Da hängen Erinnerungen dran

Total egal, Bochum, Sprünge, Ö . . . Mit Herbert Grönemeyers Kult-Alben aus den 80ern verbinden viele Fans lebendige Erinnerungen. Wie die „Sprünge“ damals als Kassette auf dem Schulhof kursierte, weil sie sich nur ein Mitschüler von seinem Taschengeld leisten konnte, daran denkt auch der Autor dieser Zeilen noch gern zurück. Wir haben die Kassette kurzerhand per Doppelkassettendeck von einem zum nächsten weiter kopiert und dabei „Die Welt gehört in Kinderhände“ gesungen. Was für Zeiten.

Auch WAZ-Leserin Christina Kiesewetter (36) hat ein Lächeln im Gesicht, wenn sie an Herbie und seine famosen frühen Platten denkt. „Ich war sechs Jahre alt, als ich ,Bochum’ zum ersten Mal hörte“, sagt sie. Schuld daran war ihre Mutter Elke Katz, die das Album für 16,95 DM auf Vinyl erstanden hatte, weil Herbie halt damals schon ein Muss war. „Die Platte musste man haben, vor allem wenn man in Bochum lebt“, meint Katz.

Mit der „4630“ ist Kiesewetter also groß geworden, auch wenn sich ihr manche Textzeile erst später erschloss. „Wenn ich ,Alkohol’ hörte, habe ich mich als junges Mädchen immer gefragt, wer dieser ,Sanitäter in der Not’ eigentlich sein soll“, sagt sie lächelnd. „Das muss ein komischer Typ gewesen sein.“

Seither hat Kiesewetter alles gehört, was sie von Herbie in die Finger bekam. „Er hat mich durch mein Leben begleitet“, sagt sie. Bei „Luxus“ war sie zum ersten Mal im Ruhrstadion, bei „Bleibt alles anders“ sei sie dann ein wenig verliebt in den blonden Bochumer gewesen. Und heute? Da geht sie endlich mal wieder mit ihrer Mutter hin. „Wir freuen uns total.“