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Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen

28.12.2012 | 18:54 Uhr
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
Fans von Dieter Nuhr mussten bei seinem Auftritt im Ruhr-Congress in der Kälte ausharren.

Bochum.   Comedians füllen mit ihren Programmen große Hallen. Wer sie aus nächster Nähe sehen möchte, sollte vor Veranstaltungsbeginn viel Zeit mitbringen: Die „Freie Platzwahl“ löst die Platzkarte ab. Die Folge ist stundenlanges Anstehen beim Einlass. Diese Erfahrung mussten auch Zuschauer in Bochum machen.

Als „Zumutung für zahlende Zuschauer“ empfanden Robert Kleinschmidt und Doris Zirkler das Frösteln und Frieren für Dieter Nuhr. Vor zwei Wochen freuten sie sich auf den Auftritt des Düsseldorfer Kabarettisten. Doch: „Das Lächeln der 3000 Unverzagten war nach stundenlangem Warten in Pulk und Schlange vor verschlossenen Türen eingefroren“, schildern die WAZ-Leser und bemängeln: „Platzreservierungen – selbst beim Zeltfestival am See Usus – sind in diesem ,modernen’ Veranstaltungszentrum Zukunftsmusik.“

Verständnis für Kritik

Hallenchef Andreas Kuchajda äußert „großes Verständnis“ für die Kritik. „Wir haben allerdings keinen Einfluss. Platzkarten oder freie Platzwahl: Diese Entscheidung trifft allein der Veranstalter, dem wir die Halle vermieten “, sagt der Geschäftsführer der Bochumer Veranstaltungs GmbH (bovg).

"Unplatzierte Verkauf" hat sich durchgesetzt

Bei Rockkonzerten ist es längst üblich und akzeptiert. Auch in der Comedy-Sparte habe sich der „unplatzierte Verkauf“ durchgesetzt, beobachtet Kuchajda. Grund: Stars wie Dieter Nuhr oder Sascha Grammel (Mitte Dezember im Ruhr-Congress) gastieren mit ihren Programmen nicht selten in 150 bis 200 Städten. „Den Vorverkauf mit einem Einheitspreis und freier Platzwahl einzurichten, erfordert deutlich weniger Aufwand als Platzkarten, für die je nach Halle und Kategorie abgestufte Preise aufgerufen werden“, weiß Kuchajda. Folge: Bei den Comedy-Touren wählen die Agenturen die einfachere und wohl auch kostengünstigere Variante – zum Ärger vieler, meist älterer Besucher, die einen verlässlichen Sitzplatz bevorzugen und schon im Vorverkauf gewährleisten wollen, ihren Star aus einer der vorderen Reihen zu sehen.

Einlasssituation ist entspannter mit Platzkarten

„Auch für uns sind Platzkarten die bessere Lösung. Die Einlasssituation ist erheblich entspannter, wenn jeder vorher weiß, wo er sitzt“, betont Andreas Kuchajda. Mehr, als die Veranstalter um einen platzierten Verkauf zu bitten und Hilfestellung beim Vorverkauf anzubieten, könne die bovg aber nicht leisten. Immerhin: Dank des Vordaches am Ruhr-Congress müsse bei Regen und Schnee zumindest kein Besucher nass werden.

Für Robert Kleinschmidt und Doris Zirkler ein schwacher Trost. „Dieter Nuhr“, schreiben sie, „ist ein Profi. Die Veranstalter des Ruhr-Congress leider nicht.“

Freie Platzwahl ist 2013 die Regel

Die Bochumer Veranstaltungs GmbH (bovg) bitte die Comedy-Veranstalter im Sinne vieler Besucher stets um einen platzierten Kartenverkauf, betont Geschäftsführer Andreas Kuchajda. Offenbar mit mäßigem Erfolg. Von den sechs Comedy-Abenden im ersten Halbjahr 2013 im Ruhr-Congress gilt bei fünf Shows freie Platzwahl:

  • bei Bülent Ceylan („Wilde Kreatürken“) am 10. März zum Einheitspreis von 34,90 Euro,
  • Serdar Somuncu („Der Hassprediger“) am 21. März zum Einheitspreis von 31,50 Euro,
  • Olaf Schubert & seine Freunde („So“) am 12. April zum Einheitspreis von 29,70 Euro,
  • Paul Panzer („Hart backbord – Noch ist die Welt zu retten“) am 20. April zum Einheitspreis von 29,70 Euro und
  • Cindy aus Marzahn („Pink is bjutiful“) am 28. April zum Einheitspreis von 33 Euro.
  • Eine Ausnahme macht allein Ralf Schmitz. Der Kleine mit der großen Klappe gastiert am 17. Mai mit seinem neuen Programm „Schmitzpiepe“ im Ruhr-Congress. Je nach Sitzplatzkategorie kostet der Eintritt 27,50 bis 34,10 Euro.
  • Platzkarten gibt es im Vorverkauf auch für zwei weitere Comedy-Abende: Dr. Eckart von Hirschhausen am 5. Dezember und Altmeister Otto am 8. Mai 2014.

Von Jürgen Stahl



Kommentare
02.01.2013
21:39
Comedy-Fans mussten ......
von Spatenklopper | #9

gar nichts.
NIEMAND hat die Fans gezwungen sich wie ein Haufen kreischender pupertärer Teenager stundenlang vor Einlass vor die Türen der Halle zu stellen.

Niemand, außer der eigene Wille den besten grade noch zu erreichenden Platz zu erreichen. Beschweren tun sich jetzt diejenigen, die für ihr 30 € doch nur in den hinteren Rängen saßen, obwohl sie schon ne Stunde vorher da waren.
Ich glaube kaum, dass jemand meckert weil er für kleines Geld in der ersten Reihe saß.
Die standen allerdings noch ne Stunde eher vor der Tür ;)

Also entweder mit dem ***** (Hintern nicht Mann) zu Hause bleiben, nur Veranstaltungen im Sommer besuchen, oder sich ne Rheumadecke einpacken und 3 Stunden eher vor die Tür stellen.

Man kann sich auch künstlich über jeden noch so kleinen Furz aufregen.

02.01.2013
17:08
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von Otto_Normalverbraucher | #8

Naja, es gibt noch genügend andere Künstler die das Wort Service nicht nur aus dem Duden kennen.
Ich habe mir schon so manche Veranstaltung geklemmt, weil ich keine Lust habe, meine Zeit in der Warteschlange zu verplempern, oder mir Gedanken darum zu machen, wo ich sitzen werde, nachdem 1000 oder mehr Leute wie die Assis irgendwo reinstürmen.

Ich bin durchaus bereit, mehr Geld für "bessere" Sitzplätze zu bezahlen. Wer das Geld nicht haben möchte, wird es von mir nicht bekommen!

31.12.2012
16:03
"Stundenlang in der Kälte anstehen"
von karlleokraus | #7

Bochum und in der Kälte anstehen!? Entweder hat die Veranstaltung in Bochum stattgefunden, dann aber ohne Kälte, oder es muss östlich des Ural ein zweites Bochum geben, dann haut Kälte hin.
Und nicht vergessen, nächstes Mal für ganz Empfindliche, dass neue Programm von Dieter Nuhr, "Extra light, only/Nuhr for Softeggs" buchen, oder, gleich in das nächste Fast Food Etablissement.

30.12.2012
12:20
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von LilaLatzhose | #6

@5 warum? weil die sich teurere Karten leisten können Ihrer Meinung nach?
Wenn man sich die Ticketpreise im Artikel ansieht, sind da die Unterschiede bei Schmitz bspw nicht so gravierend.
Letztlich führt das nur dazu, dass Leute, die es sich zeitkich nicht erlauben können, sich stundenlang irgendwo anzustellen, um halbwegs gut zu sitzen und die auf die Ellenbogenmentalität keinen Bock haben, solche Veranstaltungen meiden.
Aber wenn das gewollt ist...ich kann drauf verzichten; es gibt auch gerade bei Comedians noch andere Veranstaltungen, wo es keine freie Platzwahl gibt.

30.12.2012
10:54
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von flori5 | #5

„Dieter Nuhr ist ein Profi. Die Veranstalter des Ruhr-Congress leider nicht.“

Wurde nicht vorher erklärt, dass die bovg als Veranstalter des Ruhr-Congresses keinen Einfluss auf die Platz- und Preisgestaltung hat?
Es ist also das Management des "professionellen" Herrn Nuhr, das heirfür verantwortlich ist.

Immerhin hat die freie Platzwahl den Vorteil, dass in den ersten Reihen nicht nur die "ältere Generation" sitzt.

1 Antwort
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von stylebitesbernd | #5-1

Genau. Denn die freie Platzwahl gilt offensichtlich für alle Nuhr-Auftritte, z.B. auch im Februar in der Grugahalle.

29.12.2012
20:03
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von chinaski | #4

bei solchen veranstaltungen ist das durchgehend die regel. wer damit nicht klar kommt, soll in die oper gehen.

29.12.2012
16:38
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von Pyrexx | #3

...aber für ein 700 Euro teures Spielzeug eine Nacht freiwillig bei Wind und Wetter ohne zu murren anstehen....ist klar....

1 Antwort
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von LilaLatzhose | #3-1

auch das nicht. Für ein Apple Produkt würde ich auch nicht ohne Schlange gehen.
Ich versteh auch den Zusammenhang hier jetzt nicht.

29.12.2012
14:20
Einfach boykottieren...
von Querdenker79 | #2

...ich mache das auch, falls einer keine Platzkarten anbietet. Irgendwann kehren sie davon ab.

Was in einem Fussballstadion noch ok ist, funktioniert in einer kleinen Halle einfach nicht mehr.

29.12.2012
09:52
Comedy-Fans mussten stundenlang in der Kälte anstehen
von LilaLatzhose | #1

"Dank des Vordachs muss keiner im regen oder Schnee stehen". Lächerlich. Ich war vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung der Tour der 3 ???. Freie Platzwahl, 1 1/2 Stunden eher da, Kind dabei. Zu der Zeit war bereits eine Schlange um den halben Ruhrcongress. Beim Einlass ein Gerenne und Gehacke. Für mich das erste und letzte Mal freie Platzwahl.

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