Chor sorgt für Gänsehautmomente

Das Collegium Vocale und das Collegium Instrumentale luden unter der Leitung von Hans Jaskulsky ins Audimax der Ruhr-Universität ein. Dort interpretierte das Ensemble zusammen mit der Sopranistin Ina Stachelhaus, dem Tenor Gustavo Martín Sánchez und Christian Palm (Bass) zwei Kantaten von Johann Sebastian Bach. Der Altist Jud Perry war kurzfristig für die ausgefallene Elvira Bill eingesprungen.

Die erste Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ könne theoretisch an jedem Sonntag des Kirchenjahres gespielt werden, so Leiter Jaskulsky. Der Tatort ist kein geringerer Ort als die menschliche Seele. Die Kantate eröffnet mit Verzweiflung und Weh. Darauf folgen Trost und Zuwendung Jesu, so dass die Seele unter Begleitung fanfarenartig spielender Bläser wieder zurückfindet zu Hoffnung und Freude. Ein dramatisches Stück, aufgebaut wie klassische Akte. Ganz anders präsentierte sich die zweite Kantate „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“. Getragen vom Feuermotiv des Heiligen Geistes, wirkte sie von Beginn an auf erhebende Weise aufwühlend. Viel unmittelbarer und emotionaler als ihre Vorgängerin.

So gelang es dem Ensemble – allen voran dem immer wieder Gänsehaut erzeugenden Chor – einen ebenso kurzweiligen wie mitreißenden Abend zu schaffen.