Debatte in der SPD zur OB-Kandidatensuche

Ob der eng gesteckte Zeitplan der SPD-Spitze, bereits am heutigen Montag einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl im September zu präsentieren, noch einzuhalten ist, ist fraglich. Angesichts des Murrens aus der Basis zum „Basta-Verfahren“ zaubert Rudolf Malzahn, Vorsitzender des Ortsvereins (OV) Hamme für die heutige Konferenz der Vorsitzenden aller 39 Ortsvereine einen Antrag hervor, der bis zum 23. Februar Zeit für die Kandidatensuche einfordert.

Zur Begründung heißt es in dem Papier, „dass eine Findungskommission eingesetzt wurde, die mit ‘Grauen Eminenzen’ als SPD-Mitgliedern besetzt ist, die derzeit nicht mit Funktionen aktiv am Parteileben teilnehmen. Zudem kann nicht akzeptiert werden, dass eine Kandidatur innerhalb einer Woche ‘aus dem Hut gezaubert wird’.“

Doch es gibt andere Stimmen innerhalb der Partei: Die aktuelle Debatte kann Ulrich Wicking, Vorsitzender des zweitgrößten Ortsvereins Altenbochum, nicht nachvollziehen: Die jetzt von der Parteispitze durchgeführte Vorgehensweise entspreche der Vereinbarung, die vom Unterbezirksvorstand, und fast allen OV-Vorsitzenden am 24. November 2014 festgelegt worden sei.

Auch die jüngere Generation von SPD-Politikern meldet sich zu Wort. Ratsmitglied Jonathan Ströttchen (23) sieht es als „ein völlig normales Verfahren“, dass zunächst innerhalb der Partei beraten würde. Eine öffentliche Debatte schade eher. Bastian Hartmann aus Wiemelhausen, mit 30 Jahren einer der jüngsten Ortsvereinsvorsitzenden, positioniert sich im Vorfeld des heutigen Beratungsmarathons im ehrwürdigen Fritz-Husemann-Haus deutlich: „Ich halte jetzt gar nichts von einer langen Hängepartie. Dies könnte den Kandidaten oder die Kandidatin nachhaltig beschädigen.“

Offiziell nominiert werden soll der Oberbürgermeisterkandidat ohnehin erst auf der Wahlkreisdelegiertenkonferenz zur OB-Wahl. Abstimmen werden dort die von den Ortsvereinen bestimmten Vertreter.