Der letzte Auftritt der Werksmannschaft „Lokomotive Opel“

Ein Mannschaftsfoto zum Abschied. Die Werkself Lokomotive Opel vor ihrem letzten Spiel.
Ein Mannschaftsfoto zum Abschied. Die Werkself Lokomotive Opel vor ihrem letzten Spiel.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Zwar gab es gegen den VfB Günnigfeld eine Klatsche, doch tat das der Stimmung keinen Abbruch. Ende einer großen Tradition von etlichen Teams aus den Reihen der Opel-Belegschaft.

Bochum.. Die Niederlage zeichnete sich schon früh ab. „Lokomotive Opel“ in schwarzen Trikots, zu denen an anderer Stelle noch eine Geschichte erzählt werden soll, vergab gleich zu Beginn der ersten Halbzeit einen Strafstoß, außerdem scheiterte der Sturm gleich zweimal an der Latte des Tores der VfB Günnigfeld. Als dann die Gastgeber kurz vor dem Wechsel mit 1:0 in Führung gingen, war schon alles klar.

Es ist das Abschiedsspiel, ein weiterer Abschied unter vielen, von „Lokomotive Opel“, der vor einigen Jahren wiedergegründeten Werksmannschaft der Opel-Werke.
Spieler-Trainer und Gründer der Mannschaft ist Markus Bauer. Als rechte Hand von Rainer Einenkel versorgte er den Betriebsrat einst mit kompetenter Argumentationshilfe, seine große Liebe aber galt und gilt dem Fußball. „Wir haben damals diese Mannschaft gegründet, um den Zusammenhalt, die Gemeinschaft in den Bochumer Werken zu fördern. Sie ist mein Projekt, mein Baby.“

Früher kickten sie gegen Rüsselsheim

Vor allem die dritte Halbzeit war beliebt. Immer wieder maßen sich die Kicker aus den Werken mit andern Mannschaften aus der Gegend. Es blieb stets ein Hobby, trainiert wurde wenig, dafür gab es umso mehr Spaß.

Thomas Ropel ist gekommen, er sitzt auf der Reservebank. Im Team spielt er nicht mit. Doch zu erzählen hat das ehemalige Betriebsratsmitglied eine Menge. 25 Jahre hat er im Getriebewerk gearbeitet. Seit Januar schon ist raus, wie viele der ehemaligen Kollegen . Er erinnert sich an Zeiten, damals, als noch mehr als 20 000 Menschen in den drei Opel-Werken arbeiteten. „Damals gab es richtige Turniere.“ „Achse“ spielte gegen „Presswerk“, Bochum gegen Rüsselsheim oder Kaiserslautern gegen Dudenhofen. Lange her. Geschichte. Neben ihm auf der Reservebank sitzt Marc Bienhold, der Innenverteidiger, der vor vier Jahren ins Reserveteillager zu Neovia, davor arbeitet er viele Jahre im Werk 1. Er hat das Trikot übergestreift und wartet auf seinen Einsatz. „Früher gab es Turniere zwischen den Werken“, erinnert er sich.

Nur eine Hand voll Zuschauer

Nur eine Hand voll Zuschauer verfolgen das Gekicke auf dem gequälten Günnigfelder Rasen. Dabei ist es ein historisches Spiel, das Abschiedsspiel. Auch wenn Murat Yaman, Nachfolger von Rainer Einenkel an der Spitze des Betriebsrats das noch nicht recht wahrhaben möchte: „Wer weiß, vielleicht gibt es ja doch noch eine Fortsetzung.“

Ach ja, die Trikots: Eigentlich, so mag sich mancher erinnern, hatte es 2012 eine Riesensause zum 50. Bestehen der Bochumer Opel-Werke geben sollen. 3500 T-Shirts mit dem Opel-Slogan „Wir lieben Autos“ waren gedruckt worden. Die Sause viel aus, das Werk wurde und wird abgewickelt. Doch Lokomotive-Opel sicherte sich reichlich T-Shirts und beflockte sie mit einem abgewandelte Spruch: Vorne der Mannschafts-Name und auf dem Rücken, ein rotes Kreuz über dem Opel-Blitz und der Spruch ergänzt: „Wir lieben Autos und opfern Bochum.“