CDU distanziert sich von Bezirksvertreter

Fortsetzung von Seite 1..  Im Gespräch mit der WAZ bekräftigte Gerd Falke seine Haltung zum Thema Flüchtlinge. Man dürfe die Schleusen nicht ungefiltert öffnen. Falke: „Pilze sind zu 95 Prozent genießbar, aber fünf Prozent machen Probleme.“ Die Bundesregierung in Berlin lasse die Kommunen im Stich, sagte Falke. „Unsere Gesellschaft darf sich das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen. Kanzlerin Angela Merkel ist zu devot.“ Falke setzt sich ein für „mehr Hilfe vor Ort, dann müssen die nicht hierhin kommen“. Waffenexporte lehne er ab.

Für Pirat André Kasper sind die Äußerungen Falkes unerträglich. „Herr Falke verlässt mit seinen Positionen den Grundkonsens der demokratischen Parteien.“ Insbesondere als Lehrer des NGB mit vielen Schülern, die Migrationshintergrund haben, stehe er „in einer gehobenen Verantwortung“. Dieser werde er gerecht, sagt Falke. Er habe keine Probleme mit Migranten. Im Gegenteil. „Türkische Kinder benötigen und bekommen viel Zuwendung von mir, weil sie von zu Hause aus wenig Bildung mitbringen. Asiaten gehen so durch.“

Kasper fordert Falke auf, sein Mandat niederzulegen. Die CDU fordert er auf, sich von den Positionen Falkes zu distanzieren. Dass ihn die Partei 2014 noch als Kandidat für die Bezirksvertretung aufgestellt habe, mache ihn besonders betroffen, so Kasper. Ein Blick in Falkes Chronik und Freundesliste hätte gereicht, um zu wissen, wie Falke denkt. Zu den rund 1250 Facebook-Freunden von Falke zählten nach Angaben von Kasper auch CDU-Oberbürgermeisterkandidat Klaus Franz und der Parteivorsitzende Christian Haardt.

„Das Thema beschäftigt uns schon länger“, sagte Christian Haardt am Sonntag. Seine „Freundschaft“ auf Facebook habe er Falke gegenüber bereits Ende 2014 gekündigt. In einer Stellungnahme schreibt die CDU: „Ab Mitte 2014 kam es auf der privaten Facebook-Seite von Herrn Falke vermehrt zu Verlinkungen und Stellungnahmen, die aus Sicht der Kreispartei, jedenfalls teilweise, islamfeindlichen Charakter hatten.“ Nachdem Gespräche mit Falke nicht zielführend gewesen seien, habe Kreisgeschäftsführer Schary am 13. Mai 2015 per Brief darauf hingewiesen, dass Falkes „Stellungnahmen mit den Positionen der CDU Bochum unvereinbar sind“. Die CDU verurteile jede Form von Ausländerhass und lehne auch pauschale Verunglimpfungen anderer Religionen ab. „Extremistische Positionen, egal ob von rechts oder links, haben in der CDU Bochum keinen Platz“, heißt es.