Britische Fliegerbombe in Bochum ist erfolgreich entschärft

Kein Problem stellte die Bombe für Feuerwerker Rainer Woitschek vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung dar.
Kein Problem stellte die Bombe für Feuerwerker Rainer Woitschek vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung dar.
Foto: Klaus Pollkläsener
Was wir bereits wissen
Ein fünf Zentner schwerer britischer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Montag an der Prinz-Regent-Straße in Weitmar entschärft worden.

Bochum.. Kleiner "Ausnahmezustand" am Montag Nachmittag in Weitmar. Die Entschärfung eines fünf Zentner schweren britischen Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg sorgte dafür, dass die Prinz-Regent-Straße für rund drei Stunden von der Polizei gesperrt wurde. Auch mehrere umliegende Straßen betroffen. Die Feuerwehr begann ab 14.50 Uhr mit der Evakuierung des Gebiets, das im Umkreis von 200 Metern geräumt werden musste. Rund 450 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Circa 35 Anwohner verbrachten die Wartezeit in der Betreuungsstelle im „Haus der Generationen“ an der Holtbrügge, die das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Vorfeld zusammen mit der Feuerwehr eingerichtet hatte.

Anwohnerin Marina Wengeler, die knapp außerhalb des Sperrgebiets lebt, nahm die Entschärfung gelassen und sah sich das Drumherum auf der Straße an. „Ich habe vorhin noch meinen Sohn aus dem Kindergarten abgeholt. Er mag Blaulicht, deshalb gucken wir uns jetzt aus sicherer Entfernung, was hier passiert.“

Bombe lag unter einem Wohnhaus

Andere Betroffene machten schlichtweg das Beste aus ihrer misslichen Lage. „Ich bin während der Evakuierung einfach Einkaufen gefahren und habe danach ein bisschen Musik im Auto gehört“, berichtete die 28-jährige Vidat Osso, die schräg gegenüber vom Ort der Entschärfung lebt.

Gefunden wurden die Bombe auf einem Grundstück unmittelbar unter dem Wohnhaus an der Prinz-Regent-Straße 96. Die fünf Zentner schwere und mit einem Aufschlagzünder versehene Fliegerbombe war bei der Auswertung von Luftbildaufnahmen entdeckt worden.

Nachdem das Gebiet evakuiert worden war, begann der Kampfmittelbeseitigungsdienst um den Feuerwerker und Truppführer Rainer Woitschek gegen 16.40 Uhr mit der Entschärfung. Da im Keller des Hauses wenig Platz war, habe man die Bombe wie vor 50 Jahren mit einem Flaschenzug aus dem Loch im Boden heben müssen, so Woitschek. Nach einer guten Dreiviertelstunde meldeten die Experten dann erfolgreich Vollzug. Gegen 17.20 Uhr lag die Bombe zum Abtransport bereit auf einem Lkw.

Die Bochumer Feuerwehr sprach im Anschluss an die Entschärfung von einem „routinemäßigen Einsatz ohne Komplikationen“. Für die Entschärfung waren am Montag insgesamt 66 Kräfte von Feuerwehr, DRK und Polizei im Einsatz.