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Breiter Dialog gegen Arbeitslosigkeit

18.02.2016 | 19:56 Uhr
Breiter Dialog gegen Arbeitslosigkeit
Anders als beim Job-Speed-Dating wie hier wird die Zukunftswerkstatt ein Austausch nicht nur zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitgebern sein. Es geht um einen breiten Dialog.

Bochum.  Arbeitsagentur und Jobcenter organisieren ein Forum, bei dem sich Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und vor allem Jobsuchende austauschen können.

Mal geht sie um 0,2 Prozent herunter, dann wieder um 0,1 Prozent herauf. Aber wesentlich ändert sich die Arbeitslosenquote in Bochum nicht. Fast wie festgemeißelt ruht sie um die 10-Prozent-Marke und besagt damit, dass etwa 18 000 Menschen arbeitslos sind; weitere 5000 bestreiten eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme. Gut 23 000 Bochumer sind ohne Beschäftigung, ein großer Teil von ihnen schon seit längerer Zeit.

Die hiesige Bundesagentur für Arbeit sowie die Jobcenter Bochum und Herne schicken sich nun an, den Ursachen dafür besser und intensiver auf die Spur zu gekommen, als das bislang der Fall war. „Viel zu oft reden wir über Arbeitslose, jetzt wollen wir mit arbeitslosen Menschen reden“, sagt Luidger Wolterhoff, Leiter der Agentur für Arbeit Bochum. Agentur und Jobcenter wollen mit etwa 100 Arbeitslosen aus beiden Städten sowie mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, von Gewerkschaften und aus Verbänden darüber reden, wie sich die Beschäftigungsmöglichkeiten verbessern können.

Lösungsvorschläge erarbeiten

Klartext soll gesprochen werden am Freitag, 11. März, von 9.30 Uhr bis 13 Uhr in der VIP-Lounge des Rewirpower-Stadions. „Wir wollen moderieren und eine Bühne bieten“, sagt Anja Greiter, Sprecherin der Arbeitsagentur Bochum. „Es geht darum, neue Perspektiven zu eröffnen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten“, erklärt Johannes Rohleder, Sprecher des Jobcenters Bochum. Vor allem die Arbeitslosen sollen die Chance bekommen, zu erklären, wo der Schuh drückt.“

„Vielleicht machen wir ja auch etwas bei der Vermittlung falsch?“, so Greiter. Möglicherweise sei aber auch die Informationslage bei allen Beteiligten nicht gut genug. Es gehe darum, mehr zu erfahren, als das bislang durch das „Zwiegespräch“ zwischen Agentur/Jobcenter und den Arbeitslosen möglich ist.

Das Forum, gedacht als Zukunftswerkstatt mit unterschiedlichen Themenkomplexen, ist vermutlich das erste seiner Art in Deutschland. Die Idee eines großen Dialogs ist nicht neu. So hat vor einem Jahr Jochen Marquardt, Geschäftsführer des DGB Bochum, neue Wege bei der Bekämpfung dauerhafter Arbeitslosigkeit gefordert und die Einrichtung eines Runden Tisches gegen Langzeitarbeitslosigkeit vorgeschlagen.

Die Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrtsverbände hat derweil vor allem „gravierende Kürzungen bei den Eingliederungsleistungen“ dafür ausgemacht, dass der Anteil der Langzeitleistungsbezieher in Bochum vor einem Jahr 71,5 Prozent betrug und sich damit in den vergangenen zwei Jahren kaum verändert hat. Und: „Weil die Verwaltungskosten der Jobcenter durch Lohn- und Betriebskosten-Erhöhungen gestiegen sind und die Budgets für Verwaltungs- und Eingliederungskosten gegenseitig deckungsfähig sind, werden immer mehr Mittel in die Verwaltungsstruktur statt in die aktive Förderung von Hartz-IV-Beziehern investiert“, hieß es damals es in dem Bericht der AG. Auch das dürfte bei der Zukunftswerkstatt auf den Tisch kommen.

Andreas Rorowski

Kommentare
20.02.2016
21:20
Breiter Dialog gegen Arbeitslosigkeit
von Hubertus56 | #3

Es ist doch so! Die Arbeitgeber wollen keine Harzer und wenn, dann ganz billig! Zusätzlich kommt in Bochum das Firmensterben zum tragen. Das...
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2016-02-18 19:56
Bochum