Den Frauenfußball im Bochumer Osten wiederbeleben

Viele Mädels aus dem Juniorinnenbereich rücken nächste Saison ins Frauenteam auf. Sie freuen sich auch auf neue Mitspielerinnen.
Viele Mädels aus dem Juniorinnenbereich rücken nächste Saison ins Frauenteam auf. Sie freuen sich auch auf neue Mitspielerinnen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
SV Langendreer 04 meldet zur neuen Saison ein neues Team an – als einziger Verein im Bochumer Osten. Ab Freitag wird trainiert. Verstärkung gesucht.

Langendreer.. Die SV Langendreer 04 startet ein ehrgeiziges Projekt: die Wiederbelebung des Frauenfußballs im Bochumer Osten. „Seit langer Zeit tut sich hier nichts“, moniert Max Hochstetter, Sportlicher Leiter der Junioren. „Unser Verein hat im Bochumer Osten die meisten Jugendteams, aber seit rund 20 Jahren kein Frauenteam mehr.“ Doch das ändert sich zur kommenden Saison. Dann wird endlich wieder eine Mannschaft angemeldet. Das Training indes beginnt schon jetzt.

Am kommenden Freitag bittet Trainer Christopher Moritz die künftigen Spielerinnen des Frauenteams erstmals zur Übungsstunde. „Damit sich alle schon frühzeitig kennen lernen“, sagt der 21-Jährige, der aktuell schon die Juniorinnen (und die E1-Jugend) trainiert. Zehn von „seinen“ Mädels rücken zur kommenden Saison auf in die Frauenmannschaft, zu den Seniorinnen – mit 16 Jahren! Der Stamm für das Team steht also.

„Doch wir möchten schon auf eine Kadergröße von 15 bis 20 Spielerinnen kommen“, hofft Christopher Moritz auf weitere Verstärkung. Am liebsten natürlich aus Langendreer und Umgebung. „Unser Motto lautet: Dort wo ich wohne, spiele ich auch“, sagt Max Hochstetter, der auf Identifikation mit dem Stadtteil und möglichst großen Zusammenhalt innerhalb der Truppe setzt.

Spielverlegung wegen Konzert

Bei den bisher aktiven U17-Juniorinnen ist man bei der SV Langendreer da schon auf einem guten Weg. „Wir haben hier ein tolles Miteinander“, hebt Isabell (17) die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft hervor. „Viele von uns sind auch außerhalb des Platzes miteinander befreundet.“

Dies ist gut für den Mannschaftsgeist, macht es dem Trainer- und Betreuerteam aber auch nicht immer leicht. „Bei den Mädels geht es etwas anders zu als bei den Jungs“, weiß Christopher Moritz und berichtet schmunzelnd: „Da kommt öfter was dazwischen. Etwa ein Konzert einer Boygroup. Da muss dann schon mal ein Spiel verlegt werden . . .“ Auch auf dem Platz ist das Verhalten anders. Moritz: „Bei einem Foul sorgen sich die Mädels mehr über die Gegnerin als über den Pfiff gegen die eigene Mannschaft. Und es wird mehr gequasselt. Während Jungs zu Trainingsbeginn gleich mit dem Ball losstürmen, werden bei den Mädels erstmal Neuigkeiten ausgetauscht.“

Dafür sind die Kickerinnen aber sehr diszipliniert. „Bei unserer jährlichen Spanien-Fahrt gab es keine Ausfälle und alle lagen zeitig im Bett“, lobt Trainer Moritz sein Team. „Auch bei unseren Turnieren packen alle mit an.“ Was daran liegen mag, dass viele von ihnen auch noch Geschwister und Eltern haben, die im Club aktiv sind. „Wir sind halt eine große Familie“, sagt Max Hochstetter. Und diese darf gerne noch weiter wachsen . . .