung trifft dies nur auf bestenfalls ein Fünftel der Strecke zu. Eine Förderung nach dem ÖPNVG NW wäre daher unzulässig.

Betroffen von dem Vorhaben sind neben den Bewohnern von Bochum Langendreer Kaltehard u.a. auch die Bewohner der Wohnsiedlungen Witten-Sonnenschein und Bochum Langendreerholz, denn die Linien 378 und 379 sollen nach dem Willen der Bogestra dann nicht mehr im 20 Minuten Takt angeboten werden, sondern zusammen eine 20-Minuten-Takt-Linie 379 mit 2 verschiedenen Linienwegen.

Die Buslinie 379 wird im Planfeststellungsbeschluss übrigens überhaupt nicht berücksichtigt. Lese hier:

http://www.bogestra.de/fileadmin/dam/pdf/Sonstiges/Linie_310/Planfeststellungbeschluss_Linie_310.pdf

dort S. 47 1. Abs., S. 48 zweitletzter Abs., S. 49 3. Abs.

1 Antwort
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Volksentscheid | #25-1

Wobei sich natürlich die Frage stellt,wie das Schlüsselwort"wesentlich"interpretiert(gebogen ?)wird...wesentlich=wichtige Teilabschnitte oder auf Gesamtlänge bezogen ?

Das sich im Zuge des Neubaus Änderungen(nämlich Kappung) an den Buslinien geradezu anbieten, wird von einigen leider ignoriert.Das etliche der momentanen Busnutzer hinterher wahrscheinlich in die Röhre schauen werden,weil Linien gekappt oder zusammengelegt werden,scheint vielen nicht klar zu sein.Und die 378/79 scheint da nur zuerst betroffen,da ginge noch mehr!

01.10.2012
18:12
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Schnitzelchen | #24

Dass vor Projektbeginn eher vorsichtige Kostenschätzungen eingeholt werden, scheint System zu sein. So wars ja auch in Berlin (Flughafen) oder Stuttgart (Bahnhof). Da kommen die Bochmer vergleichsweise sogar noch gut weg. Trotzdem spielt man so den Kritikern gut in die Karten.

01.10.2012
15:02
Einfach nur unanständig!
von noeppi1 | #23

Es ist unanständig, sich in einer Fernsehsendung hinzustellen (wie OB O. Scholz letzten Montag
In WDR 3) und darüber zu stöhnen, das die Stadt kein Geld für Straßen, Schulen und Schwimmbäder hat, aber Projekte, wie Linie 310 oder das überflüssige Musikzentrum ( Konzerthaus )
Vehement unterstützt.
Einfach nur unanständig!

01.10.2012
08:31
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von tomatenkiller_neo | #22

#19 Bitte etwas mehr Sachlichkeit, die Gegner eines überflüssigen Konzerthauses
als Klassikhasser zu diffamieren, ist ein bißchen zu einfach - aber was will mal
von einem Konzerthausfetischisten, der nicht rechnen kann, auch ansonsten
erwarten.

30.09.2012
21:06
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Homer_Simpson | #21

@17

Weiter unten steht jedoch:

"Neubau und Ausbau von Schienenwegen der Straßen- und Stadtbahnen, die wegen örtlicher. Gegebenheiten in Teilabschnitten nicht auf einem besonderen Bahnkörper geführt werden können."

Ich denke das ist bei der Verlegung der 310 durchaus der Fall, auch wenn die Teilabschnitte, in denen ein Bahndamm nicht möglich ist, eher in der Minderheit sind.

30.09.2012
19:28
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Westwind | #20

Wenn die Protestler angeblich wegen des "sinnlos verpulverten Geldes" auf die Barrikaden gehen, ja wo waren sie dann, als für den Bau der hirnrissigen U-Bahn das Vielfache an Geld unter die Erde gebuddelt wurde?! Mit ungleich höheren Folgekosten, als nun bei der überirdischen 310! Siehe vorangegangen Kommentare. Das ganze Geschrei ist unterirdisch schlecht argumentiert!

1 Antwort
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Comedian | #20-1

Es ist ja durchaus wahrscheinlich, daß die Bürger aus dem viel zu teuren U-Bahn Bau "gelernt" haben. Vor dreißig Jahren - als der U-Bahn Bau boomte - war man als Bürger eben noch nicht so sensibilisiert, was die Verschwendung öffentlicher Gelder betrifft.
Insofern ist es äußerst begrüßenswert, daß man jetzt der öffentlichen Hand auf die Finger schaut, wenn diese mal wieder 60 Millionen € (oder noch viel mehr!?!) durch den Schornstein heizen will.

30.09.2012
19:11
Wo ist Herr Steude und seine Klassikhasser ?
von meigustu | #19

Hier kommt richtig was auf den Bürger zu ohne dass die Stadt attraktiver wird, ohne das neue Einnahmen generiert werden. Da gibt auch keiner sein Privatvermögen sondern es kommt alles unmittelbar vom Bürger denn VRR und Bogestra sind keine Wohltäter.

Natürlich kann bei diesem Projekt keiner seinen primitiven Klassenhass ausleben. Hier geht es nur um sinnlos verpulvertes Geld.

30.09.2012
18:31
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Bochumer-Buerger | #18

Die Ver- und Entsorgungsleitungen, die jetzt für die 310 verlegt werden sollen, was die Stadt Bochum bezahlen muss, könnten wesentlich günstiger im sogenannten In-Line-Verfahren sarniert werden, wobei ein Großteil der Leitungen noch nicht einmal sanierungsbedürftig ist.

Nicht der Sachaden für das Projekt ist da, sondern: Das Projekt wird schaden.

Selbst, wenn es gegen die geltenden Bestimmungen der Bogestra doch noch gelingen sollte, an Fördermittel zu kommen, so wird sie weiterhin nicht das Geld haben, dann die Strecke auch zu unterhalten. Lese:
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/investitionsstau-bei-der-bogestra-id6053675.html

Das ist so, als kauft man sich per Leasing einen Ferrari, hat aber noch nicht einmal das Geld für Benzin und Versicherungen.

30.09.2012
18:24
Zu radfahrer.ruhr | #12
von Bochumer-Buerger | #17

Als Radfahrer von der Ruhr kann man nur gegen die Verlegung der 310 durch Langendreer sein.

Warum? Lese hier:

http://www.adfc-bo.de/Linie310-2.htm

Dort ist ausgeführt war der Allgemeine Deutscher Fahrrad Club von dem Mist hält, den die Bogestra den Politikern verkaufen will


3 Antworten
„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Volksentscheid | #17-1

Was der ADFC davon hält,ist bei einem Projekt dieser Grösse zweit-bis drittrangig.Radfahrstreifen?Wozu?Das Prinzip"Wir fahren eh wo und wie wir wollen"funktioniert doch bestens.Hier in BO sollten sich mind. 50% dieser mobilen Randgruppe zuerst einmal an die einfachsten Verkehrsregeln halten bevor Forderungen rausposaunt werden.

Eigene oder fremde Meinung?
von radfahrer.ruhr | #17-2

Ich pflege eine eigene, eigenständige Meinung hier zu haben und die ist für das Projekt Verlegung der Linie 310 positiv.

Nur weil es einen Lobby-Verband gibt, dessen lokaler Vorsitzender grundsätzlich gegen alles ist, wenn die Baumaßnahmen nicht zu 500% die Belangen des Radverkehrs fördern, muss ich noch lange nicht dessen Meinung haben.

Mit den angeblichen Einschränkungen des Radverkehrs im Zuge des Linie 310 kann ich sehr gut leben. Es gibt Alternativrouten für den Radverkehr, die deutlich besser für den Radfahrer geeignet sind, als der direkte Verlauf von neuen Radwege im Zuge der neuen Straßenbahnführung.

„Der Schaden für das Projekt ist da“
von Homer_Simpson | #17-3

Lustig finde ich, dass der ADFC bzgl. der Straßenbreite. des Straßenabschnitts Elsterstraße bis Rampenstraße auf die Stadt Bremen verweist, die auf einem ähnlichen schmalen Straßenstück Platz für Kraftfahrzeuge und Radfahrer angelegt hat.

Im Klartext heisst das also: Der ADFC möchte, dass Radfahrer einen eigenen Weg auf der Hauptstraße haben, um ja keinen Umweg fahren zu müssen, die Fußgänger jedoch Umwege laufen sollen.

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