Der Karneval hat Kolping Linden fest im Griff

Zu „Girls, Girls, Girls“ kamen die Oldies als flotte Cheerleader auf die Bühne – und hatten die Lacher auf ihrer Seite.
Zu „Girls, Girls, Girls“ kamen die Oldies als flotte Cheerleader auf die Bühne – und hatten die Lacher auf ihrer Seite.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Kolpingsfamilie feiert das ganze Wochenende über. Das bunte Programm lässt Prinz Andreas und sein Narrenvolk schunkeln, klatschen und lachen.

Bochum/Linden.. Wann und wo in Linden bis zum Rosenmontag der Stadtteil fest in Narrenhänden ist, machten am Samstag und Sonntag im voll besetzten Saal des Gemeindezentrums an der Hattinger Straße die Kolpingnarren den Freunden der Session 2015 auf eindrucksvolle Weise deutlich. Prinz Andreas II. (van den Hövel) hatte den Handwerkshobel mit dem Narrenzobel getauscht und startete zusammen mit dem wieder stimmungsprägenden Präsidenten Peter Gellermann auf die Minute genau um 19.11 Uhr in vier tolle Narrenstunden.

„Getz bin ich Prinz“, ließ er sein Narrenvolk wissen; ihm zur Seite stand sein Adjutant Stefan Rodemann, der Exprinz mit großer Erfahrung. Der Einzug der Senatoren mit dem Präsidenten und des Prinzen stimmten ein tolles Publikum auf den Lindener Kolpingkarneval ein. Heinz Voss, der alte Prinz aus dem Dreigestirn, ging dann mit seinen Hits als der bekannte singende Stimmungsmacher an den Start.

Ihm folgte die inzwischen gut bekannte und mitreißende Tanzsportgarde der Eppendorfer Sportvereinigung mit einem akrobatisch-künstlerischen Auftritt. Als das Duett Carina und Sascia für Andreas II., den Elferrat und den närrisch aufgepuschten Saal ihren Ehrentanz aufs Parkett gelegt hatte, musste Präsident Peter Gellermann die Beifallsstürme stoppen.

Hoppy und Fitti kamen als Weihbischöfe

Nicht fehlen darf beim Kolping-Karneval Ulrich Keßler, der von der Bütt aus für viele Lacher sorgte, als u.a. über das „wilde Dasein an der Ruhr in der Gellermann-Kultur“ berichtete. Detlef Oleszak hatte seine Dickebohnenliebhaber zum Leidwesen von Pastor Köster in die Kirche geschickt. Schon im Vorfeld hatte „Olly“ mit seiner sozial-humorvollen Kartenaktion seine Akzente für die Session gesetzt. (wir berichteten)

Thomas Bausen als gestandene Hausfrau hatte Mario Adorf auf der Kneipentoilette getroffen. Ein Dialog der Extraklasse – mit Wasserspülung zum Finale. Theo Floren war mal wieder kritisch in der ganzen Welt unterwegs – und zuletzt natürlich in Oberdahlhausen. „Die Tenöre“ sind das Team der alten Prinzen: ihre ABBA- und John-Travolta-Nummern – herrlich.

Die Thekensänger unter Wolfgang Davidheimann brachten musikalisch-kritisch mit ihren Eigentexten Bahn und Lufthansa aufs Korn. Und die großväterlichen Oldies in attraktiv verjüngter Mädchentracht kamen als Cheerleader zu „Girls, Girls, Girls“ auf die Narrenbühne. Muss man gesehen haben.

Hoppy und Fitti rissen die Narren diesmal sogar von den Sitzen. Humorvoll traten sie ja immer auf – heilig aber noch nie. Diesmal betraten im Original-Outfit zwei Weihbischöfe die Bühne. Diese brachten alles mit, was Würde ausstrahlt und weltliche Privilegien versteckt. Wenn da für die große Liebe nur der Zölibat nicht wäre . . .