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CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt

15.08.2012 | 18:46 Uhr
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
Der inzwischen von der Staatsanwaltschaft wegen Vorfälle in Düren angeklagte EGR-Geschäftsführer Michael Müller (links) bei der Grundsteinlegung im Februar 2012 für den BioMedizinPark in Querenburg. rechts Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz.Foto: Gero Helm

Bochum.   Hatte Heinz Hossiep (SPD) 2009 als damaliger Aufsichtsratschef der städtischen Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) das Präsidiumsmitglied der CDU, Ulrich Küpper, bei einer wichtigen Information übergangen, als es um die Wahl von Michael Müller zum neuen EGR-Geschäftsführer ging? - Die CDU hat jedenfalls diesen Eindruck.

Die Turbulenzen um den wegen Untreue angeklagten EGR-Geschäftsführer Michael Müller wegen Vorgänge in Düren haben die Bochumer Kommunalpolitiker aus der Sommerpause aufgeschreckt. Es wird viel telefoniert in diesen Tagen, und Roland Mitschke, Fraktionsvize der CDU, hat inzwischen den Eindruck, dass dem damaligen CDU-Vertreter im Aufsichtsratspräsidium, Ulrich Küpper, wichtige Informationen vorenthalten wurden, als es 2009 um die Bestellung des parteilosen Michael Müller zum neuen EGR-Geschäftsführer ging.

Hat der damalige Aufsichtsratschef Heinz Hossiep (SPD) die CDU gelinkt, um den Vertrag mit Müller störungsfrei besiegeln zu können?

Kein gravierendes Ergebnis

Der WAZ gegenüber erinnerte sich Heinz Hossiep daran, Müller habe ihm vor seiner Wahl reinen Wein darüber eingeschenkt, dass in Düren ein Ermittlungsverfahren gegen ihn laufe, es handele sich aber nur um Missverständnisse.

Wolfgang Cordes, Fraktionschef der Grünen, damals wie heute auch EGR-Präsidiumsmitglied, unterscheidet in seiner Erinnerung: Ja, er sei von Hossiep über die Offenlegung Müllers unterrichtet worden. Er glaube sich daran zu erinnern, dass dies in einer Präsidiumssitzung war, habe aber sein damaliges Terminbuch nicht zur Hand. Die Information von Hossiep habe er aber nicht vor der Wahl Müllers, sondern erst später, nämlich vor der Vertragsunterzeichnung mit Müller erhalten. Intern sei vereinbart worden, einen Headhunter zu beauftragen, mal nachzuhaken, was an den Vorwürfen gegen Müller dran sei. Das Ergebnis sei nicht so gravierend gewesen, „dass wir gesagt haben, wir stoppen den Vertrag“.

Ein gefundenes Fressen

Ulrich Küpper habe „Stein und Bein geschworen“, dass er von Hossiep keineswegs über Müllers Offenlegung informiert worden war, erklärte Roland Mitschke am Mittwoch gegenüber Medienvertretern.

Pikant: Bei der Wahl des neuen EGR-Geschäftsführers Müller hatten alle drei CDU-Vertreter im EGR-Aufsichtsrat gegen Müller gestimmt. Die Info, der Mann habe den Staatsanwalt am Bein, wäre für die CDU ein gefundenes Fressen gewesen, um ihn aus dem Bewerberkreis zu torpedieren. Zumal die CDU sich für einen Mitbewerber aus der benachbarten Großindustrie stark gemacht hatte.

"Hossiep hat Müller jetzt entlastet"

„Wir hätten dann wieder von Null anfangen müssen, einen Neuen zu suchen und dabei noch ein Jahr verloren“, gab Cordes zu bedenken. Weil sich vor über drei Jahren rund hundert Bewerber für den mit etwa 120.000 Euro dotierten Posten interessierten, habe schon damals die Findung so lange gedauert, dass der Vertrag mit Müllers Vorgänger Volker Marquaß, mit einem Bein schon in Pension, noch mal verlängert worden war.

„Hossiep hat Müller jetzt entlastet“, sieht es CDU-Mitschke. Andernfalls hätte ein „Grund für eine fristlose Kündigung“ vorgelegen. Und die Bezüge wären für Müller futsch gewesen. Sein Geschäftsführer-Vertrag läuft noch bis 2014. Am Freitag entscheidet das EGR-Aufsichtsratspräsidium, was man mit Müller machen kann, ohne ihn vorzuverurteilen. Cordes hält eine Beurlaubung für fällig.

Rolf Hartmann



Kommentare
19.08.2012
11:48
Pöstchen-Schieber
von steude | #12

Die Pöstchen-Schieber von SPD, CDU und Grünen sind nicht in den Aufsichtsräten wegen ihrer Kompetenz, sonder aufgrund von Filz und Klüngel.

Mitschke, Schmück-Glock, Cordes und die meisten anderen sind bezüglich dessen, was in den Beteiligungsunternehmen läuft, total ahnungslos. Den meisten fehlt auch jede Vorbildung zu verstehen, was da läuft.

Die entsprechenden Damen und Herren rennen mit geschlossenen Augen durch den Wald und schreien verwundert auf, wenn es beim Zusammenstoß mit einem Baum mal wieder weht tut, kommen aber nicht auf die Idee, mal die Augen auf zu machen.

19.08.2012
08:28
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
von BuergerME | #11

Wie gelinkt fühlt sich wohl Frau Schmück.-Glock (SPD), wenn sie als Aufsichtsratsvorsitzende des USB erfährt, dass beide Geschäftsführer Meys und Dr. Ziesowski der Staatsanwaltschaft bekannt sind.

Meys wegen des Umweltsakandals am Tippelsberg. Gegen Ziesowski wurde wegen Bilanzbetruges bei der AGR Abfall ermittelt. Nähere Infos nachzulesen via Suchmaschine google!

Wie gelinkt fühlt sich denn der Bochumer bürger, wenn die Gebühren immer weiter steigen, die Herren aber 6-stellige Gehälter kassieren.

18.08.2012
22:13
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
von el-kommentante | #10

ausgerechnet CDU-Mitschke fühlt sich gelinkt....
Das ist ja Realsatire......

16.08.2012
21:12
... die Bürger fühlen sich von Hossiep gelinkt, nicht nur die CDU!
von steude | #9

... in Bochum immer das gleiche. Bochum ist gleichzusetzen mit Unfähigkeit aller Orten. Ottilie verheizt mal kurz mind. 30 Mio. beim Cross-Border-Leasing. Der "Platz des europäischen Versprechens ein peinliche Millionengrab. Eine Stadt, die es nicht schafft ihre Schulen, Brücken und Straßen instand zu halten, weil H.-D. Fleskes das 1x1 des Gebäudemangements nicht beherrscht. Aber nochmal 33,3 Mio. beim Musikzentrum versenken. Danke TownsEND! Schnell noch ein paar Anteile von STEAG gekauft und einen für Bochum völlig unnützen Windpark gekauft, um weitere Mio. zu versenken. Und Cordes wie Mitschke mittendrin. Kurz nochmal die Jahrhunderthalle ohne jeden Grund vom Land kaufen, damit die Stadt an Stelle des Landes die 6 Mio. jährlichen Kosten tragen darf. Lücking findets suppi.

Da dreht es jedem Ökonomen den Magen um. Aber für die 1,46 Mrd. Schulden der Stadt will natürlich keiner verantwortlich gewesen sein. Ne, ist klar... . Liebe Bürger macht was, ich kann es echt nicht mehr ertragen

16.08.2012
20:13
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
von noeppi | #8

Ich bin schon jetzt darauf gespannt, welche, Ungereimtheiten“ im Zusammenhang mit dem
Zukünftigem Musikzentrum noch das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

16.08.2012
20:11
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
von noeppi | #7

Ich bin schon jetzt darauf gespannt, welche, Ungereimtheiten“ im Zusammenhang mit dem
Zukünftigem Musikzentrum noch das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

16.08.2012
19:04
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
von Grantler2 | #6

Vielleicht nennt man das Verhalten von Herrn Hossiep auch "Begünstigung im Amt", denn
nur auf Grund seiner Darstellung wird Herr Müller nicht fristlos entlassen und erhält wohl bis 2014 seine Bezüge weiter. Aber was sind für Bochum denn schon die 240000€.....
Da werden halt die Bäder einen weiteren Tag geschlossen bleiben oder die Friedhofsgebühr wird erhöht. Irgendwie werden wir das Gehalt eines neuen Geschäftsführer woanders schon her bekommen. Weiter So SPD-Klüngel............

16.08.2012
13:51
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
von Klug99 | #5

Selbst wenn der Schaden da ist, werden diese Personen nicht haftbar gemacht! Zum kotzen.....

16.08.2012
08:34
El Grande Heinz Hossiep
von willy-bochum | #4

Hossiep hat doch überall nur immer Halbwahrheiten erzählt, um seine Wünsche durchzubekommen. Da war er ganz groß drin. Die meisten Leute fallen heute noch auf ihn herein und ich möchte nicht wissen, welche Strippen er im Hintergrund immer noch zieht.

Sein Sohn hat ihn ihm einen guten Lehrmeister gefunden. Da haben wir ja letztens auch einiges in dieser Zeitung gelesen. Schade, dass es heutzutage keine Verbannungen mehr gibt...

15.08.2012
23:56
CDU fühlt sich von Heinz Hossiep gelinkt
von fogfog | #3

man achte auf den verklärten gesichtsausdruck von otti!!
der parteiensumpf in bochum wird immer tiefer. aber es will ja hinterher keiner gewesen sein.

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