Bushido in Bochum
10.02.2010 | 17:23 Uhr 2010-02-10T17:23:00+0100Skandal-Rapper Bushido hat im Bochumer Ruhrpark Werbung für seinen neuen Film gemacht.
Bushido – Bollerkopf oder halb so wild? Geschichten aus seinem noch jungen Leben gibt es reichlich. Viele davon handeln von Skandalen und einem schlechten Ruf. „Zeiten ändern Dich” – diese Überschrift trägt Bushidos Leben in einem aktuellen Kinofilm. Der Film ist ähnlich umstritten wie der ganze Typ. Dienstagabend im UCI aber waren nur die, die für den Berliner Musiker womöglich ihr letztes Hemd geben würden. Das waren ungefähr 1000. Die meisten von ihnen würden wohl Coolness für ihre hervorstechende Charaktereigenschaft halten. Doch, siehe da, Bushido machte sie butterweich.
Küsschen für 60-jährige Doris
Bushido hat wohl wirklich Recht, wenn er den Hype um ihn mit dem einstigen Hype um Britney Spears vergleicht. Im Foyer des UCI im Ruhrpark flogen tatsächlich auch Unterhosen und es herrschte ein Kreischpegel wie in einer Achterbahn mit Vierfach-Looping. Nur schlimmer. Von etwa 700 im Foyer wartenden Fans bekamen allerdings angesichts dieser Masse längst nicht alle den plauderlaunigen Bushido zu Gesicht. Zehn Minuten Autogramme schreiben, mehr war nicht drin. Dann musste das schlanke Persönchen, das mit richtigem Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, auch schon in einen Kinosaal, um dort wartende weitere 300 Fans glücklich zu machen. Die hatten vorher seinen Film gesehen.
Gangsta-Rapper lautet eine der freundlicheren Bezeichnungen für den 31-Jährigen. Aber Bushido kann auch anders. Bühne frei für Doris K. (60): „Ich bin ein großer Fan von Ihnen und hätte gerne ein Autogramm.” Sie stach hervor aus der Masse, Durchschnittsalter: geschätzt 17. Dafür bekam sie das, was aufgebrezelte Teenies neidisch mit ansehen mussten, einen Kuss von Mister Lässig, der zum feierlichen Anlass einen dunklen Nike-Jogginganzug trug.
Ey, Junge, Junge, Junge
Hätten sich auch die Kritiker an diesem Abend ins UCI gewagt, hätten sie ihr Urteil über den bösen Mann vielleicht etwas revidieren müssen. Bushido beantwortete viele Fragen, lächelte stellenweise charmant, und redete mehr druck- als gossenreif. Ein von Kriminalität und Streitereien beeinflusster Lebenslauf lässt sich gewiss nicht wegreden, Statements wie „Wir sollten uns viel mehr freuen im Leben, denn uns geht es gut” kommen aber durchaus sympathisch rüber. Doch dann gibt es auch ein Bushido-Zitat, so wie man es erwartet: „Alter, wenn ich dein Lehrer wär, ey. Junge, Junge, Junge. Alter, gehst du überhaupt zur Schule?”
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