„Der Schaden für das Projekt ist da“

Prominenz beim symbolischen Baubeginn für die neue Streckenführung der Straßenbahnlinie 310.l
Prominenz beim symbolischen Baubeginn für die neue Streckenführung der Straßenbahnlinie 310.l
Foto: WAZ FotoPool

Bochum.. Einen Schaden, der kaum je wieder gutzumachen ist, konstatierte Lothar Gräfingholt (CDU) als Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Grund war die exklusiv in der WAZ berichtete Kostenexplosion für den Bau der Linie 310 in Langendreer. Für den Bogestra-Prokuristen Jörg Filter war es kein leichter Gang, als er vor den Politikern die Hintergründe für die Kostensteigerung um rund 70 Prozent gegenüber den Schätzungen der Bogestra von 2008 erläutern musste. „Die Akzeptanz dieses Projektes in der Bevölkerung leidet sehr durch diesen Vorgang“, so Gräfingholt.

In seiner Einschätzung bekam er Zustimmung von ungewohnter Seite. Helmut Orzschig-Tauchert (Grüne) merkte an: „Selbst wenn ich die einzelnen Punkte der Erhöhung akzeptieren kann, der Schaden für das Projekt ist da.“ Wie berichtet, hatte die Bogestra in ihrem Antrag an den VRR 60,5 Millionen Euro als Gesamtbaukosten aufgelistet. Die erste Kostenschätzung hatte bei 35,4 Millionen Euro gelegen.

Liste mit sechs Fragen

Filter vor dem Ausschuss: „Diese Zahl ist das absolute Maximum, mit noch weiteren Kostensteigerungen ist nicht zu rechnen.“ Er hob hervor, dass rund 85 % der Summe über den VRR gedeckt sei. Witten und Bochum sowie die Bogestra selbst müssten einen Eigenanteil von 9 Millionen Euro stemmen. Der Eigenanteil für die Stadt Bochum allein liege unverändert bei zwei Mio Euro.

Filter beteuerte auf die Kritik der Ausschussmitglieder hin, dass die Bogestra über die Kostensteigerungen informiert hätte, sobald der Förderantrag abgegeben worden wäre. Für die SPD hatte Martina Schmück-Glock eine Liste mit sechs Fragen abgegeben. „Wir bitten um zügige Antwort.“ Unter anderem wird gefragt, ob die jetzt vereinbarten kürzeren Bauabschnitte, die zu einer erblichen Verlängerung der Bauzeit führen, nicht gestrafft werden können, um so auch Kosten zu sparen. Kernfrage: „Ist nach wie vor davon auszugehen, dass die Kosten-Nutzen-Relation (wie sie zum Beispiel der Integrierte Gesamtverkehrsplan vorsieht) trotz der höheren Kosten positiv ist?“ Filter sicherte zu, dass sein Unternehmen wegen der „öffentlichen Brisanz“ binnen 14 Tagen schriftlich auf die Fragen – andere Parteien hatten ebenfalls erblichen Klärungsbedarf angemeldet – antworten wolle.