Der Kita-Streik und seine Folgen für die Bochumer Eltern

Verdi organisierte einen offenen Elternabend im Streikzelt an der Universitätsstraße. Dort konnten betroffene Eltern ihren Unmut gegenüber der Streiksituation los werden. Und der Unmut wächst.
Verdi organisierte einen offenen Elternabend im Streikzelt an der Universitätsstraße. Dort konnten betroffene Eltern ihren Unmut gegenüber der Streiksituation los werden. Und der Unmut wächst.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Verdi macht auch während der Schlichtung Aktionen. Bei den Eltern mehrt sich der Ärger, weil die Betreuungs-Situation weiter wackelig ist.

Bochum.. Die Gewerkschaft Verdi hat in der zweiten Woche der Streikpause, in der die Schlichtung im Tarifkonflikt im Sozial- und Erziehungsbereich läuft, seine Öffentlichkeitsarbeit verstärkt und täglich in der Stadt Flugblätter verteilt, auf denen die Forderungen für eine Aufwertung der sozialen Arbeit erläutert werden. Verdi- Sekretär David Staercke bewertet die Aktion als Erfolg. Von Seiten der Eltern, die während des Streiks an den Kindergärten oft in Eigeninitiative die Betreuung der Kinder übernahmen, aber mehren sich kritische Stimmen.

Iris Hoppe, die mit betroffenen Eltern aus der Not des Streiks heraus eine Elterninitiative gegründet hatte, findet klare Worte. „Was wir während des Streiks erlebt haben und auch momentan in der Schlichtungsphase erleben, ist unverschämt, seitens der Stadt und von Verdi. In unserer Kita hatte der Streik Folgen. Die Kinder leiden, sind verunsichert, eine Mutter verlor ihren Job, Notgruppen waren für viele unerreichbar, weil sie die geforderte Bescheinigung nicht bekamen.“

Verdi plant Protestveranstaltung

Bisher habe sie immer hinter den Erziehern gestanden und hinter ihren Forderungen. „Da wusste ich auch noch nicht, dass unsere Kinder darunter leiden und das den Erziehern egal ist. Wir sind nicht bei der Post, es geht hier nicht um Briefe. Es geht um Kinder. Und wenn ich höre, dass die Erzieher eine Aufwertung haben wollen, frage ich mich, ob dies gerechtfertigt ist für Arbeitnehmer, die gleichzeitig mit den Gefühlen der Kinder spielen. Diese Arbeitnehmer wollen jetzt die Unterstützung der Eltern und Kinder? Sie wollen eine Aufwertung? Obwohl sie momentan den Kindern schaden und das Vertrauen der Kinder brechen?“

So bleibt abzuwarten, was aus der Protestveranstaltung wird, die Verdi zusammen mit Eltern vor der Ratssitzung (25. Juni) durchführen möchte, falls sich keine Mehrheit im Rat für die Rückerstattung der Kita-Gebühren, die während des Streiks gezahlt wurden, abzeichnet.