Kartoffelsuppe geht immer – auch mal in der De-luxe-Version

WAZ-Leserin Ulla Goldschmidt (rechts) zeigte Nadja Juskowiak (links), wie schnell eine Kartoffelsuppe auf dem Tisch steht.
WAZ-Leserin Ulla Goldschmidt (rechts) zeigte Nadja Juskowiak (links), wie schnell eine Kartoffelsuppe auf dem Tisch steht.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Traditionsgericht der Großmutter schmeckt Familie Goldschmidt von Wattenscheid bis Wolfsburg. Einfachheit ist hier Trumpf.

Bochum-Wattenscheid.. Ulla Goldschmidt hält ihr Hackebeil in die Höhe und lächelt: „Das ist mein Haarmann.“ Ihr geschätzter Helfer in der Küche ist benannt nach Serienmörder Fritz Haarmann, der etliche Jungs auf dem Gewissen hatte. Ups, da dreht sich doch kurz der Magen um, aber wer Spaß versteht, ist hier klar im Vorteil. Die Wattenscheiderin hat einen Hang zur düsteren Seite des Menschen. Thriller der brutalen Gangart sind ihre liebste Lektüre. Ganz ernst meint sie die Drohung mit dem Beil hoffentlich nicht, denn eigentlich lädt sie heute zum Essen und gemütlichen Beisammensein ein.

Es gibt Kartoffelsuppe – schlicht und ergreifend. Ulla Goldschmidt kocht sie manchmal auf Wunsch ihrer Mutter in Wolfsburg auf einem uralten Herd der Traditionsfirma Neff. „Dieser Herd ist eine echte Aufgabe“, schmunzelt die 62-Jährige. Das Rezept für die Kartoffelsuppe kennt Goldschmidt allerdings schon von ihrer Großmutter. „Diese Suppe gab es bei uns, wenn Waschtag war. Das war nicht so einfach wie heute, indem man einen Knopf drückt, sondern das funktionierte mit einer Kurbel. Zu der Suppe machte meine Großmutter auch noch Reibeplätzchen. Ich weiß nicht, wie sie das hinbekommen hat“, sagt Goldschmidt voll Respekt.

Roastbeef liegt in der Marinade

Heute geht es auch in der Küche moderner zu. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Heinz, der 43 Jahre bei der Bochumer Polizei tätig war, kocht Ulla Goldschmidt jeden Tag. „Mein Mann ist eher für die feinere Küche zuständig und ich für die Alltagsküche“, sagt sie. Das aktuelle Projekt, ein frisches Roastbeef, liegt schon in der Marinade aus Rotwein, Rosmarin und Thymian. Morgen wird es angebraten und eineinhalb Stunden bei 100

Serien-Info Grad gegart. Am Ende sticht Heinz Goldschmidt mit einem Messgerät in den Braten. „Bei 55 Grad ist das Roastbeef innen zartrosa“, lässt er wissen. Apropos feinere Küche – von der Kartoffelsuppe gibt es auch vornehmere Varianten: „Dann wird die Suppe ohne Klößchen, dafür mit Lachs, Aal oder Flusskrebsen zubereitet. Oder aber man püriert die Kartoffeln, gibt etwas Sahnemeerrettich dazu und schäumt eventuell alles auf“, schreibt Ulla Goldschmidt in ihr Rezept.

Wenn die beiden Pensionäre nicht gerade in der Küche zaubern, sind sie viel zu Fuß unterwegs. Sie laufen gerne gemeinsam stundenlang sportiv durch Bochum und Wattenscheid – bis der Appetit sich meldet.

Das sind die Zutaten und so läuft die Zubereitung

Sie brauchen:

Für vier Personen:
- 800 Gr. mehlige Kartoffeln
- 1 große Stange Lauch
- 1,2 Liter Gemüsebrühe
- 200-300 Gr. Rinderhack
- 1 El Senf
- Pfeffer und Salz
- Schnittlauch

So machen Sie es:

Die mehligen Kartoffeln schälen, waschen und in mittelgroße Stücke schneiden. Den Porree putzen, waschen und in Ringe schneiden, dann noch etwas durchhacken. Zusammen in der Gemüsebrühe (Würzwürfel) circa 15 Minuten kochen. Anschließend die Suppe stampfen, aber nicht pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Rinderhack mit Salz, Pfeffer und Senf würzen und in kleine Bällchen formen, die nicht größer als Walnüsse sein sollten. Die Klößchen werden auf die heiße Suppe gelegt und ziehen dann bei geringer Hitzezufuhr durch, bis sie gar sind. Auf dem Teller wird die Suppe mit gehacktem Schnittlauch dekoriert. Die Zubereitung dauert eine knappe Stunde. Guten Appetit!