CDU-Verdacht des Wahlbetrugs erweist sich als haltlos
16.12.2009 | 19:19 Uhr 2009-12-16T19:19:00+0100Als Rohrkrepierer erwies sich der Verdacht von CDU–Fraktionsvize und Landtagskandidat Christian Haardt, Teile der Stadtspitze hätten dem Rat verschwiegen, dass Arnsberg auf 150 bis 160 Mio Euro Einsparung dränge, und damit auch die Wähler belogen.
Wie eine WAZ-Nachfrage ergab, hatte der CDU-Recke offenbar mächtig vorbeigeballert: Es geht um die 140 Millionen Euro, die laut Regierungspräsident Helmut Diegel die Stadt Bochum jährlich einsparen soll. Die Summe hatte am Montag Entsetzen bei den Bochumer Ratsparteien ausgelöst – hatten sie doch in mehr als dreimonatiger Fleißarbeit es geschafft, ein Haushaltssicherungskonzept auf die Beine zu stellen, eine Schmerzensliste, die Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen in Höhe von 102 Millionen Euro vorsieht. Damit war man sicher, die aktuellen Zielvorgaben der Kommunalaufsicht Arnsberg zu erfüllen.
Dissonanz zwischen Diegel und der OB
Doch weit gefehlt, wie man seit Wochenanfang genauer weiß. Zuvor ließ Diegel wissen, 102 Millionen reichen nicht aus, dann kassierte Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, als sie deshalb am Montag den Regierungspräsidenten aufsuchte, um zu verhandeln, eine glatte Niederlage. Hängende Ohren bei den Fraktionen, als sie von der OB von Diegels 140 Mio Euro hohe Einsparziel erfuhren.
Am Dienstag zündete Haardt von der CDU die Verdachtsbombe, schon im Mai hätten Teile der Stadtspitze gewusst, dass Arnsberg auf 150 bis 160 Millionen Euro bestehe. Gleichzeitig war zu hören, dass Regierungspräsident Diegel und Oberbürgermeisterin Scholz eine Art gemeinsamer Presseerklärung, die am Montag verfasst wurde, völlig unterschiedlich interpretieren. Scholz verwahrte sich dagegen, die 140 Mio Einsparforderung akzeptiert zu haben, ebenso wenig teile sie die Auffassung, dass Bochum sich das geplante Konzerthaus „nicht leisten kann”. Der Text der Presseerklärung, der von der Bezirksregierung stammt, gibt das in der Tat nicht her. Bei den Themen „140 Mio Euro” und „Konzerthaus” wird nur Diegel zitiert, an anderer Stelle Gemeinsamkeit betont.
Ratsmehrheit will Diegels Forderung ignorieren
Stadtkämmerer Manfred Busch wies den Vorwurf, den Rat belogen zu haben zurück. In seinem Finanzvortrag, den er am 17. Juni dem Hauptausschuss in öffentlicher Sitzung präsentierte und der der WAZ vorliegt, hieß es auf einem Schaubild, sichtbar für alle unter „Einsparziel für 2015”: „Berechnung der Kommunalaufsicht: zunächst 150 Mio €; zuletzt ,über 100 Mio €'”. Die 150 Mio Euro waren damit eine „alte Bekannte”.
In der Ratssitzung am Donnerstag, 17. Dezember, wird die Mehrheit des Rates die Forderung des Regierungspräsidenten ignorieren und das erarbeitete Haushaltssicherungskonzept beschließen und Arnsberg zuleiten mit der Bitte, es zu prüfen. "Wir wollen einen rechtsfähigen Bescheid haben und wissen, an welchen Stellen unser Beschluss fehlerhaft ist", sagte SPD-Fraktionschef Heinz-Dieter Fleskes der WAZ gegenüber.

15:32
@Gast1848 können sie auch noch was anderes als inhaltsleer auf Bochum einzuprügeln. Machen sie sich doch erst mal schlau und hauen sie dann in die tasten.
09:43
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20:49
Tipp an Herrn Fleskes: Bitten Sie nicht um einen rechtsfähigen Bescheid, sondern um deinen rechtsmittelfähigen Bescheid. Dann können Sie bei Gericht Ihr vermeintliches Recht einklagen einklagen
19:45
Tja, wenn das was der Regierungspräsident heute bekannt gemacht hat - siehe wdr - Lokalzeit Ruhr - stimmt, dann wusste die OB schon im Juni, dass 100Mio € nicht reichen. Dass war den Ratsmitgliedern definitiv nicht bekannt, der Öffentlichkeit schon gar nicht!
18:01
@Kritiker1(#8): Ach alle Kommunen sind Pleite?? Das ist mir neu. Es gibt auch etliche Kommunen die es schaffen ordentlich zu haushalten. Und es gibt auch Kommunen bei denen keine Quittungen über 35 Millionen abhanden kommen, oder um ein anderes Thema zu nehmen: Cross Border noch schnell vor einem Bürgerentscheid durchdrücken und dann feststellen, dass es finanziell ein Desaster ist.
12:43
Ob bekannte Sparmaßnahmen oder nicht im Spiel sind, wann begreift unsere Stadtspitze endlich, dass sie vom Bochumer Wähler durch deren Stimmen niemals den Auftrag bekommen hat, den Stadtsäckel leer zu zocken und dann trotz Belehrung durch die dafür vorgesehene Dienststelle Arnsberg weiterhin an der finanziellen Beerdigung Bochums baldowert!!!
12:34
Der Posten des Hr. Diegel in Arnsberg und seine Mittelbehörde gehören zuerst abgeschafft !
Es gibt doch sowieso nichts mehr zu verteilen.
Kommunal- und Landespolitik reichen aus!
Ihnen geht es doch überhaupt nicht um unsere Stadt, sondern nur um ein paar parteipolitische,bequeme, pensionsreife Pöstchen!
Frohe Weihnachten.
10:19
Liebe CDU, lieber Rechtsanwalt Haardt, trotz aller Schützenhilfe ihres Regierungspräsidenten Diegel schaffen sie nichts weiter als solche Blamagenummern? Bochum ist eben nicht Dortmund, auch wenn sie sich das gerne wünschen. Erfreuen sie sich wenigstens ihres Herrn Diegel, der ihrer CDU in Bochum zeigt, wie man mit nicht das unwürdige, kalte, unsoziale Bochum erschafft.
10:16
#6
Eigentlicher Kommentar wurde durch die Redaktion kommentarlos entfernt, deshalb macht #7 keinen Sinn mehr!
08:22
@gast1848, warum wohl sind praktisch alle Kommunen in Deutschland in der gleichen finanziellen Misere. Kann das überall nur Misswirtschaft sein? Könnten nicht vielleicht doch andere Gründe dahinterstecken. Einfach mal beginnen nachzudenken.