„Der Arzt hastete von Zimmer zu Zimmer“

Egon Balz begleitete seine Schwester (82) in die St. Josef-Notaufnahme: „Sie kann nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen.“ Um 12.47 Uhr, so Egon Balz, sei man in der Klinik eingetroffen. Um 19.54 Uhr ging’s wieder heim. „Das sind genau 7 Stunden und 7 Minuten. Davon haben wir 6 Stunden in der Notfallaufnahme verbracht, davon ca. 4 Stunden wartend auf dem Flur und ca. 2 Stunden im Untersuchungszimmer. Es bedurfte auch immer wieder einer Ansprache an den Arzt, damit es wieder weiterging. Mit uns waren auch noch viele ältere Patienten in Untersuchungszimmern, die sich noch länger als wir dort befanden. Das alles ohne Getränke und Nahrung. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass meine Schwester nicht mehr kann.“ Das Fazit des Lesers: „Wenn man dort so viel Zeit verbringt, stellt man fest, dass eine Notaufnahme so nicht funktionieren kann. Wir haben teilweise nur einen Arzt gesehen, der von Zimmer zu Zimmer hastete. Wie will man dann die Masse an Patienten bewältigen? Man kann den Ärzten und den Arzthelferinnen auch keinen Vorwurf machen. Aber es geht um die Würde des Menschen. Genau die wird im Bereich der Notfallaufnahme verletzt.“