Der Platz des gebrochenen Versprechens
26.11.2010 | 06:00 Uhr 2010-11-26T06:00:00+0100
Bochum.Der Ausbau des Kulturhauptstadt-Projekts „Platz des europäischen Versprechens“ verzögert sich weiter. Grund ist ein Lieferengpass. Ursprünglich sollte der Platz zum 31. Dezember feierlich der Öffentlichkeit übergeben werden.
Es hätte alles so schön werden können: Der – zugegeben noch nicht ganz fertige „Platz des europäischen Versprechens“ – wäre am 31. Dezember zum Abschluss von RUHR.2010 feierlich der Öffentlichkeit übergeben worden. Doch Bochums großes Projekt zum Jahr der Kulturhauptstadt wird in diesem Jahr nicht mehr fertiggestellt. Gründe dafür sind Lieferengpässe.
Ein weiteres Großprojekt, das Strahlkraft für Bochum entwickeln sollte, ist gescheitert. Wer die Entwicklung des „Platzes des Europäischen Versprechens“ von Anfang an (und wir haben das kritisch-positiv getan) genau beobachtet hat, weiß, dass dieses Kunstgebilde von Anfang an unter einem schlechten Stern stand.
Dazu passt die vorläufige Krönung: Die geplante Eröffnung am 31.12. 2010 fällt aus, die Arbeiten verzögern sich um Monate, die Baustelle ziert weiter die Innenstadt - angeblich, weil die Steine nicht rechtzeitig bestellt wurden. Jetzt wird weiter abgewickelt, die Idee verkommt zur Lachnummer.
Was die 15 000 Menschen denken, die ihre Namen gegeben haben, bleibt zum Glück geheim - so wie ihre Versprechen.
Werner Conrad
Dabei hatten sich die Diskussionen um das Prestige-Objekt an der Christuskirche gerade gelegt. „Wir waren seit Beginn der Bauarbeiten am 12. Juli eigentlich guter Hoffnung, dass der Platz rechtzeitig für die Übergabe bereit ist“, gab Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch zu. Während der Planungen hatte es immer wieder Probleme gegeben. Im Dezember 2009 spitzte sich die Lage derart zu, dass Künstler Jochen Gerz überlegte, ob das Projekt überhaupt in Bochum zu realisieren sei (die WAZ berichtete). Grund waren die Sparideen der Stadt: Splitt statt Naturstein und Vertragsprobleme im Projektbüro. Noch im Dezember wurde dann die ursprüngliche Planung wieder aufgenommen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass der „Platz des europäischen Versprechens“ nicht bis Ende 2010 fertig sein würde. Die Bauarbeiten sollten trotzdem soweit fortgeschritten sein, dass der Platz feierlich übergeben werden könnte.
Technischer Platzausbau wird bis März 2011 dauern
Nun verkündete Ayla Wessel, Pressesprecherin vom Projekt „Platz des europäischen Versprechens“: „Der technische Platzausbau wird, so wie es zum jetzigen Zeitpunkt aussieht, bis März 2011 andauern“. Vorher kann der Platz nicht der Öffentlichkeit übergeben werden. Danach ist der Platz immer noch nicht fertig, so Wessel. Es fehlen Sponsorengelder in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Davon sollen die 25 Namensplatten bezahlt werden – die Platzhalter dafür liegen schon. Die Stadt bezahlte nur zwei der Basaltplatten mit rund 400 000 Euro, „mehr sprengt unseren finanzielle Rahmen“, gab Kratzsch an.
Der Stadtbaurat begründet die Verzögerung: „Es fehlen die Natursteine für den Bodenbelag“. Der Bauunternehmer habe einfach versäumt die Steine rechtzeitig zu bestellen. Der Lieferant hatte fünf Monate Zeit. Ohne Steine kann nicht weiter gebaut werden. „Die Baustelle ist bis zur Steinlieferung abgebaut“, bestätigte Kratzsch, „natürlich auf Kosten des Bauunternehmers“. Ob es eine Ersatzveranstaltung für den Abschluss des Kulturhauptstadtjahres gibt, ist zur Zeit unklar.
Pfarrer Thomas Wessel von der Christuskirche, fand es zwar schade, dass sich die Bauarbeiten verzögern, „aber vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht“. Man müsse das Ganz nachhaltig sehen, meinte er, auch nach 2010 gebe es schließlich Kultur.
Der Platz in Zahlen
Rund 15 000 Menschen sollen mit ihrem Namen auf den 25 Platten verewigt werden – mit ihnen ein geheimes Versprechen für die Zukunft Europas. Erst zwei der Basaltplatten sind bezahlt (eine liegt im Turm der Christuskirche), die restlichen suchen mit rund 56 000 Euro pro Stück noch Sponsoren. Eingebettet sollen die Platten in einen neu gestalteten Platz mit Natursteinen sein. Ein Lichtkonzept vom französischen Lichtdesigner Laurent Fachard soll Alles abrunden. Noch rund 600 Namen haben auf den Platten Platz.

16:17
Der Platz gleicht dem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern!
08:47
Warum nicht statt profilneurotischer Kunst, so sie denn welche sei, das Geld in europäische Partnerprojekte stecken oder in die dafür kaputtgesparte Kleinkunst? Warum fehlen denn Sponsorengelder? Weil keiner mehr Lust hat, in völlig abgehobene, entmenschlichte Kunst zu investieren. Ist ja auch nicht das erste Projekr dieser Art, welches scheitert.
06:43
Bochum steht nicht alleine da: die schon auf den ersten Programmheften von Ruhr 2010 als Montage gezeigt Achterbahn aud der Huckinger Höhe in DU ist bis heute nicht gebaut. Grämt euch also nicht...
20:52
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20:52
#11 Ja, das will die Mehrheit! Immer stetig rückwärts gucken, nichts ändern wollen, im eigenen Mief baden. Was anderen stinkt, wird dann als besonderer Lokalkolorit gefeiert. Nur so gedeihen die eigentümlichen Projekte bzw. die eigentümlichen Projektpleiten. Alles in Bochum spricht für einen Städteverbund Ruhrstadt, damit endlich mal vernünftig entschieden wird.
19:46
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08:18
BOCHUM wieder mal
eine LACHNUMMER!!!!
18:45
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14:25
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07:55
Der Kölner Dom hat länger gebraucht, Und da waren handwerkliche Meister am Werk, die dann am Ende noch preußische Hilfe des protestantischen Kaisers brauchten.