Möhreneintopf mit Pfiff lockt die Töchter bis heute an

Heide Aufermann (rechts) erzählt Nadja Juskowiak, wie das Gericht zubereitet wird und warum es Ketchup enthält.
Heide Aufermann (rechts) erzählt Nadja Juskowiak, wie das Gericht zubereitet wird und warum es Ketchup enthält.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Heide Aufermann kochte mittags für drei Mädchen. Warum ihr Eintopf auch den Kindern schmeckt, verrät die Bochumerin beim WAZ-Besuch in ihrer Küche.

Bochum.. Eltern kennen die Situation. Es gibt Mittagessen und das Kind stellt sich quer. „Das esse ich nicht. Ich mag das nicht.“ Mit der Zeit werden Mütter erfinderisch und servieren ihren Sprösslingen die Speisen mit Tricks und siehe da: Das Kind isst die Suppe.

Ketchup war der Knackpunkt

Genauso war es auch bei Heide Aufermann. Als kleines Mädchen mochte die heute 70-Jährige partout keine Möhren essen. „Mutter hat probiert, gemacht und getan und am Ende zwei Esslöffel Ketchup hineingetan. Das war der Knackpunkt. So hat es nicht mehr nach Möhren geschmeckt“, schildert Heide Aufermann.

Auch ihre Großmama in Wanne-Eickel kochte täglich. Bei der Oma verbrachte die aus Werther im Kreis Gütersloh stammende Heide Aufermann viel Zeit, weil die Mutter voll berufstätig war. Der Vater fiel 1944, als die Mutter mit ihr schwanger war. Der Möhreneintopf erfreut bis heute die Familie. Mit Ehemann Gerd hat sie drei Töchter großgezogen. Bei unserer Kochaktion für die WAZ-Aktion „Das isst der Pott“ bereitet Aufermann darum einen großen Schnellkochtopf voll mit Eintopf zu: „Meine Kinder holen sich morgen etwas ab, weil er nach einem Tag noch besser schmeckt.“

Serien-Info Trotz ihrer Berufstätigkeit kochte die Mutter immer gerne. Die gelernte Kinderpflegerin wohnte mit ihrer Familie lange in einer Dienstwohnung der Evangelischen Kirchengemeinde Querenburg. Als Küsterin kümmerte sie sich 32 Jahre um Veranstaltungen in der Kirche und bereitete Gottesdienste vor.

Ehemann Gerd Aufermann arbeitete 44 Jahre bei Opel, zuletzt als Werksmeister. Das Leben in Steinkuhl war für die Familie ein Segen. Die dritte, adoptierte Tochter hatte es hier mit ihrer dunkleren Hautfarbe leicht. In dem multikulturellen Stadtteil sei das Mädchen mit den Afro-Locken eine unter vielen gewesen, so Heide Aufermann.

Ehemann kocht und backt mit

Der Kirchengemeinde ist das Ehepaar bis heute verbunden. Wöchentlich betreuen sie die Kleiderkammer im Thomaszentrum. „Wir backen jede Woche einen Kuchen für das Team“, sagt Heide Aufermann.

Allerdings backt nicht nur die Frau in diesem Haushalt. „Seit Gerd in Rente ist, habe ich ihn mit in die Küche genommen“, schmunzelt seine Ehefrau. Mittlerweile gibt es sogar Frikadellen à la Gerd: „Ich mache sie mit etwas Senf“, verrät er ein Geheimnis seiner persönlichen Rezeptur.

Das sind die Zutaten und so läuft die Zubereitung

Sie brauchen:

500 Gr. Kartoffeln
500 Gr. Gehacktes
500 Gr. Möhren
2 Zwiebeln
5 EL Ketchup
Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe
Basilikum, Oregano, Thymian
Schmand

So machen Sie es:

Die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, Gehacktes mit Salz und Pfeffer würzen. Beides zusammen in etwas Gemüsebrühe andünsten. Kartoffeln und Möhren in kleine Würfel schneiden, Rest der Brühe angießen und Kartoffeln und Möhren in die Suppe geben, das Ganze etwa 25 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Gegen Ende mit Ketchup, Basilikum, Oregano und Thymian abschmecken und Schmand nach Bedarf unterrühren. Die Suppe mit frischem, klein gehacktem Maggikraut bestreuen und servieren.

Heide Aufermann kocht fast immer mit einem Schnellkochtopf, wodurch sich die Kochzeit erheblich reduziert. Statt 25 Minuten kocht ihr Eintopf nur sieben Minuten.