Das Telefonmuseum in Bochum feiert seinen 20. Geburtstag

Nico Rodamer und Cedric Nottebaum haben die neue Lounge of Innovation eingerichtet.
Nico Rodamer und Cedric Nottebaum haben die neue Lounge of Innovation eingerichtet.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Das Telefonmuseum in Bochum feiert seinen 20. Geburtstag. Gezeigt wird viel Historisches ebenso wie neueste Technik.

Bochum.. So um die 1200 Besucher jährlich zählt das Telefonmuseum „Telekom Historik“ auf dem Telekom-Gelände an der Karl-Lange-Straße. Gerne kommen Schulklassen. Bislang gab es für sie dabei einen Blick auf vergangene, teilweise längst vergessene Technik. Nun ist punktgenau zum 20. Geburtstag des Museums und vier Monate nach dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten ein weiterer Ausstellungsraum dazu gekommen. Der hat, die Telekom ist ein international tätiger Konzern, einen besonderen Namen bekommen: Lounge of Innovation.

Wohnzimmer mit Technikabteilung könnte man auch sagen zu dem Raum, den Nico Rodamer (21) und Cedric Nottebaum (17), die eine Ausbildung zum IT-System-Elektroniker machen, gestaltet haben. Einen Monat haben die beiden Auszubildenden daran gearbeitet. Links steht eine große weiße Couch, an der Wand gegenüber ein Fernseher. Rechts im Raum aber steht ein großer grauer Kasten, wie er auch draußen am Straßenrand oft anzutreffen und leicht als Telekom-Technik-Hort zu erkennen ist.

„Da drin verbaut ist die neueste Technik“, sagt Rodamer. „Also Glasfaserkabel, die sind so dünn, die sieht man kaum noch mit dem bloßen Auge.“

Ausstellungsräume bieten bieten Morsegeräte und vieles mehr

Als Dieter Nowoczyn, der zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Telekom Historik gehört, seine Ausbildung bei der Telekom machte, waren die Kabel noch aus Kupfer und entsprechend dicker. Die neue Technik versteht er grundsätzlich, Detailfragen aber kann er nicht beantworten.

Dafür weiß er (fast) alles zu den Ausstellungsstücken, die die Ausstellung „Telefon-Historik“ seit Anfang Dezember in den neuen Ausstellungsräumen zu bieten hat: Morsegeräte, Telefone mit Wählscheibe, Fernschreiber und als Herzstück eine funktionsfähige Vermittlungsstelle mit elektromechanischen Wählern der Baujahre 1922 bis 1958. „Mit Hilfe historischer Fernsprechapparate“, sagt Nowoczyn, „kann der Besucher Verbindungen aufbauen und die Funktion der Schaltglieder beobachten.“

Seit den Feierlichkeiten zum Jubiläum erweitern zudem zwei neue Exponate die Ausstellung, die immer dienstags zu besichtigen ist. Zum einen ein Großformat der offiziellen Gründungsurkunde des Telekom-Hauses an der Karl-Lange-Straße. Zum anderen ein digitaler Fernschreiber.

Den noch funktionstüchtigen F 2000 schenkten und brachten befreundete Fernmelde-Kollegen aus Dresden. „Früher gingen die Pakete immer von West nach Ost“, sagte Claus Hegewald, einer der vier Dresdner, dazu. „Nun gab es mal ein Ostpaket. Ihr wolltet den Fernschreiber ja haben.“