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Brücken mit ungewisser Zukunft

14.02.2016 | 12:00 Uhr
Brücken mit ungewisser Zukunft
Für die Anwohner in Werne ist die Fußgängerbrücke über die A40 am Lütkendorpweg unerlässlich, um über die Autobahn zu gelangen. Sie wird täglich von vielen genutzt.Foto: Klaus Pollkläsener

Bochum-Nord.   Überführungen am Lütgendorpweg in Werne und über die A 43 am Kraftwerk Hiltrop müssen dem Autobahnausbau weichen. Stadt sucht nach Alternativen.

Der Bezirk Nord macht sich für zwei Brücken stark, die im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der A 43 – wie weitere Brücken im Stadtgebiet – abgerissen wurden oder noch werden. Die meisten wird der Landesbetrieb Straßen NRW nach dem Ausbau ersetzen.

Nicht aber die städtische Fußgängerbrücke über die A 40 am Lütkendorpweg (Verbindung von Harpen zum Ruhrpark) sowie die Fuß- und Radwegbrücke in Höhe des Heizkraftwerks Hiltrop.

Für sie wurde nach der Umwandlung der Zechenbahn Lothringen in einen Radweg keine Vereinbarung zwischen der Stadt als neuem Verkehrsträger und Straßen NRW getroffen. Bei der ersten Informationsveranstaltung zum geplanten Autobahnausbau im Schulzentrum Gerthe war der Protest von Politikern und Bürgern gleichermaßen groß über das Fehlen der Ersatzbauwerke.

Ruhrpark könnte sich beteiligen

In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung informierte Patricia Kraus vom Planungsamt über den Planungsstand. Da Straßen NRW bereits signalisiert hatte, nicht bereit zu sein, die Ruhrparkbrücke ersetzen zu wollen, gibt es nun eine Absichtserklärung der Stadt. Man wolle die Vorplanung für eine neue Brücke selbst aufnehmen, denn durch den Ausbau der A 43 wird auch die A 40 in Harpen betroffen sein.

Patricia Kraus: „Es ist eine Alu-Brücke vorgesehen, die sich vorfertigen und dann über die Autobahn schieben lässt. Dazu müssen wir mit Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro rechnen.“ Eine barrierefreie Rampe soll über den Lütkendorpweg führen. Das Planungsamt habe Gespräche mit dem Ruhrpark aufgenommen: „Es gab kein Nein bei der Frage nach finanzieller Beteiligung“.

Der Bedarf ist groß

Denn der Bedarf sei groß, so Patricia Kraus, allein schon aus den angrenzenden Wohngebieten wie Auf dem Knust: „80 Prozent der Bewohner sind auf diese Fußgängerverbindung angewiesen.“ Natürlich sei der Brückenbau an die Fertigstellung des Autobahn-Ausbaus gekoppelt. Straßen NRW will voraussichtlich 2020 damit auf Bochumer Stadtgebiet beginnen.

Erhalten bzw. ersetzen will die Stadt auch die Lothringenbahn-Brücke über die A 43. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat sie vor Jahren saniert, als er den Radweg auf der ehemalige Zechenbahntrasse angelegt hatte. Seither wird er von der Bevölkerung gut angenommen.

Zwei Fernwärmeleitungen

Die Stadtwerke wiederum nutzen die Brücke, um zwei Fernwärmeleitungen über die Autobahn zu führen. Sollte die Brücke nicht ersetzt werden, wäre das Unternehmen gezwungen, sie unterirdisch zu verlegen, was nicht zu den bevorzugten Lösungen gehört - weil aufwändig und teuer. „Wer der Besitzer der Brücke ist, ist ungeklärt“, sagt Patricia Kraus. Die Kosten für einen Neubau lägen bei rund 900 000 Euro. Fördermittel zu bekommen sei sehr schwierig, erfuhren die Bezirksvertreter.

In jedem Fall sollen sich Stadt, Regionalverband und Stadtwerke die Kosten für die neue Überführung teilen.

Sabine Vogt

Kommentare
17.02.2016
08:54
Brücken mit ungewisser Zukunft
von Freund_der_klaren_Worte | #5

"Für die Anwohner in Werne ist die Fußgängerbrücke über die A40 am Lütkendorpweg unerlässlich..."

Seit wann liegt der Lütgendorpweg in Werne? ( siehe...
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Brücken mit ungewisser Zukunft
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http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bruecken-mit-ungewisser-zukunft-id11560831.html
2016-02-14 12:00
Verkehr, Baustellen, Brücken,
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