Der Kulturstadt Bochum ein Fundament bauen

Protest der freien Kulturszene vor dem Rathaus gegen drohende Mittelkürzungen im Oktober 2014.
Protest der freien Kulturszene vor dem Rathaus gegen drohende Mittelkürzungen im Oktober 2014.
Foto: WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Dafür soll in Zukunft ein Kulturentwicklungsplan Sorge tragen, der kulturpolitsche Ziele und Förderungen beschreibt.

Bochum.. „Die Bochumer Kultur auf gesunde Fundamente stellen“, dafür soll in Zukunft ein Kulturentwicklungsplan Sorge tragen. Die SPD hat einen entsprechenden Antrag in der letzten Sitzung des Kulturausschusses eingebracht. Wie das Vorhaben konkret ausgestaltet werden soll, steht allerdings dahin. Noch. Denn die Arbeit fängt jetzt erst an. „Das Ganze ist ein langer, dynamischer Prozess“, so Kulturausschuss-Vorsitzender Dieter Fleskes (SPD).

„Wir wollen ‘raus aus dem Dilemma, dass Kultur als Grundrecht in dieser Stadt immer wieder zum Spielball wird“, hatte SPD-Kultursprecher Hans Hanke den Antrag seiner Fraktion begründet. Beim Kulturentwicklungsplan gehe es nicht allein um die Sicherung des Angebots, vielmehr müsse nach einer Strategie gefragt werden. „Welche Ziele verfolgen wir eigentlich mit unserer Kulturpolitik, was wollen wir für Bochum?“, laute die Fragestellung.

Bedarf besteht

Das Thema passt in die Zeit. Zum einen schützt das Land Nordrhein-Westfalen mit dem noch jungen Kulturförderungsgesetz Kunst und Kultur neuerdings mit einem Fünfjahresplan. Nach Angaben der rot-grünen Landesregierung ist NRW das erste Bundesland mit einem solchen Gesetz. Es soll auch dazu beitragen, Theater oder andere Kultureinrichtungen etwa in finanzschwachen Kommunen zu bewahren.

Zum anderen möchte die Bochumer SPD das Landesthema mit dem Kulturentwicklungsplan aufgreifen. Bedarf besteht, auch wenn das Schauspielhaus natürlich nicht in Frage steht. Allerdings hat es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder – stets finanziell begründete – „Zwänge“ gegeben, die der BO-Kultur unangenehm nah auf die Pelle rückten. Die Schließung des Museums wurde expressis verbis erwogen, das Zentrum für Stadtgeschichte ist seit Jahren chronisch unterfinanziert, die freie Szene pfeift mindestens genau so lange „auf dem letzten Loch“.

Künftige Ziele

Künftig Ziele und Schwerpunkte einer Förderung festzulegen soll deshalb eine Stoßrichtung des Kulturentwicklungsplanes sein. Der SPD schwebt ein Entwurf vor, wie er für die Schul- oder Jugendförderung schon seit Jahren gang und gäbe ist. „Zuverlässigkeit, fortwährender Diskurs und Akzentuierung“ sind Schlagworte, die in diesem Zusammenhang gebraucht werden. Die Einwände der oppositionellen CDU sind nicht grundsätzlicher Art, eher zielten sie auf die Machbarkeit ab: „Ist ein Kulturentwicklungsplan überhaupt realisierbar – ohne Geld“, fragt Clemens Kreuzer skeptisch.