Patchworkfamilie aus Bochum kocht gerne kreativ und regional

Anke Rhönisch, Ralf Baumanns, Nadja Juskowiak (v. r.) und ein Salz-Schwein (rot).
Anke Rhönisch, Ralf Baumanns, Nadja Juskowiak (v. r.) und ein Salz-Schwein (rot).
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Anke Rhönisch und Ralf Baumanns kochen gerne kreativ und regional. Sie servieren Spargel mit Kartoffeln, aber ohne Sauce hollandaise. Ihr Rezept ist vielseitig einsetzbar.

Bochum.. Mittwochs kommt der Bauer aus dem Münsterland vorbei und bringt der „Kleinen Zuckerbäckerei“ hunderte frische Eier, er verkauft auch frisches Gemüse und Fleisch. Da greifen die Zuckerbäckerin Anke Rhönisch und ihr Mann Ralf Baumanns immer wieder gerne zu – vor allem zur Spargel- und Erdbeerzeit. „Ich finde es einfach schön, so einzukaufen. Es ist viel persönlicher und frischer“, sagt Anke Rhönisch. „Wir haben neulich Erdbeeren gekauft, die haben eine Woche lang gehalten“, ergänzt ihr Mann Ralf Baumanns.

Patchworkfamilie mit drei Kindern

Heute ist Mittwoch und die WAZ-Redaktion ist eingeladen zum Spargeltag. Das „weiße Gold“, wie es mancher nennt, ist glücklicherweise vom Bauern schon geschält worden. Dem eigentlichen Kochvergnügen in Wiemelhausen steht somit nichts im Wege. „Der einzige Nachteil ist: Du kannst dann von den Schalen keine Spargelcremesuppe mehr kochen“, merkt Baumanns an. Was wirklich schade ist, denn hier im Haus gibt es einige hungrige Bäuche. Das Ehepaar lebt in einer Patchworkfamilie mit zwei jugendlichen Kindern aus einer früheren Beziehung von Anke Rhönisch und einer gemeinsamen kleinen Tochter, die bald in die Schule kommt.

Frischkäse statt Mehlschwitze

Gekocht wird hier mit Leidenschaft und vor allem auch mit Fantasie. „Ralf ist unser Soßengott“, scherzt Anke Rhönisch. So ganz übertrieben ist das aber nicht, denn der gelernte Hufschmied folgt dabei seiner Inspiration, er ist ein wahrer Schöpfergeist. „Meist gucke ich einfach in den Kühlschrank und schaue, was hineinpasst. Eins ist aber nie drin: Mehlschwitze.“ Sein Tipp für sämige Soßen lautet: Frischkäse. Für die Würze greift er gern zu Pesto.

Anke Rhönisch wiederum schwört auf Bio-Kokosfett, um Fleisch knusprig anzubraten. „Es ist sehr hoch erhitzbar und spritzt weniger als Öl“, erläutert sie. Es gibt einige Dinge in dieser Küche, die sich Hobbyköche merken sollten. Da wäre zum Beispiel das köstliche Kräutersalz aus der Rudolf-Steiner-Schule in Langendreer. „Es ist komplett selbst gemacht, die Kräuter sind aus dem schuleigenen Garten“, so Rhönisch.

Zum Schluss hält Ralf Baumanns noch ein Salz-Schwein in die Höhe. Der offene Keramiktopf stamme aus Frankreich, stehe immer direkt neben dem Herd und halte das Salz trocken und körnig, schildert er.

Das sind die Zutaten und läuft die Zubereitung

Das brauchen Sie:

1 kg Spargel,
Zucker,
Salz
800 g Hähnchenmedaillons
Kokosfett
Kräutersalz
Geflügelgewürz (z. B. mit Koriander und Knoblauch)
1 kg Kartoffeln
2 Zwiebeln,
Kräuterfrischkäse
2 El Rucolapesto
1 Becher Sahne
Salz
Pfeffer
grüne Pfefferkörner

Und so machen Sie es:

Serien-Info Kartoffeln schälen und mit etwas Salz ca. 20 Minuten kochen. Spargel ggf. schälen und mit etwas Zucker und Salz ebenfalls gar kochen. In der Zwischenzeit Hähnchenfleisch waschen und in Kokosfett kurz knusprig anbraten. Dabei mit Kräutersalz und Geflügelgewürz würzen. Die Medaillons in eine Auflaufform geben und im Backofen bei 150 Grad/Umluft 15 bis 20 Minuten nachgaren. Im Bratfond klein gehackte Zwiebeln glasieren und mit etwas Wasser ablöschen. Mit vier Esslöffeln Kräuterfrischkäse, Rucolapesto, Sahne und Gewürzen eine Soße zubereiten und bei geringer Hitze soweit reduzieren, dass sie eine sämige Konsistenz hat. Alles zusammen auf Tellern anrichten, etwas Petersilie darüber streuen – fertig.