Schweizerin backt Käsekuchen aus dem Alpenland

Letizia Füssenich (rechts) und Nadja Juskowiak freuen sich auf den Käsekuchen
Letizia Füssenich (rechts) und Nadja Juskowiak freuen sich auf den Käsekuchen
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Letizia Füssenich serviert echte Schweizer Küche – „ächti Schwizer Chuchi“. Exportschlager Käse wird im Backofen zu einem fluffigen Gaumenschmeichler.

Bochum.. Jeden Tag um 18 Uhr hat Letizia Füssenich ein Rendezvous. Dann trifft sie ihren Mann Winand zu einem Apéro. „Das heißt, dass man vor dem Essen ein Glas trinkt und kleine Häppchen zu sich nimmt“, erläutert die 76-Jährige den typisch schweizerischen Brauch. Die Liebe traf den Bochumer und die Schweizerin in deren Heimatort Engelberg. Es funkte gewaltig und schon bald webte das Liebespaar ein festes Band zwischen den Familien. Eines Abends war der Verlobte bei Tante Liesi zum Abendessen eingeladen und machte Bekanntschaft mit dem Schweizer Käsekuchen. „Mein Verlobter schaute mich fragend an: Käsekuchen zum Abendessen? Allerdings hat ihm dann der Schweizer Käsekuchen sehr gut geschmeckt“, schildert sie. Mittlerweile schätzt Letizia Füssenich auch den deutschen, süßen Käsekuchen. Für die WAZ-Serie „Das isst der Pott“ sollte es dann aber doch der herzhafte aus dem Alpenland sein.

Gewürzkreation für den letzten Pfiff

Das Allerwichtigste überhaupt ist dabei natürlich der Schweizer Käse, den die Hobbyköchin gerne auf dem Markt einkauft. „Ich lege Wert auf gute Zutaten, ohne gute Zutaten kann man nicht gut kochen“, sagt sie und öffnet ein Metalldöschen, reicht es zum Schnuppern – es folgt eine Aromenexplosion von weißem Pfeffer, Koriander, Orangenschale – einige Zutaten der „Mélange Blanc“, mit der Letizia Füssenich ihren Käsekuchen verfeinert. „Das braucht es aber nicht“, sagt sie und verweist auf normalen weißen Pfeffer. Wer aber das Aha-Erlebnis in der Küche liebt, kann nach besonderen Gewürzkreationen Ausschau halten.

Vor allem Tante Liesi prägte die Schweizerin in der Küche. „Meine Tante hat jedes Gericht so gekocht, als wäre es das erste Mal, mit ganz viel Liebe, es darf nicht zur Routine werden“, sagt Füssenich. Neben der Leidenschaft hilft ihr auch eine beachtliche Portion Struktur. Sie zeigt einen Aktenordner, prall gefüllt mit Menüfolgen und Rezepten, die sie festgehalten und gesammelt hat. Füssenich dokumentiert jedes Essen, das sie für Gäste zubereitet hat.

Nicht nur Freunde profitieren von ihrem Hobby. Die Schweizerin, die mit sechs Geschwistern groß geworden ist, hat mit ihrem Mann Winand drei Kinder und sieben Enkel um sich versammelt. „Meine Taktik ist, sich nie anmerken zu lassen, wie viel Arbeit dahinter steckt. Mann sollte immer so kalkulieren, dass man, bevor die Gäste kommen, noch einmal in die Badewanne steigen kann“, rät sie.

Ihr effektives Zeitmanagement kam der Schweizerin 2010 auch bei der ZDF-Küchenschlacht zu Gute. In der Fernsehhow kochte sie in 35 Minuten Hauptspeise und Nachspeise. Letizia Füssenich schaffte es bis ins Finale.

Das sind die Zutaten und so läuft die Zubereitung

Das brauchen Sie:

- 2 Zwiebeln
- 1 El Butter
- je 150 Gr. geriebenen Greyerzer und Emmentaler
- 1 El Mehl
- 200 ml Sahne
- 100 ml Milch
- 3 Eier
- Pfeffer, Muskat, Paprika, wenig Salz
- 1 frischer Blätterteig

Und so geht’s:

Backofen auf 220 ° C vorheizen. Backform mit etwas Wasser ausspülen und Backpapier hineinlegen, dann den Blätterteig in die Backform legen, Rand hochziehen und Teig mit der Gabel mehrmals einstechen. Die Zwiebeln schälen, in Streifen schneiden und in Butter weich dünsten, ohne dass sie Farbe annehmen, abkühlen lassen. Dann den geriebenen Käse und die Zwiebeln mit dem Mehl vermischen und auf dem Kuchenboden verteilen. Sahne, Eier und Milch verquirlen, aber nicht zu schaumig werden lassen, das Ganze mit Pfeffer, Muskat, wenig Paprika und Salz würzen. Die Milch-Sahne-Ei-Mischung über den Käse gießen. Den Käsekuchen circa 30 Minuten in der unteren Hälfte des Backofens backen.