Der Lotse geht noch nicht von Bord
21.04.2009 | 08:58 Uhr 2009-04-21T08:58:00+0200Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund. Und wenn er nicht irrt, wird der Bio-Medizin-Park an der Ruhr-Universität ein besonders gutes Ding. Denn Zeit ist überaus reichlich verstrichen, und die säuberlich wie eine Fluglandebahn markierten Flächen sind seit vielen Monaten jungfräulich unberührt
Da ackert noch keiner, wo längst schon angesiedelt sein sollte. Doch der Schein trüge. „Alle Baufelder sind verplant,” schildert Volker Marquaß im Gespräch mit der WAZ. Der Geschäftsführer der stadteigenen Entwicklungsgesellschaft Ruhr, kurz EGR, sagt auch wie: Zwei Felder sind für das Projekt Gesundheitscampus bestimmt, auf dessen Zuschlag durch eine Jury die Stadt Bochum allerdings noch wartet.
Professoren als Investoren im Gespräch
Und ein namhafter Professor der Ruhr-Universität, ein Naturwissenschaftler, plane ebenfalls Großes. Ob auch die Gruppe um Prof. Dietrich Grönemeyer dort größer andockt, ist offenbar noch nicht entschieden. Fest stehe aber, dass die EGR ein Mietgebäude für kleinere Firmen im BioMedizin-Park errichten wird.
65 Jahre alt ist der EGR-Chef mit dem weißgrauen Skipperbart letzten Sonntag geworden. Aber Volker Marquaß, der Bochumer Wirtschafts-Lotse, geht noch nicht von Bord. Der Aufsichtsrat bat ihn, noch eine Weile zu bleiben – bis sein Nachfolger benannt ist und bis dieser sich eingearbeitet hat.
"Er hat seinen Laden gut im Griff"
„Er hat seinen Laden gut im Griff,” lobt sogar der kritische Wirtschaftsexperte Roland Mitschke von der CDU parteiübergreifend den langjährigen EGR-Chef, der seit über vierzig Jahren der SPD angehört. Mit Bewerbern „von außen” um die Neubesetzung der EGR-Stelle hat das Präsidium des Aufsichtsrates erste Gespräche geführt, es seien gute Leute dabei, hieß es, von einem Personalberater („Headhunter”) präsentiert. Das Parteibuch spiele keine Rolle. „Die EGR ist das entscheidende Instrument der Wirtschaftsförderung,” betont Mitschke die Bedeutung der Chefstelle.
Denn viel hat die Stadt in der EGR gebündelt: den Betrieb der städtischen Parkhäuser, die Entwicklung der Technologie- und Gründerzentren. Die EGR ist außerdem die Muttergesellschaft der Bochumer Veranstaltungs-Gmbh, die sich u. a. um die Geschicke des RuhrCongress und der Jahrhunderthalle kümmert.
Planen und Bauen, damit hatte Marquaß schon zu tun, als er Geschäftsführer der Freizeitgesellschaft Kemnade war. 1977, als der Aushub des Sees begann. Und später, als Freizeiteinrichtungen in Oveney und Heveny gebaut waren und 1980 der See für den Wassersport frei wurde, da fing er selbst an, Seglerscheine zu machen. Motto: „Was ich verkaufe, muss ich auch können.”

11:01
Investoren meiden Bochum wie der Teufel das Weihwasser. Man will sich nicht mit dem Filz gemein machen und sich anschliessend mit Inkompetenz des Bochumer Verwaltungsapparates ärgern...
08:02
Alles, wo irgendwie EGR dransteht, dauert ein bißchen länger. Das ist halt eine öffentliche Gesellschaft, was will man erwarten?
21:00
Bochum wäre es zu wünschen, wenn die Gabionenburg endlich mit Leben gefüllt würde.
Seit zwei Jahren steht das Ding leer.
http://www.bochum-stiepel.de/index.php?option=com_content&task=view&id=48&Itemid=85