Türkisches Rezept „Köfte“ mit Linsen schmeckt auch Veganern

Remziye Mertol (links) richtete die Linsenfrikadellen auf Römersalat an. Nadja Juskowiak (rechts) schmeckte das Gericht direkt aus dem Salat gegessen – wie es üblich ist – am allerbesten.
Remziye Mertol (links) richtete die Linsenfrikadellen auf Römersalat an. Nadja Juskowiak (rechts) schmeckte das Gericht direkt aus dem Salat gegessen – wie es üblich ist – am allerbesten.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Remziye Mertol kocht für Gäste gerne Spezialitäten aus der Türkei. Grundzutaten der türkischen Küche verrät sie beim WAZ-Besuch in Gerthe.

Bochum.. Die Oma ist ihr eine gute Beraterin und im Geiste hilft die 85-jährige Kevser Kaygisiz wohl immer ein wenig mit, wenn Remziye Mertol heute türkisch kocht. Dabei ist die heimatliche Küche ihrer Eltern und Großeltern für die 34-Jährige nicht unbedingt Alltag. „Als ich ausgezogen bin, habe ich mich eigentlich von der türkischen Küche distanziert und mich für andere Gerichte interessiert. Heute ist unser Speiseplan zuhause international. Es gibt auch mal Stampfkartoffeln mit Spiegelei und Spinat“, schildert die Erzieherin. Gäste allerdings begeistert die zweifache Mutter immer wieder gerne mit Speisen aus der Türkei. Das Land in Südosteuropa kennt sie selbst auch nur von Reisen.

WAZ-Besuch im Eigenheim in Gerthe

Remziye Mertol wurde in Hagen geboren und kam 2006 berufsbedingt nach Bochum. Mit ihrem Ehemann und zwei Kindern ließ sie sich dauerhaft hier nieder. Bei dem WAZ-Besuch in Gerthe begrüßt sie uns in einem schnuckeligen Eigenheim. Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten fängt die Familie jetzt an, die neue Bleibe zu genießen. Wir gehen in Mertols Küche in Weiß mit Holzelementen. Die neue Küche rund um Herd und Kühlschrank hat Remziye Mertol ganz nach ihren Wünschen eingerichtet – schick und freundlich. „Die wollte ich mir einfach gönnen, weil ich ja auch jeden Tag koche“, so die berufstätige Mutter.

Für die Aktion „Das isst der Pott“ stellt sie ein traditionelles Gericht aus Zentralanatolien vor: „Mercimek Köftesi“, das heißt „Linsenfrikadellen“. Auch mit diesem Gericht verbindet Remziye Mertol Kindheitserinnerungen. Zusammen mit ihrer Oma formte sie die Linsen-Bulgur-Bällchen häufiger für Fußballturniere ihrer beiden Brüder. In diesem Rezept kommen Zutaten zum Tragen, die typisch sind für die türkische Küche: „Tomatenmark und Olivenöl fehlen fast nie“, so Mertol. Vor allem an Öl und Wasser solle bei diesem Gericht nicht gespart werden, rät sie, damit die Bällchen hinterher gut zusammenhalten.

Linsenfrikadellen passen in die Zeit

Die Linsenfrikadellen sind traditionell und trotzdem passen sie wunderbar in die heutige Zeit. Viele Menschen sind eines übermäßigen Fleischkonsums überdrüssig und manche bevorzugen sogar eine Lebensweise frei von jeglichen tierischen Produkten, sprich: Sie leben vegan. Auch für diese Gruppe dürften die Linsen-Bulgur-Bällchen nicht nur geschmacklich ein Zugewinn sein. Der Nährstoffgehalt ist beachtlich. Linsen sind Spender von Eisen und Eiweiß und somit ein idealer Fleischersatz.

Das sind die Zutaten und so läuft die Zubereitung

Das brauchen Sie:

170 g rote Linsen
210 g feiner Bulgur
1 Zwiebel
150 ml Öl
3 EL Tomatenmark
1 TL Salz, Pfeffer
3-4 Frühlingszwiebeln
1 Bd. glatte Petersilie
4-5 Knoblauchzehen
5 TL Paprika
1 Zitrone
Römersalat

So machen Sie es:

Serien-Info Linsen kalt waschen, in 0,5 Liter Wasser 15 bis 20 Minuten kochen, vom Herd nehmen und feinen Bulgur dazu geben, zehn Minuten ruhen lassen. Zwiebel schälen, sehr fein hacken. 100 Ml. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Tomatenmark anschwitzen. Zur Linsen-Bulgur-Masse geben, salzen, pfeffern und verkneten. Frühlingszwiebeln, Petersilie und Knoblauch fein hacken und untermengen, mit restlichem Öl und Wasser kneten. Zuletzt mit Paprika bestäuben und Zitronensaft beträufeln. Frikadellen formen und auf Römersalat anrichten. Die Linsenfrikadellen werden in dem Salat aus der Hand gegessen. Dazu schmeckt ein Joghurt-Dip z. B. mit: Gurke, Knoblauch, Salz, Minze, Öl, Essig und Paprikapulver.