Chor stellt sich riesiger Herausforderung

Die Matthäuspassion BWV 244 von Johann Sebastian Bach ist ein überwältigendes Werk.

Mit zahlreichen Solisten, zwei Chören und Orchestern hat der Thomaskantor den Leidensweg Jesu musikalisch gestaltet. Beginnend mit dem Abendmahl mit den Jüngern, dem Gebet im Garten Gethsemane über den Verrat des Judas und die Kreuzigung bis zur Grablegung. Die Stadtkantorei führte das gut dreistündige Stück unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Arno Hartmann mit den Bochumer Symphonikern am Nachmittag des Karfreitagsbin hylt in der Christuskirche auf. Es war ein bewegendes und beeindruckendes Konzert.

Die Soli wurden von Johanna Winkel (Sopran), Wiebke Lehm-kuhl (Alt), Stefan Zenkl und Manfred Bittner (Bass) gesungen. Besonders eindrücklich führte der Tenor Corby Welsch durch die Passionsgeschichte. Er sang die Rezitative des Evangelisten und ließ die Zuschauer durch seinen Impetus die Geschichte unmittelbar miterleben.

Für den Chor ist die Matthäuspassion eines der anspruchsvollsten Werke überhaupt. Der Chor nimmt verschiedene Rollen ein, ist mal das aufgebrachte Volk, das Barrabas Freilassung fordert, Jesus verhöhnt und schlägt, dann wiederum in den Chorälen wie „O Haupt voll Blut und Wunden“ das Geschehen reflektiert.

Die Stadtkantorei überzeugte mit sängerischer Leidenschaft und schöner stimmlicher Präsenz in den kunstvollen Eingangs- und Schlusschören. Für alle Mitwirkenden gab es viel Applaus in der voll besetzten Christuskirche.