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Der gewisse Dreck in der Stimme

28.10.2012 | 18:10 Uhr
Der gewisse Dreck in der Stimme
Am Samstag rockte Bob Geldof beim Konzert in der Zeche Bochum.Foto: Martin Kerstan

Bochum.Der Weltstar Bob Geldof gastierte in der Zeche. Trotz seines hohen Bekanntheitsgrades und heraustragenden Könnens kamen nur 200 Zuschauer.

Man darf ihn mit Fug und Recht einen Weltstar nennen. Hoch geachtet. Reich dekoriert. Anwärter auf den Friedensnobelpreis. Doch bei wohl keinem Protagonisten seiner Liga herrscht eine größere Diskrepanz zwischen Popularität und kommerziellem Erfolg. Bob Geldof war in der Zeche. Und nur 200 Besucher kamen, um Sir Bob zu sehen.

Das größte Rockkonzert aller Zeiten

Sein beispielloses Engagement für Afrika hat Bob Geldof zu einer zeitgeschichtlichen Figur gemacht. In der 80er Jahren war der Ire Motor und Gesicht des Projekts „Band Aid“. Sein „Live Aid“-Festival 1985 in London und Philadelphia war damals das größte Rockkonzert aller Zeiten. Mit Bono von U2 gilt er bis heute als global einflussreichster Künstler, der sich für die notleidenden Menschen in Afrika und einen Schuldenerlass einsetzt.

Die musikalischen Erfolge des Gutmenschen Geldof indes sind überschaubar. Genauer: Seit dem Ende seiner „Boomtown Rats“ 1986 konnte der Sänger und Musiker keinen Hit mehr landen.

Das ist erstaunlich. Nicht nur wegen seines hohen Bekanntheitsgrades, sondern auch wegen seines herausragenden Könnens, das er in der beschämend schwach besuchten Zeche unter Beweis stellte.

Erinnerungen an Mick Jagger

Manches erinnert an Mick Jagger. Noch immer spindeldürr, noch immer mit lässiger Star-Attitüde, noch immer mit dem gewissen Dreck in der Stimme, noch immer mit beeindruckender Bühnenpräsenz, bewegt sich der 61-Jährige auf der Höhe der Zeit. Geigenlastiger Irish Folk, solider Gitarrenrock, ambitionierter Blues und Funk und stetige Ausflüge zu den Rats-Anfängen in der Punk- und New-Wave-Epoche: Mit seiner sechsköpfigen Band überzeugt Geldof mit einer bunten musikalischen Wundertüte. Das einzig Graue ist sein wallender Haarschopf.

Klar, dass die älteren Semester im Publikum auf die treibenden Boomtown-Rats-Hits wie „Rat Trap“ und „Mary of the 4th Form“ (in einer grandiosen XXL-Version) besonders abfahren. Selbstverständlich, dass „I don’t like Mondays“ als der Rats-Klassiker schlechthin nicht fehlen darf. Doch auch die Songs aus dem aktuellen Album sind voller Vitalität und Vielfalt. „How to compose popular songs that will sell“, lautet der selbstironische Titel. Typisch Geldof: Mit dem „sell“ (Verkauf) ist es mal wieder nicht weit her. Selbst daheim kam das Album über Platz 89 nicht hinaus...
WAZ-Wertung:

Von Jürgen Stahl

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Kommentare
29.10.2012
09:56
Der gewisse Dreck in der Stimme
von Gerther | #1

Zitat: "Die musikalischen Erfolge des *********** Geldof indes sind überschaubar."

Warum wird Bob Geldorf als ********* bezeichnet? Ein ********* ist die ironische Verkehrung des ausgedrückten Wortsinns „guter Mensch“ in sein Gegenteil, nämlich eine meist abwertend gemeinte Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“), denen ihr Attribut „Gutsein“ oder „Gutseinwollen“ als übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten unterstellt wird. (siehe dazu auch Wikipedia)

Bob Geldorf ist beim besten Willen kein *********!

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